Un­fäl­le und Ne­bel ver­ur­sa­chen lan­ge Staus

Rheinische Post Goch - - PANORAMA - VON JES­SI­CA KUSCHNIK

Ges­tern leg­ten zwei Un­fäl­le Tei­le der Au­to­bah­nen 31 bei Müns­ter und 52 bei Meer­busch lahm. Der Ver­kehr stau­te sich auf der A 52 am frü­hen Mor­gen auf bis zu zehn Ki­lo­me­tern. Ne­bel sorg­te zu­sätz­lich für schlech­te Sicht.

DÜSSELDORF Die Herbst­fe­ri­en sind vor­bei, und da­mit ist es auf den Stra­ßen schlag­ar­tig wie­der vol­ler als in den ver­gan­ge­nen zwei Wo­chen. Wo die meis­ten Pend­ler 14 Ta­ge lang freie Fahrt hat­ten, stau­te es sich ges­tern wie­der in der üb­li­chen Ma­nier. Er­schwe­rend kam hin­zu, dass die Sicht auf­grund teils dich­ter Ne­bel­fel­der am frü­hen Mor­gen be­ein­träch­tigt war und vie­le Be­rufs­tä­ti­ge und Stu­den­ten auf­grund des Stell­werk­bran­des in Mül­heim vor mehr als zwei Wo­chen auf das Au­to aus­wei­chen müs­sen, da ei­ni­ge Bah­nen noch nicht re­gel­mä­ßig ver­keh­ren. Auf den Au­to­bah­nen 31 und 52 kam es zu zwei Un­fäl­len, ei­ner da­von en­de­te töd­lich.

Im Kreis We­sel krach­te am frü­hen Mor­gen ein Sat­tel­schlep­per auf der A 31 bei Schermbeck un­ge­bremst auf ein mit drei Men­schen be­setz­tes Au­to, das auf dem Sei­ten­strei­fen stand. Ein 18-Jäh­ri­ger auf dem Rück­sitz des Pkw kam bei dem Un­fall ums Le­ben, wie die Po­li­zei mit­teil­te. Der 20 Jah­re al­te Fah­rer und sein 22 Jah­re al­ter Bei­fah­rer wur­den schwer ver­letzt in ein Kran­ken­haus ge­bracht. War­um der 26-jäh­ri­ge Lkw-Fah­rer von der Fahr­bahn ab­ge­kom­men war und in das ab­ge­stell­te Au­to fuhr, ist bis­lang un­klar. Der Pkw war ver­mut­lich we­gen ei­ner Pan­ne auf dem Stand­strei­fen lie­gen­ge­blie­ben, so die Po­li­zei.

Nach dem Un­fall blieb die Au­to­bahn in Fahrt­rich­tung Gro­nau mehr als sechs St­un­den für die Ber­gung ge­sperrt, konn­te aber am Mit­tag wie­der frei­ge­ge­ben wer­den. Der Ver­kehr stau­te sich auf ei­ner Län­ge von acht Ki­lo­me­tern.

Lan­ge Staus gab es auch im Raum Düsseldorf. In Hö­he der An­schluss­stel­le Meer­busch-Bü­de­rich hat­te sich ein Por­sche auf der Au­to­bahn 52 aus bis­lang un­ge­klär­ter Ur­sa­che quer ge­stellt und war in die Leit­plan­ke ge­kracht. Durch die Wucht der Kol­li­si­on wur­de das Fahr­zeug laut Po­li­zei stark be­schä­digt, ver­letzt wur­de je­doch nie­mand. Weil der Pkw meh­re­re Fahr­spu­ren blo­ckier­te, kam es zu star­ken Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen in Fahrt­rich­tung Düsseldorf. „Zwi­schen 8 und 8.30 Uhr war der Stau zwi­schen Schiefbahn und Bü­de­rich mehr als zehn Ki­lo­me­ter lang“, sag­te Frank Schewe, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter der WDR-Ver­kehrs­re­dak­ti­on. Ei­ne Ge­dulds­pro­be für vie­le Pend­ler, denn auf dem Weg nach Düsseldorf ging zeit­wei­se gar nichts mehr. „Die War­te­zeit be­trug dort deut­lich mehr als ei­ne St­un­de. Erst ge­gen 10.30 Uhr lief der Ver­kehr wie­der oh­ne grö­ße­re Stö­run­gen“, so Schewe.

