Hei­mat ro­man­tisch und mo­dern

Rheinische Post Goch - - LOKALE KULTUR - VON MAT­THI­AS GRASS

Im Mu­se­um Kur­haus „hängt“die Kle­ver Ge­schich­te von al­len Gra­fen und Her­zö­ge, Por­träts be­rühm­ter Kle­ver Töch­ter wie Si­byl­le und An­na und Hei­mat als mo­der­ne Kunst. Im Haus Ko­ek­ko­ek lockt ein ro­man­ti­scher Blick auf Kle­ve.

KLE­VE Die Brü­cke gibt den Bild­aus­schnitt vor. Manch­mal et­was hö­her, manch­mal fla­cher. Je nach­dem, wie die Brü­cke ge­baut ist. Axel Hüt­te hat Kas­ten­brü­cken fo­to­gra­fiert. Je­ne stäh­ler­nen Un­ge­tü­me aus dem 19. Jahr­hun­dert, die bis heu­te Stra­ßen, Schluch­ten oder Flüsse über­spann­ten und mit ih­rer Kon­struk­ti­on von Stre­ben und Dia­go­na­len, von Nie­ten und Trä­ger und Pfos­ten fas­zi­nie­ren – wenn man ge­nau hin­schaut.

Hüt­te hat ge­nau hin­ge­schaut. Es wur­de ei­ne gan­ze Se­rie von Brücken-Bil­dern, Brücken in Frank­reich, in Aus­tra­li­en, in Ita­li­en in Deutsch­land. Be­tont sach­lich sind die­se Bil­der, ganz Düs­sel­dor­fer Schu­le im Sin­ne sei­ner Leh­rer Bernd und Hil­la Be­cher, im­mer oh­ne Per­spek­ti­ve, schein­bar ein­di­men­sio­nal, schein­bar vor al­lem gra­fisch das gan­ze Bild ein­neh­mend, oh­ne Ort und Zeit.

Für den Ort der Brü­cke sind die­se Bil­der ein Stück Hei­mat, das sich im ty­pi­schen Ras­ter der Brü­cke, in der Land­schaft hin­ter den Stre­ben fest- macht. So wie das Bild der Brü­cke von Griet­hau­sen, das im Kle­ver Mu­se­um über 2,50 mal 1,5 Me­ter groß zu se­hen ist. Die Brü­cke und da­zu im glei­chen For­mat, di­rekt da­ne­ben, das Was­ser un­ter die­ser Brü­cke, die sich nur leicht in der Oberf lä­che des Alt­rheins spie­gelt.

„Was wie ei­ne geo­gra­fisch un­spe­zi­fi­sche Sa­che aus­sieht, wird über den Ti­tel des Bil­des to­tal lo­kal“, sagt Su­san­ne Fi­g­ner vom Mu­se­um Kur­haus. Dann wird die in­ter­na­tio­na­le Kunst zum Ab­bild ei­nes Stücks Hei­mat, zur In­ter­pre­ta­ti­on die­ser Hei­mat. Da­zu noch zum sel­te­nen Blick auf das Ob­jekt, denn Hüt­te fo­to­gra­fier­te von ei­nem Hub­stei­ger aus, der par­al­lel zur Brü­cke stand. Auf dem Weg zu Hüt­tes fan­tas­ti­schen Brü­cken­por­trät durch­läuft der Be­su­cher des Mu­se­ums Kur­haus die Kle­ver Hei­mat: Im Kat­ha­ri­na-von-Kle­ve-Saal die Por­träts der schö­nen star­ken Säch­sin, Si­byl­le von Cle­ve, der Her­zö­ge und des Statt­hal­ters Mo­ritz von Nas­sau. Im Saal un­ter Grün­speks Kron­leuch­ter, der Stamm­baum der Kle­ver Gra­fen und Her­zö­ge, dann Beuys Ate­lier und Hüt­tes Brü­cke von Griet­hau­sen.

Ro­man­tisch kommt da­ge­gen die Hei­mat im Kle­ver B.C. Ko­ek­ko­ek- Haus in die gol­de­nen Rah­men von Ko­ek­ko­ek & Co. Erst jüngst konn­te der Freun­des­kreis das Klein­od „Sou­ve­nir de Cle­ve“für die Kle­ver Bür­ger­schaft ge­win­nen. Das Bild zeigt ei­nen un­ver­gleich­lich schö­nen Blick – ein klein biss­chen in künst­le­ri­scher Frei­heit ver­zau­bert – auf die Stadt und ih­re vie­len Tür­me. Zu se- hen sind auch Ko­ek­ko­eks Bild von der al­ten Bu­che vor Schloss Moy­land, die Land­schaf­ten Lies­tes, die klei­nen Jagd­sze­nen von Jo­han­nes Ta­ven­raat.

Bil­der der Land­schaft schuf auch Paul Theis­sen – des­sen Land­schafts-Aqua­rel­le der­zeit in der Aus­stel­lung dort zu se­hen sind.

RP-FO­TOS (2): GOTT­FRIED EVERS

Sach­lich: Hüt­tes Blick durch das Git­ter der Brü­cke von Griet­hau­sen.

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