SPD will Ehe­gat­ten­split­ting grund­le­gend um­bau­en

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

BERLIN (dpa) Die SPD will un­ver­hei­ra­te­te Paa­re mit Kin­dern und Al­lein­er­zie­hen­de steu­er­lich bes­ser­stel­len. Der Par­tei­vor­stand be­schloss ei­nen fa­mi­li­en­po­li­ti­schen Leit­an­trag für den SPD-Bun­des­par­tei­tag Mit­te De­zem­ber, der un­ter an­de­rem ei­nen Um­bau des Ehe­gat­ten- zum Fa­mi­li­en­split­ting vor­sieht.

Das ak­tu­el­le Steu­er­recht ge­he an der Le­bens­wirk­lich­keit vie­ler Fa­mi­li­en vor­bei, sag­te SPD-Vi­ze Ma­nue­la Schwe­sig nach der Gre­mi­en­sit­zung. Auch Al­lein­er­zie­hen­de und Paa­re oh­ne Trau­schein, die Kin­der hät­ten, soll­ten in den Ge­nuss von Steu­er­vor­tei­len kom­men. Der­zeit wer­den Ver­hei­ra­te­te durch das Ehe­gat­ten­split­ting steu­er­lich ent­las­tet – un­ab­hän­gig da­von, ob sie Kin­der ha­ben. Laut Fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um gibt es vier Mil­lio­nen Fa­mi­li­en, die nicht vom Split­ting pro­fi­tie­ren, weil die Part­ner nicht ver­hei­ra­tet sind.

An­ders als im Bun­des­tags­wahl­kampf 2013 will die SPD das Split- ting nun aber nicht mehr ab­schmel­zen, son­dern so­zi­al ge­rech­ter aus­bau­en. „Wer das Ehe­gat­ten­split­ting nutzt, wird dies wei­ter­hin tun kön­nen“, heißt es in dem Ent­wurf. Für Paa­re, die vom Ehe­gat­ten­split­ting pro­fi­tier­ten, sol­le Be­stands­schutz gel­ten. Für künf­tig ge­schlos­se­ne Ehen, die kin­der­los blei­ben, soll es dem­nach aber kei­nen Split­ting-Vor­teil wie bis­her mehr ge­ben.

Zu­dem plä­diert die SPD-Spit­ze für die Ein­füh­rung ei­ner Fa­mi­li­en­ar­beits­zeit und für ei­nen Rechts­an­spruch auf Ganz­tags­be­treu­ung in der Schu­le. Schwe­sig sag­te, vie­le El­tern wünsch­ten sich ei­ne Ganz­tags­be­treu­ung ih­rer Kin­der in der Schu­le. Der Be­darf über­stei­ge bei wei­tem das An­ge­bot. Der Bund müs­se hier­für Geld in die Hand neh­men. Wel­che Kos­ten da­durch ent­stün­den, sei noch nicht zu be­zif­fern und hän­ge sehr von der Aus­ge­stal­tung ei­nes sol­chen Kon­zepts ab, be­ton­te die Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin.

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