Kat­zen kön­nen auch oh­ne Mensch – Hun­de nicht

Rheinische Post Goch - - WISSEN - VON JÖRG ZITT­LAU

Je­weils zehn Mil­lio­nen Kat­zen und Hun­de le­ben in deut­schen Haus­hal­ten. Bei­de sind schon lan­ge die Be­glei­ter des Men­schen, was sich stark auf ih­re Ent­wick­lung nie­der­ge­schla­gen hat. Doch un­ter­schied­lich, wie jetzt Stu­di­en be­le­gen. Dem­nach wür­de die Kat­ze heu­te wie vor 5000 Jah­ren oh­ne den Men­schen klar­kom­men, wäh­rend der Hund durch sei­ne Ab­hän­gig­keit von Herr­chen und Frau­chen viel vom ur­sprüng­li­chen Scharf­sinn ver­lo­ren hat. Dass der Hund ein Men­schen­ken­ner ist, zeigt er im­mer wie­der. Denn er folgt un­se­ren Bli­cken und un­se­rer Ges­tik, ver­steht un­se­re Stimm­la­gen. Doch wie jetzt US-Ver­hal­tens­for­scher er­mit­telt ha­ben, hat er da­für in der In­tel­li­genz De­fi­zi­te ent­wi­ckelt.

Das Team un­ter Mo­ni­que Udell von der Ore­gon Sta­te Uni­ver­si­ty tes­te­te, wie gut Wöl­fe und Hun­de ei­ne kniff­li­ge Auf­ga­be lö­sen kön­nen. Man leg­te – so dass es die Tie­re se­hen konn­ten – ein Stück Wurst in ei­ne durch­sich­ti­ge Plas­tik­box, de­ren De­ckel sich nur mit ei­nem dar­an be­fes­tig­ten Seil ab­zie­hen ließ. Für acht der zehn Wöl­fe war die­se Auf­ga­be kein Pro­blem, sie zerr­ten und bis­sen so lan­ge an der Box her­um, bis sie ih­ren ku­li­na­ri­schen In­halt frei­gab. Von den Haus­hun­den hin­ge­gen schaff­te das kei­ner. Sie ver­brach­ten statt­des­sen „deut­lich mehr Zeit da­mit, den im Raum an­we­sen­den Men­schen an­zu­star­ren. Nach dem Mus­ter: Hilf mir, das machst du doch sonst auch!

Selbst als der Mensch ih­nen zu ver­ste­hen gab, dass sie ihr Pro­blem al­lein lö­sen soll­ten, be­schäf­tig­ten sich die Hun­de nur un­we­sent­lich län­ger mit der Box. Ge­ra­de mal ei­ner von zehn schaff­te es, den De­ckel ab­zu­zie­hen. Nur bei Hun­den aus dem Tier­heim wa­ren es vier von zehn, was im­mer noch deut­lich un­ter der Wolfs­quo­te liegt. Kat­zen hin­ge­gen ist der Mensch laut ei­ner eng­li­schen Stu­die egal. Die For­scher um Da­ni­el Mills von der Uni of Lin­coln fan­den kei­ne Hin­wei­se dar­auf, dass die Kat­zen ih­ren Hal­ter ver­mis­sen wür­den.

FO­TO: DPA

Hun­de mö­gen Hil­fe.

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