Hand­werk will mehr Flücht­lin­ge ein­stel­len

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

DUIS­BURG/DÜSSELDORF (lu­kra) Um dem Fach­kräf­te­man­gel im Hand­werk ent­ge­gen­zu­tre­ten, sol­len ne­ben Ab­gän­gern von wei­ter­füh­ren­den Schu­len, jun­gen Frau­en und Stu­di­en­aus­stei­gern nun auch ver­mehrt Flücht­lin­ge aus Kri­sen­ge­bie­ten an­ge­spro­chen wer­den. Das ga­ben der Zen­tral­ver­band des Deut­schen Hand­werks und die Hand­werks­kam­mer Düsseldorf be­kannt. „Es wä­re al­ler­dings falsch, die Lö­sung für das Fach­kräf­te­pro­blem im Zustrom von Asyl­be­wer­bern zu se­hen“, sag­te Hans Pe­ter Woll­sei­fer, Prä­si­dent des Zen­tral­ver­bands des Deut­schen Hand­werks. 2014 ka­men le­dig­lich 1,4 Pro­zent der Aus­zu­bil­den­den in NRW aus Kri­sen­län­dern wie Af­gha­nis­tan oder Sy­ri­en. „Die Zah­len wer­den aber stei­gen“, sag­te Andre­as Eh­lert, Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer Düsseldorf.

Rund die Hälf­te der Flücht­lin­ge bricht die Aus­bil­dung ab. Grün­de sei­en schlech­te Sprach­kennt­nis­se, bes­ser be­zahl­te Jobs, die es den Flücht­lin­gen er­mög­li­chen, mehr Geld in die Hei­mat zu­rück­zu­schi­cken, und kul­tu­rel­le Un­ter­schie­de. Um ei­ne er­folg­rei­che Aus­bil­dung zu ge­währ­leis­ten, müs­se der Staat sich deut­lich mehr en­ga­gie­ren, for­dert das Hand­werk – et­wa durch ei­ne früh­zei­ti­ge Sprach­för­de­rung, Kom­pe­ten­zer­mitt­lung und Be­rufs­vor­be­rei­tungs­kur­se. Zwölf bis 24 Mo­na­te be­nö­ti­ge es, um Flücht­lin­ge se­ri­ös auf ei­ne Aus­bil­dung vor­zu­be­rei­ten.

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