Bla­ma­ge für Mer­ce­des: der Elch­test

Rheinische Post Goch - - UNTERHALTUNG -

Der Fahr­dy­na­mik-Test der Fir­ma Mer­ce­des hat­te in Deutsch­land bis­lang eher mä­ßi­ges In­ter­es­se ge­weckt. Erst nach dem 21. Ok­to­ber 1997 ge­riet die­ser Fahr­zeug­test in die Schlag­zei­len. Deut­sche Jour­na­lis­ten fan­den schnell ei­nen Spitz­na­men für das Test­ver­fah­ren, das meist in Schwe­den durch­ge­führt wur­de: Elch­test. In Schwe­den heißt er Kin­der­test, denn un­ter an­de­rem soll un­ter­sucht wer­den, ob plötz­lich auf die Stra­ße lau­fen­den Kin­dern schnell aus­ge­wi­chen wer­den kann. Zu die­sem Zweck fuhr der schwe­di­sche Au­to­tes­ter und Jour­na­list Ro­bert Col­lin am 21. Ok­to­ber 1997 mit et­wa 60 km/h auf ein Hin­der­nis zu, lenk­te dann plötz­lich nach links und schließ­lich nach rechts. Der Wa­gen kipp­te um und blieb schließ­lich auf dem Dach lie­gen. Col­lin, da­mals stell­ver­tre­ten­der Chef­re­dak­teur der schwe­di­schen Zeit­schrift „Te­kni­kens Värld“, for­der­te, die Aus­lie­fe­rung des Mer­ce­des A-Klas­se zu stop­pen. Für Mer­ce­des wa­ren die Nach­rich­ten, die auch in Deutsch­land bald die Ti­tel­sei­ten schmück­ten, ei­ne Bla­ma­ge. Im Vor­jahr war mas­siv für den neu­en Kom­pakt­wa­gen ge­wor­ben wor­den, der es auch auf­grund sei­ner an­geb­lich hö­he­ren Si­cher­heit mit der Kon­kur­renz auf­neh­men soll­te. Das Un­ter­neh­men ließ das Mo­dell über­ar­bei­ten und stopp­te tat­säch­lich für ei­ni­ge Mo­na­te den Ver­kauf. Künf­tig wur­de se­ri­en­mä­ßig das Elek­tro­ni­sche Sta­bi­li­täts­pro­gramm ESP ein­ge­baut – zum ers­ten Mal in ei­nem Fahr­zeug, das nicht zur Lu­xus­klas­se ge­hör­te.

TEXT: JENI / FO­TO: DPA

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