Post plant stärks­te Por­to-An­he­bung seit 26 Jah­ren

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

Der Stan­dard­brief soll ab Ja­nu­ar 70 Cent kos­ten, das Ein­schrei­ben 2,50 Eu­ro. Der Post winkt ein Ge­winn­sprung.

DÜSSELDORF (rtr) Die Deut­sche Post will das Brief­por­to so deut­lich er­hö­hen wie seit fast 30 Jah­ren nicht mehr. Beim Stan­dard­brief soll das Por­to zum Jah­res­wech­sel von 62 auf 70 Cent stei­gen. Die­ser Preis­schritt soll bis 2018 gel­ten. Zu­letzt hat­te der da­ma­li­ge Staats­mo­no­po­list 1989 noch hef­ti­ger an der Preis­schrau­be ge­dreht: Da­mals stieg das Por­to von 80 Pfen­nig auf ei­ne Mark. Auch bei an­de­ren Pro­duk­ten will die Post die Ver­brau­cher stär­ker zur Kas­se bit­ten: Das Ein­schrei­ben soll ab Ja­nu­ar 2,50 Eu­ro (bis­her 2,15 Eu­ro) kos­ten. Für Post­kar­ten ins Aus­land wer­den 90 statt wie bis­her 80 Cent fäl­lig.

Die Bun­des­netz­agen­tur muss die Plä­ne noch end­gül­tig ge­neh­mi­gen, weil die Deut­sche Post auf dem Brief­markt noch im­mer ei­ne be­herr­schen­de Stel­lung ein­nimmt. Der Bon­ner Kon­zern ist das ein­zi­ge Un­ter­neh­men in Deutsch­land, das die Ver­sor­gung der Be­völ­ke­rung mit Brie­fen bun­des­weit si­cher­stellt. Kon­kur­ren­ten kon­zen­trie­ren sich vor al­lem auf das lu­kra­ti­ve Ge­schäft in Bal­lungs­räu­men und mit Fir­men­kun­den. Die Netz­agen­tur hat der Post be­reits si­gna­li­siert, dass sie im kom­men­den Jahr das Por­to deut­lich an­he­ben kann.

Die Post kämpft seit Jah­ren im Brief­ge­schäft nicht nur mit Wett­be­wer­bern, son­dern auch mit der wach­sen­den Kon­kur­renz durch die E-Mail. An­de­rer­seits ist das In­ter­net für den Kon­zern ein Se­gen: Im­mer mehr Ver­brau­cher be­stel­len Gü­ter bei On­li­ne-Händ­lern, die Post lie­fert die Pa­ke­te dann aus.

Hö­he­res Por­to schlägt auf die Ge­win­ne des Kon­zerns durch. Ana­lys- ten der DZ Bank hat­ten et­wa in der Ver­gan­gen­heit vor­ge­rech­net, dass ei­ne Preis­er­hö­hung beim Stan­dard­brief um zwei Cent den Ge­winn um rund 50 Mil­lio­nen Eu­ro er­hö­hen könn­te. Nun steigt der Preis um acht Cent. Ent­spre­chend win­ken dem Kon­zern et­wa 200 Mil­lio­nen Eu­ro zu­sätz­li­cher Er­trag. Al­ler­dings stei­gen durch den letz­ten Ta­rif­ab­schluss auch die Kos­ten.

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