Er­mitt­lun­gen nach Pe­gi­da-Hass­re­de

Rheinische Post Goch - - VORDERSEITE -

Bach­mann ent­schul­digt sich für KZ-Äu­ße­rung bei Kund­ge­bung in Dres­den.

BERLIN (may-) Nach der Re­de des deutsch-tür­ki­schen Au­tors Akif Pi­rinçci bei der Pe­gi­da-Kund­ge­bung am Mon­tag­abend in Dres­den hat die Staats­an­walt­schaft Er­mitt­lun­gen we­gen des Ver­dachts der Volks­ver­het­zung auf­ge­nom­men. Da­bei geht es um die Äu­ße­rung „Es gä­be na­tür­lich an­de­re Al­ter­na­ti­ven, aber die KZs sind ja lei­der der­zeit au­ßer Be­trieb“. Pe­gi­da-Or­ga­ni­sa­tor Lutz Bach­mann ent­schul­dig­te sich für „die­sen un­mög­li­chen Auf­tritt“und be­reu­te, Pi­rinçci nicht das Mi­kro ab­ge­schal­tet zu ha­ben. Als Kon­se­quenz be­en­de­te die Ver­lags­grup­pe Ran­dom Hou­se den Ver­kauf von Pi­rinçcis Kat­zen­kri­mis.

SPD-Chef Sig­mar Ga­b­ri­el hielt Pe­gi­da vor, der „ver­län­ger­te und sprach­lich bru­ta­li­sie­ren­de Arm der AfD und NPD auf der Stra­ße“zu sein. Am Mon­tag­abend hat­ten sich min­des­tens 15.000 Pe­gi­da-An­hän­ger und ähn­lich vie­le Ge­gen­de­mons­tran­ten zum Jah­res­tag der Pro­tes­te in Dres­den ver­sam­melt.

Hans-Pe­ter Uhl (CSU)

Die ba­den-würt­tem­ber­gi­sche AfD zeig­te „vol­les Ver­ständ­nis“für Pe­gi­da-An­hän­ger. Man brau­che sich „nicht zu wun­dern“, dass die Be­we­gung er­star­ke, wäh­rend sich die Flücht­lings­fra­ge zu­spit­ze. Da­ge­gen for­der­te die Bun­des­re­gie­rung die Be­hör­den zum ent­schlos­se­nen Vor­ge­hen ge­gen Straf­tä­ter auf. Schon zu­vor hat­te sie ei­ne Be­ob­ach­tung von Pe­gi­da durch den Ver­fas­sungs­schutz be­stä­tigt.

Ein Ver­bot von Pe­gi­da lehn­te die Op­po­si­ti­on als über­zo­gen ab. Für Rechts­ex­per­ten der Ko­ali­ti­on kommt auch ei­ne Straf­ver­schär­fung nicht in Be­tracht – al­ler­dings soll­te die Straf­ver­fol­gung frü­her ein­set­zen. Der Volks­ver­het­zungs­pa­ra­graf 130 stel­le „al­le Fall­va­ri­an­ten un­ter Stra­fe“, mein­te CSU-Po­li­ti­ker Hans­Pe­ter Uhl. „Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft müs­sen vor Ort er­mit­teln und kön­nen wäh­rend der lau­fen­den De­mo ein­schrei­ten“, be­ton­te Uhl. Das müs­se nur voll­zo­gen wer­den.

„Die Po­li­zei muss bei lau­fen­der De­mo

ein­schrei­ten“

Rechts­ex­per­te der Uni­on

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