Te­le­kom-Kun­den Op­fer von Be­trug bei On­li­ne-Ban­king

Rheinische Post Goch - - VORDERSEITE -

Der ers­te As­te­rix er­schien 1959, al­so ein paar Jah­re vor mei­ner Ge­burt. Wer schon so an­hebt und den Be­ginn sei­nes Le­bens mit ei­ner Co­mic­fi­gur ab­gleicht, wird nix Kri­ti­sches zu Pa­pier brin­gen kön­nen. Und wol­len. Wie das so ist bei Lie­bes­er­klä­run­gen. Mit As­te­rix ha­ben wir Ge­schich­te, ein biss­chen Latein und die Fran­zo­sen lie­ben ge­lernt. Mit As­te­rix sind wir groß und alt ge­wor­den, man­che dick, an­de­re kahl. Der Gal­li­er aber ist im­mer der Al­te ge­blie­ben. Wie im Üb­ri­gen auch sei­ne rö­mi­schen Geg­ner. Das macht die Welt zeit­los, über­schau­bar und am En­de heil. We­nigs­tens bei ihm.

Vi­el­leicht hat es uns auch nur ge­reizt, un­be­sieg­bar zu sein. Nicht wie Su­per­man, nur manch­mal und für kur­ze Zeit. Dem Im­pe­ri­um re­bel­lisch die Stirn zu bie­ten, das hat was. Oder mit Kum­pel Obe­lix durch dick und dünn zu ge­hen, ei­ne un­schlag­ba­re Freund­schaft, auch wenn das sei­nen Preis zu ha­ben scheint: Der BONN (dpa) Mo­bil­funk-Kun­den der Deut­schen Te­le­kom sind Op­fer ei­ner Be­trugs­se­rie beim On­li­ne-Ban­king ge­wor­den. Die Te­le­kom hat ei­nen ent­spre­chen­den Be­richt der „Süd­deut­schen Zei­tung“be­stä­tigt. Al­ler­dings wur­de auch min­des­tens ein Kun­de von Te­le­fó­ni­ca/E-Plus ge­schä­digt. Be­trof­fen sind meh­re­re Dut­zend Kun­den ver­schie­de­ner Ban­ken, die sich die Trans­ak­ti­ons­num­mern für Bank­ge­schäf­te per SMS auf ihr Han­dy mit Te­le­komVer­trag ha­ben schi­cken las­sen. Die­ses so­ge­nann­te M-Tan-Ver­fah­ren ist seit Jah­ren ver­brei­tet und soll­te ei­gent­lich die Si­cher­heit er­hö­hen. Der Scha­den wird auf mehr als ei­ne Mil­li­on Eu­ro ge­schätzt. klei­ne Gal­li­er ist bis heu­te le­dig ge­blie­ben. Man kann nicht al­les ha­ben. Nur ein ein­zi­ges Mal ließ sich der Un­beug­sa­me beu­gen. Der ur­al­te Uder­zo hat ihn An­fang des Jah­res so ge­malt: In ge­beug­ter Hal­tung er­wies der Held oh­ne Helm den ge­tö­te­ten Zeich­nern von „Char­lie Heb­do“sei­ne Re­ve­renz.

As­te­rix ver­bin­det: Wenn ich heu­te auf ei­ner Par­ty mit dem lin­gu­is­tisch zwei­fel­haf­ten Satz „Eno’m vie­le ‘öme’!“auf­war­te und dann vom Ge­gen­über zu hö­ren be­kom­me: „Das Mee’ ist nu’ so be­deckt von ‘öme’n!“- dann weiß ich, dass das kein ganz so schlech­ter Abend wer­den kann.

Jetzt tö­nen die Au­gu­ren wie­der groß: As­te­rix ist wie­der da! Welch un­ge­nü­gen­de Weis­sa­gung zum neu­en, 36. Band! Weil As­te­rix nie wirk­lich fort ge­we­sen ist. Mit ihm be­fin­den wir uns wie­der ein­mal, ja doch, im Jah­re 50 vor Chris­tus . . . Der Rest ist Ge­schich­te. Auch un­se­re.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.