Be­reits am Sonn­tag­mor­gen war es eben­falls auf der Au­to­bahn 52 zu ei­nem töd­li­chen Un­fall ge­kom­men. Ein 28-jäh­ri­ger Mann aus Vier­sen war in Rich­tung Düsseldorf un­ter­wegs, als er an der An­schluss­stel­le Hardt aus bis­lang un­ge­klär­ter Ur­sa­che ge­gen ei­ne Bau­ma­schi­ne fuhr, die dort in ei­nem ab­ge­sperr­ten Be- reich ei­ner Bau­stel­le stand. Der her­bei­ge­ru­fe­ne Not­arzt konn­te laut Po­li­zei nur noch den Tod des Man­nes fest­stel­len. Der Lan­des­be­trieb Stra­ßen NRW stell­te die Ar­bei­ten an der An­schluss­stel­le ein. Dort soll­te übers Wo­che­n­en­de die Fahr­bahn er­neu­ert wer­den. Noch bis ges­tern Nacht wa­ren da­her die Aus- und Auf­fahrt der An­schluss­stel­le ge­sperrt so­wie die rech­te Fahr­bahn in Rich­tung Düsseldorf.

Ob schlech­te Sicht zu den Un­fäl­len ge­führt hat, ist un­klar. Trotz­dem warnt der ADAC, dass ge­ra­de das Herbst­wet­ter der ver­gan­ge­nen Ta­ge für Au­to­fah­rer ge­fähr­lich wer­den kann. Und dar­an wird sich auch in den nächs­ten Ta­gen nichts än­dern. Bis mor­gen wer­de das Tief, das schon seit Ta­gen über Deutsch­land liegt, noch Re­gen und Ne­bel brin­gen, sag­te Me­teo­ro­lo­ge Se­bas­ti­an Sch­ap­pert vom Deut­schen Wet­ter­dienst. Dann stel­le sich die Wet­ter­la­ge all­mäh­lich um. Al­ler­dings noch nicht zum Bes­se­ren, denn ein Tief­aus­läu­fer er­reicht Deutsch­land, der nicht nur für Re­gen, son­dern auch für hef­ti­gen Wind sorgt. „Vor al­lem am Frei­tag be­steht die Ge­fahr von zä­hem Ne­bel“, sag­te der Me­teo­ro­lo­ge. Erst am Sams­tag wer­de es mil­der und der Ne­bel löst sich all­mäh­lich auf.

Der ADAC rät da­her auch für die kom­men­den Ta­ge, bei Ne­bel lang­sam zu fah­ren und aus­rei­chend Ab­stand zu hal­ten. „Als Re­gel gilt: Min­dest­ab­stand ist gleich Ge­schwin­dig­keit. Be­trägt die Sicht al­so bei­spiels­wei­se nur rund 50 Me­ter, soll­te man nicht schnel­ler als 50 St­un­den­ki­lo­me­ter fah­ren“, heißt es. Bei Sicht­wei­ten un­ter 50 Me­tern sei das Tem­po zu dros­seln und die Ne­bel­schluss­leuch­te ein­zu­schal­ten. Auf kei­nen Fall soll­te im Ne­bel das Fern­licht ein­ge­schal­tet wer­den, da die fei­nen Was­ser­tröpf­chen das Licht re­flek­tier­ten und die Sicht da­durch noch­mals ver­schlech­ter­ten.

Im Kreis We­sel krach­te ein Sat­tel­schlep­per un­ge­bremst auf ein mit drei Men­schen

be­setz­tes Au­to

FOTO: BLU­DAU

Auf der Au­to­bahn 31 kam es ges­tern zu ei­nem töd­li­chen Un­fall. Ein 18-Jäh­ri­ger starb durch die Wucht des Auf­pralls, der 20 Jah­re al­te Fah­rer und sein 22 Jah­re al­ter Bei­fah­rer wur­den schwer ver­letzt in ein Kran­ken­haus ge­bracht.

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