Man­che Ne­ben­jobs ha­ben ein Ge­schmäck­le

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REI­SE­NER

War­um sol­len die Mi­nis­te­ri­al­be­am­ten in NRW nicht zu­sätz­li­ches Geld mit Ne­ben­jobs ver­die­nen? Die re­ge Nach­fra­ge nach ih­rer Ex­per­ti­se spricht ja für sie: Of­fen­bar ist ih­re Qua­li­fi­ka­ti­on ge­schätzt. Trotz­dem hat die An­ge­le­gen­heit ein Ge­schmäck­le. Al­lein der Se­mi­nar-An­bie­ter Tax­news be­schäf­tigt fünf Sach­be­ar­bei­ter, vier Re­fe­ren­ten, ei­nen Be­triebs­prü­fer und ei­nen Re­gio­nal­di­rek­tor aus der NRW-Fi­nanz­ver­wal­tung. Tax­news lebt von Steu­er­spar-Tipps. Die Fi­nanz­ver­wal­tung lebt von Steu­er­ein­nah­men.

Die Mi­nis­te­ri­al­be­am­ten han­deln le­gal. Theo­re­tisch nut­zen sie ihr mi­nis­te­ria­les Wis­sen ja auch nur, um das Licht der ge­set­zes­treu­en Recht­schaf­fen­heit in das Dun­kel der eher ge­winn­ori­en­tier­ten Pri­vat­kund­schaft zu tra­gen. Aber wie rea­lis­tisch ist das? Der In­ter­es­sen­kon­flikt liegt auf der Hand.

Trotz­dem ha­ben die Vor­ge­setz­ten ih­ren Mit­ar­bei­tern im fast zwei­jäh­ri­gen Un­ter­su­chungs­zeit­raum nur ein ein­zi­ges Mal die Ne­ben­job-Ge­neh­mi­gung ver­wei­gert. Nicht im sen­si­blen Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um, son­dern im Kul­tur­mi­nis­te­ri­um. Al­le an­de­ren 1826 Ne­ben­jobs gal­ten als un­be­denk­lich. Das spricht nicht ge­ra­de für ein aus­ge­präg­tes Pro­blem­be­wusst­sein in den Mi­nis­te­ri­en. BERICHT

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