Vier Mil­lio­nen Eu­ro in Uro­lo­gie in­ves­tiert

Rheinische Post Goch - - LOKALE WIRTSCHAFT - VON MAT­THI­AS GRASS

Die Uro­lo­gi­sche Kli­nik im St. An­to­ni­us Kran­ken­haus Kle­ve, das zur Ka­tho­li­schen Karl Leis­ner Kli­nik ge­hört, wur­de er­neu­ert. Die Räu­me wur­den um­ge­baut und die kom­plet­te Tech­nik ge­gen mo­der­ne Ge­rä­te aus­ge­tauscht.

KLE­VE Der „sta­tio­nä­re St­ein­lit­hotrip­ter“ist der Stolz der Sta­ti­on. Was klingt, wie ein Flug­ge­rät aus ei­nem Sci­ence-Fic­tion-Film ist ein Ro­bo­ter im Di­ens­te der Me­di­zin und die neus­te Er­run­gen­schaft der Uro­lo­gi­schen Kli­nik im St. An­to­ni­us Kran­ken­haus in Kle­ve der Ka­tho­li­schen Karl-Leis­ner-Kli­nik im Kreis Kle­ve. Das Ge­rät kann be­rüh­rungs­frei ge­zielt Nie­ren- und Harn­stei­ne von Au­ßen zer­trüm­mern und zugleich auch noch en­do­sko­pisch ope­rie­ren. Ge­steu­ert wird das Mon­strum mit

„Für die Pa­ti­en­ten ver­bes­sert das die Be­hand­lung um ein Viel­fa­ches“

Dr. Klaus-Die­ter Fluch

Chef­arzt Uro­lo­gie

Lie­ge von ei­nem Joy-Stick, er­klärt Dr. Klaus-Die­ter Fluch, Chef­arzt der Uro­lo­gie in Kle­ve.

Auf vier Bild­schir­men kann der Pro­zess be­ob­ach­tet wer­den, der Arzt sieht nicht nur den St­ein, son­dern über ei­ne Ka­me­ra im „Lit­hotrip­ter“auch, ob die Wel­len rich­tig auf den Kör­per tref­fen. „Das ist ei­ne deut­li­che Wei­ter­ent­wick­lung bis­he­ri­ger Ge­rä­te“, sagt Fluch. Da­mit sei man in der La­ge, wie­der mehr St­ei­ne be­rüh­rungs­frei zu zer­stör­ten, an­statt sie ope­rie­ren zu müs­sen. „Für uns und die Pa­ti­en­ten ver­ein­facht und ver­bes­sert das die Be­hand­lung um ein Viel­fa­ches“, sagt Fluch. Das neue Ge­rät sei ein Al­lein­stel­lungs­merk­mal – bis­her sei­en deutsch­land­weit nur we­ni­ge der hoch­mo­der­nen Ge­rä­te in Be­trieb.

Der Chef­arzt ist aber nicht nur stolz auf sei­nen neu­en St­ein­zer­stö­rer: Ein Jahr lang wur­de die Uro­lo­gi­sche Kli­nik um­ge­baut und be­kam ei­ne kom­plett neue tech­ni­sche Aus- stat­tung. Al­le Ge­rä­te auf den neu­es­ten Stand me­di­zi­ni­scher Tech­nik. Ne­ben dem Lit­hotrip­ter ist Fluchs wei­te­rer Lieb­ling ein neu­er, voll di­gi­ta­li­sier­ter ur­o­dy­na­mi­scher Mess­platz, der die Be­hand­lungs­mög­lich­kei­ten männ­li­cher und weib­li­cher Harn­in­kon­ti­nenz so­wie Bla­sen­ent­lee­rungs­stö­run­gen er­heb­lich ver­bes­se­re, sagt der Chef­arzt. Hin­zu kom­me ei­ne neue Ul­tra­schall-Ein­heit, die Auf­nah­men in bis­her nicht ge­kann­ter Qua­li­tät und Auf­lö­sung lie­fe­re – auch für die Pa­ten­ten der Am­bu­lanz, sagt Fluch. Das Ge­rät las­se so­gar drei­di­men­sio­na­le Auf­nah­men zu.

