BGH stärkt Kun­den mit EC-Kar­te

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

Kun­den, die ih­re EC-Kar­te ver­lo­ren ha­ben, müs­sen nicht zah­len.

KARLS­RU­HE (rtr/dpa) Bank­kun­den dür­fen beim Ver­lust oder Dieb­stahl ih­rer Gi­ro­kar­te in der Re­gel nicht für die neue Kar­te zur Kas­se ge­be­ten wer­den. Der Bun­des­ge­richts­hof in Karls­ru­he gab da­mit ei­ner Kla­ge des Bun­des­ver­ban­des der Ver­brau­cher­zen­tra­len ge­gen die Deut­sche Post­bank statt. Die Rich­ter er­klär­ten ei­ne Ver­trags­klau­sel der Deut­schen Post­bank für un­wirk­sam, weil sie zu­las­ten der Ver­brau­cher ge­gen gel­ten­des Recht ver­sto­ße.

Der 11. Zi­vil­se­nat des Bun­des­ge­richts­ho­fes ent­schied, dass das Fi­nanz­in­sti­tut für die Er­satz­kar­te nichts be­rech­nen darf, wenn die al­te Bank­kar­te ge­sperrt wird und des­halb ei­ne neue aus­ge­stellt wer­den muss. Aus Si­cher­heits­grün­den wird ei­ne Kar­te ge­sperrt, wenn die­se ge­stoh­len wur­de oder ver­lo­ren ge­gan­gen ist. Die Deut­sche Post­bank hat­te nach ei­ner Klau­sel in ih­ren Ge­schäfts­be­din­gun­gen in die­sen Fäl­len 15 Eu­ro ver­langt, wenn die Aus- stel­lung der Er­satz­kar­te „ih­re Ur­sa­che nicht im Ver­ant­wor­tungs­be­reich der Bank hat“. Das be­nach­tei­li­ge die Kun­den un­an­ge­mes­sen, ur­teil­ten die Karls­ru­her Rich­ter. Sie er­klär­ten, die Bank wäl­ze da­mit „Auf­wand zur Er­fül­lung ei­ge­ner Pflich­ten auf ih­re Kun­den ab“.

BGH-Rich­ter

Da­mit hat­te der Bun­des­ver­band Ver­brau­cher­zen­tra­len mit sei­ner Re­vi­si­on in Karls­ru­he Er­folg. Die Ver­brau­cher­schüt­zer wa­ren nach Karls­ru­he ge­gan­gen, um ein Grund­satz­ur­teil zu er­kämp­fen. Die Vor­in­stan­zen, Land­ge­richt und Ober­lan­des­ge­richt Köln, hat­ten die Preis­klau­sel in den Post­bank-Ver­trä­gen noch ge­bil­ligt. Das Ober­lan­des­ge­richt Köln er­klär­te in sei­nem Ur­teil, es han­de­le sich da­bei um ei­ne „Son­der­leis­tung“. Die Bank ha­be ih­re Pflicht ge­gen­über dem Kun­den be­reits mit der Aus­hän­di­gung der Erst­kar­te er­füllt.

Die­se Ur­tei­le hob der Bun­des­ge­richt­hof jetzt auf. Im Fall ei­ner Sper­re sei das Aus­stel­len der dann not­wen­di­gen Er­satz­kar­te näm­lich ei­ne Ne­ben­pflicht des Ver­tra­ges zwi­schen Kun­de und Bank und da­mit nicht kos­ten­pflich­tig. In wel­chen Fäl­len die Ban­ken Ex­tra­kos­ten ver­lan­gen dürf­ten, sag­te das Ge­richt aber nicht.

Der Post­bank-An­walt for­der­te ei­ne „ver­nünf­ti­ge Aus­le­gung“der Klau­sel und be­ton­te, die Geld­häu­ser dürf­ten nach sei­ner Ein­schät­zung in be­stimm­ten Fäl­len auch künf­tig ei­ne Ge­bühr für ei­ne Er­satz-Bank­kar­te er­he­ben – et­wa, wenn der Kar­ten­in­ha­ber nach der Hoch­zeit sei­nen Na­men än­dert.

„Die Bank wälzt Auf­wand zur Er­fül­lung ei­ge­ner Pflich­ten auf

ih­re Kun­den ab“

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