Kö­nig Wil­lem-Alex­an­der soll Ein­kom­men ver­steu­ern

Rheinische Post Goch - - PAN­ORA­MA -

DEN HAAG (dpa) Der nie­der­län­di­sche Kö­nig Wil­lem-Alex­an­der darf sich freu­en. Noch in die­sem Jahr be­kommt er ein klei­nes Ex­tra von 500 Eu­ro – so wie al­le Be­am­ten. Und von 2016 an soll sein Ge­halt von jetzt mehr als 800.000 Eu­ro um 43.000 Eu­ro pro Jahr stei­gen. Das ver­dankt der Mon­arch (48) der Re­ge­lung, dass sein Ein­kom­men um eben­so viel Pro­zent steigt wie das an­de­rer Staats­die­ner.

Nur gibt es ei­nen fei­nen Un­ter­schied. Wäh­rend al­le Be­am­ten ganz nor­mal ih­re Ein­künf­te ver­steu­ern müs­sen, ist bei Kö­nigs brut­to gleich net­to. Das gilt auch für Kö­ni­gin Máxi­ma (44) und die Ex-Kö­ni­gin Bea­trix (77), die eben­falls auf der Lohn­lis­te des Staa­tes ste­hen.

Doch der Un­mut wächst. Im Par­la­ment for­dert nun ei­ne brei­te Ko­ali­ti­on von Par­tei­en ein En­de der Steu­er-Pri­vi­le­gi­en. Es kön­ne nicht an­ge­hen, dass der Kö­nig zwar von Lohn­er­hö­hun­gen für Be­am­te pro­fi­tiert, nicht aber auch wie sie Steu­ern zahlt, lau­tet die Ar­gu­men­ta­ti­on. Schließ­lich zahlt das Staats­ober­haupt we­der Ein­kom­men-, noch Ver­mö­gens- und Erb­schafts­steu­er.

Das gilt im Prin­zip schon seit Be­ginn der Mon­ar­chie vor 200 Jah­ren. Das Staats­ober­haupt soll­te fi­nan­zi­ell von der Re­gie­rung un­ab­hän­gig sein. Da­her ist das Ver­mö­gen, das „zur Aus­übung sei­ner Funk­ti­on not­wen­dig ist“, steu­er­frei. Doch die Fra­ge ist: Um wie viel Geld geht es da ei­gent­lich, und wie viel Steu­ern zahlt er auf sein Pri­vat­ver­mö­gen?

Die Nie­der­län­der lie­ben ihr Kö­nigs­haus, auch wenn sie über die ho­hen Kos­ten mo­sern. Rund 60 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr ge­ben sie für die Oran­jes aus, plus ei­ne nicht ge­nann­te Sum­me für Si­cher­heits­maß­nah­men. Für so viel Geld, so meint ei­ne Mehr­heit der Bür­ger, soll­ten sie Steu­ern zah­len. Zu­nächst aber muss das Par­la­ment dar­über ab­stim­men, ob die Fra­ge ei­ner kö­nig­li­chen Steu­er prin­zi­pi­ell ge­prüft wer­den soll.

Der Hof schweigt zu der Fra­ge. Kö­nig Wil­lem-Alex­an­der ha­be aber auf 30.000 Eu­ro sei­ner Ge­halts­er­hö­hung ver­zich­tet, teil­te Pre­mier Mark Rut­te mit. Schließ­lich müs­se er nicht wie an­de­re Be­am­te sei­ne Ren­te auf­bes­sern.

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