Mit der neu­en Aus­stat­tung ste­he die Uro­lo­gie im Kle­ver Kran­ken­haus am un­te­ren Nie­der­rhein kon­kur­renz­los da. „Wenn sie ähn­li­che Qua­li­tät fin­den wol­len, müs­sen sie schon weit ins Ruhr­ge­biet oder nach Düsseldorf fah­ren“, sagt Fluch. Doch nicht nur die Tech­nik stimmt. Das zei­ge die Ent­wick­lung der Be­hand­lungs­zah­len in der Kle­ver Uro­lo­gie, die in zehn Jah­ren von 800 auf 2.300 sta­tio­nä­re und 3.500 am­bu­lan­te Pa­ti­en­ten ge­wach­sen ist, so Dr. Pe­ter En­ders, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Ka­tho­li­schen Karl-Leis­ner-Kli­nik.

Hier zie­he man sicht­lich auch Pa­ti­en­ten über den Ein­zugs­be­reich des St.-An­to­ni­us-Ho­s­pi­tals, dem Kreis Kle­ve, hin­aus an. Die Ten­denz sei hier stei­gend. Zehn Ärz­te, da­von fünf Fach­ärz­te, und 40 Mit­ar­bei­ter aus Pfle­ge und Ver­wal­tung si­chern die­se ho­hen me­di­zi­ni­schen Stan­dards, prei­sen Fluch und En­ders ih­re Kli­nik. Der Chef­arzt warnt da­vor, sich zu sehr auf Tu­mor- und Krebs­pa­ti­en­ten zu kon­zen­trie­ren, die nur rund ein Drit­tel der zu be­han­deln­den Fäl­le aus­macht. „Wir müs­sen auf al­len Ge­bie­ten gut sein“, sagt er.

Die Uro­lo­gie hat ei­nen ei­ge­nen Ein­gang links hin­un­ter ne­ben dem Hau­t­ein­gang des Kle­ver Kran­ken­hau­ses be­kom­men. Er liegt jetzt auf Hö­he der Kin­der­kli­nik. Vier Mil­lio­nen Eu­ro hat En­ders in Aus­stat­tung und Um­bau in­ves­tiert. Klar ge­trennt liegt die Am­bu­lanz gleich hin­ter dem Ein­gang und die Ope­ra­ti­ons­sä­le fol­gen hin­ter der au­to­ma­tisch schlie­ßen­den Tür. „Wir ver­bes­sern mit dem Um­bau und der neu­en Aus­stat­tung die uro­lo­gi­sche Ver­sor­gung deut­lich“, sagt En­ders.

Der Am­bu­lanz fol­gen jetzt über 500 Qua­drat­me­ter zwei neue en­do­sko­pi­sche Ope­ra­ti­ons­sä­le und vier neue Be­hand­lungs­räu­me. „Der in­te­grier­te Am­bu­lanz- und Sprech­stun­den­be­reich ist groß­zü­gig und mo­dern ge­stal­tet, der neue Zu­gang ist eben­er­dig und bar­rie­re­frei – un­ab­hän­gig vom Haupt­ein­gang des Kran­ken­hau­ses“, sagt En­ders. Letzt­lich wur­de die kom­plet­te Kli­nik im Sou­ter­rain neu ge­stal­tet – bis hin zu den Toi­let­ten.

Das Gan­ze sei ei­ne In­ves­ti­ti­on in die Zu­kunft, die im Rah­men der kom­plet­ten Mo­der­ni­sie­rung des Kle­ver Kran­ken­hau­ses und den Neu­bau des Bet­ten­hau­ses zu se­hen sei. Die Uro­lo­gi­sche Kli­nik ver­fügt über 41 Bet­ten. Mit die­ser neu­en Kli­nik und dem noch lau­fen­den Aus­bau der Bet­ten­häu­ser wird Pe­ter En­ders nach Ab­schluss al­ler Bau­ar­bei­ten das Kle­ver Kran­ken­haus ins 21. Jahr­hun­dert ge­führt ha­ben.

RP-FO­TO: GOTT­FRIED EVERS

Haupt­ge­schäfts­füh­rer Pe­ter En­ders und Chef­arzt Klaus-Die­ter Fluch sind von neu­er Tech­nik be­geis­tert.

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