Das Zehn-Mil­lio­nen-Eu­ro-Pro­jekt

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM - VON MICHA­EL KLATT

Keve­la­ers in­te­grier­tes Hand­lungs­kon­zept 2016 bis 2020 nimmt lang­sam kon­kre­te For­men an.

KEVE­LA­ER Mit wel­chen Maß­nah­men ge­nau Keve­la­ers In­nen­stadt auf­ge­wer­tet und ge­stärkt wer­den soll, hängt von den Ent­schei­dun­gen im Fach­aus­schuss und Rat ab. Und da­von, ob es vom Land über­haupt die be­nö­tig­ten Zu­schüs­se gibt. Doch soll­te das In­te­grier­te Hand­lungs­kon­zept (IHK) zum Zu­ge kom­men, steht für Hel­mut Hardt fest: „Das wer­den fünf an­stren­gen­de Jah­re.“Der Zei­t­raum 2016 bis 2020 näm­lich, in de­nen die Ar­bei­ten mit der größ­ten Prio­ri­tät um­ge­setzt wer­den.

Wel­che Be­rei­che in Keve­la­er das vor­aus­sicht­lich sein wer­den, stell­te Hardt von der Stadt­Um­Bau Gm­bH bei ei­ner Ver­an­stal­tung der Keve­lae­rer Frau­en-Uni­on vor. Ge­mein­sam mit der Stadt­ver­wal­tung ist das Pla­nungs­bü­ro seit Sep­tem­ber vo­ri­gen Jah­res mit dem IHK be­schäf­tigt. Ein sich ent­wi­ckeln­der Pro­zess, wie Hardt mehr­mals be­ton­te.

Sta­gna­ti­on bei der Be­völ­ke­rungs­ent­wick­lung, im Ein­zel­han­del, bei der Kunst und bei der Wall­fahrt sind Fak­to­ren, die aku­ten Hand­lungs­be­darf auf­zei­gen. Die Re­nais­sance der Wall­fahrt, laut Hardt nach wie vor der gro­ße Mo­tor der In­nen­stadt, ist ei­nes der Zie­le des Hand­lungs­kon­zepts. Kul­tur, Kunst und Kunst­hand­werk sol­len die Wall­fahrt er­gän­zen so­wie, Stich­wort Ther­mal­quel­le, das The­ma „Ge­sund an Leib und See­le“. Um die Ver­kehrs­pro­ble­me zu lö­sen (Hardt: „Keve­la­er ist zu klein für 10 000 Fahr­zeu­ge täg­lich“) muss ne­ben dem zwei­ten Teil der OW I (Orts­um­ge­hung) das Um­ge­stal­ten von Stra­ßen und Plät­zen an­ge­packt wer­den. Das Schlag­wort „Kom­fort und Si­cher­heit für al­le“um­fasst ne­ben Tem­po 30 auch die Bar­rie­re­frei­heit, und zwar nicht nur für Roll­stuhl­fah­rer, son­dern zum Bei­spiel auch für Geh- und Seh­be­hin­der­te so­wie Müt­ter mit Kin­der­wa­gen. Die Ar­chi­tek­tur­qua­li­tät im his­to­ri­schen Stadt­kern ist ein wei­te­rer wich­ti­ger Punkt.

Nach jet­zi­gem Stand ist für die Jah­re 2016 bis 2020 ein In­ves­ti­ti­ons­pa­ket in Hö­he von rund zehn Mil­lio­nen Eu­ro ge­schnürt. Als Area­le mit der höchs­ten Prio­ri­tät sind der Pe­ter-Plüm­pe-Platz, der Ka­pel­len­platz und die Haupt­stra­ße fest­ge­legt wor­den. Als Pro­ble­me auf dem Pe­terPlüm­pe-Platz se­hen die Pla­ner das Feh­len ei­nes Vor­plat­zes am Al­ten Rat­haus, ei­nen mäch­ti­gen Bus­war­te­be­reich und die fast aus­schließ­li­che Cha­rak­te­ri­sie­rung durch Stell­plät­ze. Als Dis­kus­si­ons­grund­la­ge für die Po­li­tik schla­gen sie vor, die zwei „In­sel-Be­bau­un­gen“mit dem Rat­haus und dem Spar­kas­sen-Kom- plex zu ver­bin­den, zu ver­län­gern oder durch wei­te­re In­seln zu er­gän­zen. In je­der Va­ri­an­te ist ein Vor­platz für das Al­te Rat­haus ent­hal­ten, ei­ne ge­son­der­te Flä­che für den Wo­chen­markt und, so Hardts Ver­si­che­rung auf An­fra­gen von Zu­hö­rern, die Durch­füh­rung der Kir­mes ist ge­si­chert. Die Park­flä­chen sind, je nach Va­ri­an­te, un­ter­schied­lich auf­ge­teilt, Bus­se nut­zen das ge­sam­te Ge­län­de.

Auf dem Ka­pel­len­platz soll das his­to­ri­sche Pflas­ter ei­nem Bo­den­be­lag wei­chen, der für Roll­stuh­lund Rol­la­tor­nut­zer ein­fach zu be­fah­ren ist, zum Bei­spiel glat­ter Gra­nit. Auf­wer­tun­gen sei­en an­ge­dacht für den Sta­le­nus-Platz, für den Lu­xem­bur­ger Platz und für das Fo­rum Pax-Chris­ti. Für die Haupt­stra­ße, auf der Au­ßen­wer­bung und Gas­tro­no­mie­be­stuh­lung mit­un­ter Hin­der­nis­se für Pil­ger­grup­pen dar­stel­len, ist an ei­ne kla­re drei­tei­li­ge Glie­de­rung ge­dacht.

Nach den Be­ra­tun­gen im Aus­schuss und Rat muss der För­der­an­trag in Düsseldorf für den 60-pro­zen­ti­gen Zu­schuss bis spä­tes­tens 1. De­zem­ber 2015 ge­stellt wer­den. Die Prü­fungs­zeit be­trägt sechs Mo­na­te.

RP-FOTO: MAR­KUS VAN OFFERN

Das in­te­grier­te Hand­lungs­kon­zept soll die In­nen­stadt von Keve­la­er stär­ken und auf Dau­er at­trak­tiv ma­chen.

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