Neu­er Ge­ne­ral­bun­des­an­walt knöpft sich rech­ten Ter­ror vor

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

KARLS­RU­HE (dpa) Der neue Ge­ne­ral­bun­des­an­walt Pe­ter Frank ist von Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) of­fi­zi­ell ins Amt ein­ge­führt wor­den. Frank ist mit 47 Jah­ren der bis­her jüngs­te Chef der Karls­ru­her Be­hör­de. Er löst Ha­rald Ran­ge ab, den Maas An­fang Au­gust we­gen er­heb­li­cher Dif­fe­ren­zen im Zu­sam­men­hang mit den Lan­des­ver­ratsEr­mitt­lun­gen ge­gen die Blog­ger von „Netz­po­li­tik.org“ent­las­sen hat­te. Frank sei nicht nur ein ex­zel­len­ter Ju­rist, son­dern auch ein en­ga­gier­ter Be­am­ter mit Sen­si­bi­li­tät und Füh­rungs­stär­ke, sag­te Maas: „Da­mit ist er ge­nau der rich­ti­ge Mann.“

In Karls­ru­he er­war­ten den ehe­ma­li­gen Münch­ner Ge­ne­ral­staats­an­walt bri­san­te The­men: Ver­fah­ren rund um in­ter­na­tio­na­len Ter­ror neh­men zu; beim Rechts­ex­tre­mis­mus gibt es seit dem Auf­flie­gen des NSU be­son­de­re Sen­si­bi­li­tät; En­de 2014 wur­de das Ver­fah­ren um das ver­mut­lich rechts­ex­tre­mis­ti­sche Ok­to­ber­festat­ten­tat wie­der auf­ge- nom­men. Und seit ges­tern er­mit­telt der Ge­ne­ral­bun­des­an­walt auch we­gen des At­ten­tats auf die Köl­ner OBKan­di­da­tin Hen­ri­et­te Re­ker.

Ins Amt ge­bracht hat Frank aber die „Netz­po­li­tik“-Af­fä­re. Die Blog­ger hat­ten im Früh­jahr über Plä­ne des Ver­fas­sungs­schut­zes be­rich­tet, On­li­ne-Netz­wer­ke stär­ker zu über­wa­chen. Da­zu stell­ten die Jour­na­lis­ten ver­trau­li­che Un­ter­la­gen ins Netz. Der Ver­fas­sungs­schutz er­stat­te­te Anzeige ge­gen Un­be­kannt; Ran­ge lei­te­te ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen Lan­des­ver­rats ein, was viel­fach als An­griff auf die Pres­se­frei­heit ge­rügt wur­de. Die Bun­des­re­gie­rung dis­tan­zier­te sich von Ran­ge.

Zum Eklat kam es we­gen ei­nes von Ran­ge in Auf­trag ge­ge­be­nen Gut­ach­tens zur Fra­ge, wie die ver­öf­fent­lich­ten Do­ku­men­te zu be­wer­ten sei­en. Ran­ge warf Maas ei­nen un­er­träg­li­chen Ein­griff in die Un­ab­hän­gig­keit der Jus­tiz vor. Der Mi­nis­ter brach­te dar­auf­hin Ran­ges Ver­set­zung in den Ru­he­stand auf den Weg.

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