Bür­ger­meis­ter wi­der­spre­chen Mer­kel

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON HORST THO­REN

Die Stim­mung kippt. Jetzt lau­fen auch die Bür­ger­meis­ter Sturm ge­gen die Flücht­lings­po­li­tik der Kanz­le­rin. Mer­kels „Das schaf­fen wir“set­zen sie ein „Mehr geht nicht“ent­ge­gen. Ihr For­de­rungs­ka­ta­log ist ein Do­ku­ment der Er­schöp­fung. Tat­säch­lich fehlt es in­zwi­schen an al­lem: an Un­ter­künf­ten, Bet­ten, De­cken – manch­mal auch an Hilfs­be­reit­schaft. Die Lö­sungs­vor­schlä­ge le­sen sich wie ein Hand­buch zur Grenz­si­che­rung. Zwar for­dert nie­mand ei­ne Mau­er, wohl aber soll al­les ge­tan wer­den, die Flücht­lin­ge drau­ßen zu hal­ten. Sie sol­len of­fen­bar blei­ben, wo der Pfef­fer wächst – am bes­ten im Her­kunfts­land, not­falls in Dritt­staa­ten wie der Tür­kei, wie Grie­chen­land oder Ita­li­en.

Die nicht nur ge­fühl­te Über­for­de­rung hat ei­nen rea­len Hin­ter­grund. Un­se­re Bü­ro­kra­tie ist auf Not­si­tua­tio­nen nicht ein­ge­rich­tet. Es feh­len Kri­sen­ma­na­ger und Kon­zep­te. Des­halb ist die For­de­rung nach ei­ner vom Bund or­ga­ni­sier­ten Flücht­lings­auf­nah­me nach­voll­zieh­bar. Ver­ständ­lich auch, dass die Bür­ger­meis­ter mit ei­nem Ein­wan­de­rungs­ge­setz re­geln wol­len, wer will­kom­men ist. Bei all ih­rer Sor­ge ver­ges­sen sie aber, dass der Zustrom auch Chan­cen birgt. In­te­gra­ti­on ist ei­ne Her­aus­for­de­rung, die nur vor Ort be­wäl­tigt wer­den kann. Am bes­ten von Mensch zu Mensch. BE­RICHT

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