Ein­halt für Hass­red­ner

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON HORST THO­REN

Deutsch­land hat ein neu­es Schimpf­wort: Pe­gi­da. Wer sich mit der rechts­po­pu­lis­ti­schen Pro­test­be­we­gung ge­mein macht, gilt als Stö­ren­fried, Frem­den­has­ser, Brand­stif­ter. Und tat­säch­lich über­schrei­ten die Dresd­ner De­mons­tran­ten nicht nur Gren­zen des An­stands, wenn sie in Spra­che und Auf­tritt Neo-Na­zis nach­ei­fern. Schnell kommt die For­de­rung auf, Po­li­zei und Jus­tiz soll­ten kur­zen Pro­zess ma­chen. Hass­red­ner run­ter von der Büh­ne, ab ins Ge­fäng­nis. Schnell­ge­rich­te, so der Vor­schlag, könn­ten am Tat­ort Haft­be­feh­le er­las­sen. Was die Gut­men­schen ver­ges­sen: De­mo­kra­tie lebt vom Dis­kurs. Die Mei­nungs­frei­heit ist ihr höchs­tes Gut.

Doch auch sie kennt Gren­zen: Wer zu Ge­walt­ta­ten auf­ruft, muss zu Recht Straf­ver­fol­gung fürch­ten. Der Ein­griff in ge­neh­mig­te, ge­walt­freie De­mons­tra­tio­nen aber geht zu weit. Zu­mal wenn aus der Mas­se nur Ein­zel­ne aus­fäl­lig wer­den. Die Li­nie zwi­schen er­laub­ter Po­le­mik und Volks­ver­het­zung ist zu­dem flie­ßend. Rich­tig bleibt: Pe­gi­da be­darf der Kon­trol­le. Straf­ver­stö­ße müs­sen ge­ahn­det wer­den. Falsch wä­re es, die De­bat­te zu un­ter­bin­den. Mag sie noch so an­stö­ßig sein. BERICHT

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