Uni­ons­po­li­ti­ker bla­sen wie­der ei­nen Auf­stand ge­gen Mer­kel ab

Rheinische Post Goch - - POLITIK - VON D. HÜWEL UND G. MAYNTZ

CDU-Lan­des­chef La­schet un­ter­stützt aus­drück­lich die Kanz­le­rin. Die In­nen­po­li­ti­ker wol­len ihr kein Ul­ti­ma­tum zur Flücht­lings­po­li­tik stel­len.

BERLIN/DÜSSELDORF Die Stim­mung ge­gen die Flücht­lings­po­li­tik von CDU-Che­fin und Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel be­fin­det sich in ei­nem stän­di­gen Auf und Ab. Kaum hat­te sich in der Frak­ti­ons­sit­zung ver­gan­ge­ne Wo­che mas­si­ver Wi­der­stand ge­gen Mer­kel for­miert, kün­dig­te der Par­la­ments­kreis Mit­tel­stand ei­nen An­trag zu Grenz­zäu­nen an, wie auch CSU-Po­li­ti­ker Hans-Pe­ter Uhl er- klär­te. Es wer­de ei­nen An­trag der In­nen­po­li­ti­ker ge­ben, Flücht­lin­ge, die un­be­grün­det nach Deutsch­land kom­men, so­fort zu­rück­zu­schi­cken. Bei­des mit Druck auf Mer­kel und Ul­ti­ma­tum-Ef­fekt: für die Frak­ti­ons­sit­zung nächs­te Wo­che. Das ist nun ab­ge­bla­sen. Wie der in­nen­po­li­ti­sche Spre­cher der Uni­ons­frak­ti­on, Ste­phan May­er, im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on ver­si­cher­te, gibt es „de­fi­ni­tiv kei­ne Plä­ne der Uni­ons-In­nen­po­li­ti­ker und auch nicht von mir, ei­nen An­trag für die nächs­te Frak­ti­ons­sit­zung zum The­ma Grenz­schlie­ßun­gen zu er­ar­bei­ten“. Er blei­be aber bei sei­ner Auf­fas­sung, Per­so­nen zu­rück­zu­wei­sen, die aus si­che­ren Her­kunftstaa­ten kom­men oder ih­re Iden­ti­tät nicht preis­ge­ben.

Ei­nen wei­te­ren Vor­stoß star­te­te der kon­ser­va­ti­ve „Ber­li­ner Kreis“in der CDU. Er ver­lang­te zu­sätz­lich ei­ne quan­ti­ta­ti­ve Ober­gren­ze für das Grund­recht auf Asyl und ei­ne Be­schrän­kung beim Fa­mi­li­en­nach- zug. Doch bei der Mer­kel ge­setz­ten Frist wur­de er be­weg­li­cher: „Wenn auch im nächs­ten Jahr mas­sen­wei­se un­ge­hin­dert und un­kon­trol­liert Zu­wan­de­rer in un­ser Land strö­men, über­for­dert dies un­ser Ge­mein­we­sen“, mein­te der „Ber­li­ner Kreis“.

Der Vor­sit­zen­de der NRW-CDU, Ar­min La­schet, hat Mer­kels Flücht­lings­po­li­tik ver­tei­digt. Die EU müs­se ih­re Au­ßen­gren­zen mit­hil­fe der Tür­kei bes­ser schüt­zen und im Ge­gen­zug da­zu bei­tra­gen, dass sich die Ver­sor­gungs­si­tua­ti­on in den Flücht­lings­la­gern ver­bes­se­re, sag­te er in Düsseldorf. Es ha­be kei­nen Sinn, Grenz­zäu­ne zu er­rich­ten, weil sich die Flücht­lin­ge dann an­de­re We­ge such­ten. so La­schet, der auch Bun­des-Vi­ze der CDU ist. Er for­der­te die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung auf, das eins zu eins um­zu­set­zen, was in Berlin be­schlos­sen wor­den sei. Heu­te wol­len die kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de mit den SPD-Ministern Ralf Jä­ger (In­nen) und Nor­bert Wal- ter-Bor­jans (Fi­nan­zen) dar­über ver­han­deln, wel­chen Be­trag die Städ­te künf­tig vom Land für die Be­treu­ung der Flücht­lin­ge er­hal­ten. Am Frei­tag fin­det ein wei­te­rer „Gip­fel“mit Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) in der Staats­kanz­lei statt.

Laut For­sa-Um­fra­ge kommt die Uni­on nur noch auf 37 Pro­zent. Die AfD stieg auf 7,5, die SPD auf 25. Die Grü­nen san­ken auf 9,5 Pro­zent, die FDP wä­re mit fünf Pro­zent wie­der im Bun­des­tag.

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