We­gen Flücht­ling­s­cha­os will Slo­we­ni­en Mi­li­tär ein­set­zen

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

LJUBLJA­NA (RP) Nach ei­ner stun­den­lan­gen nächt­li­chen Kri­sen­sit­zung hat die slo­we­ni­sche Re­gie­rung be­schlos­sen, in gro­ßem Stil Mi­li­tär an den Gren­zen ein­zu­set­zen, um des Flücht­lings­stroms Herr zu wer­den. Das Par­la­ment wer­de sich mit ei­ner ent­spre­chen­den Ge­set­zes­vor­la­ge be­schäf­ti­gen, für de­ren An­nah­me ei­ne Zwei­drit­tel­mehr­heit er­for­der­lich sei, be­rich­te­ten meh­re­re Me­di­en. Wel­che Auf­ga­ben das Mi­li­tär über­neh­men soll, blieb of­fen. Es ge­he um „zu­sätz­li­che Auf­ga­ben“zur Un­ter­stüt­zung der Po­li­zei „bei der Kon­trol­le und dem Schutz der na­tio­na­len Gren­zen und der Auf­recht­er­hal­tung der Ord­nung“, hieß es in ei­ner Re­gie­rungs­mit­tei­lung.

Ob­wohl Slo­we­ni­en pro Tag nur 2500 Flücht­lin­ge auf­neh­men, re­gis­trie­ren und nach Ös­ter­reich wei­ter- lei­ten kön­ne, sei­en es al­lein am Mon­tag rund 8000 ge­we­sen. Die Re­gie­rung ap­pel­lier­te an die EU, bei der Be­wäl­ti­gung der Kri­se zu hel­fen. „Es ist ganz und gar un­rea­lis­tisch, dass ein Zwei-Mil­lio­nen-Land die La­ge stop­pen, or­ga­ni­sie­ren und lö­sen kann“, wäh­rend es „viel grö­ße­re Mit­glie­der nicht ge­schafft ha­ben“, heißt es in der Mit­tei­lung. Zu­dem warf Slo­we­ni­en dem Nach­bar­land Kroa­ti­en vor, Flücht­lin­ge un­kon­trol­liert die Gren­ze pas­sie­ren zu las­sen.

Für die Mi­gran­ten ist die Flucht über den Bal­kan der­zeit ei­ne Stra­pa­ze: Stür­me, Dau­er­re­gen und nächt­li­che Tem­pe­ra­tu­ren na­he dem Ge­frier­punkt er­schwe­ren seit Ta­gen die Wei­ter­rei­se. Me­l­i­ta Sun­jic, Spre­che­rin des UN-Flücht­lings­hilfs­werks, be­zeich­ne­te die La­ge zu­letzt als „Vor­hof zur Höl­le“.

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