Die­sel-Skan­dal: VW muss auch Mo­tor­tech­nik er­neu­ern

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

WOLFSBURG (dpa/rtr) Im Volks­wa­gen-Ab­gas­skan­dal muss der Kon­zern bei drei Mil­lio­nen Mo­to­ren ne­ben der Soft­ware auch Mo­tor­tech­nik er­neu­ern. Die­se Zahl an 1,6-Li­ter-Mo­to­ren sei von dem Rück­ruf be­trof­fen, sag­te ein VW-Spre­cher ges­tern Abend und be­stä­tig­te da­mit ei­nen Vor­ab­be­richt des „Han­dels­blatt“. VW hat­te be­reits er­klärt, bei grö­ße­ren und klei­ne­ren Mo­to­ren ge­nü­ge ein Soft­ware-Up­date. Bei den 1,6-Li­ter-Mo­to­ren müs­se da­ge­gen auch die Tech­nik an­ge­passt wer­den. Die­se mo­tor­tech­ni­sche An­pas­sung ist laut Volks­wa­gen nicht vor Sep­tem­ber 2016 zu er­war­ten. Der Rück­ruf soll An­fang 2016 be­gin­nen. Der Spre­cher er­gänz­te, ins­ge­samt sei­en in Eu­ro­pa acht Mil­lio­nen Au­tos mit Eu­ro-5-Mo­to­ren von dem Rück­ruf be­trof­fen.

Sei­nen eu­ro­päi­schen Ver­trags­part­nern hat der Kon­zern un­ter­des­sen un­ter­sagt, Be­stands­fahr­zeu­ge, die von der Die­sel­af­fä­re be­trof­fen sind, zu ver­kau­fen. Der Ver­kaufs­stopp gilt für al­le Neu­wa­gen mit dem Mo­tor EA 189 oh­ne Erst­zu­las- sung, die im Han­del auf La­ger ste­hen. Nach An­ga­ben des Kon­zern­be­triebs­rats­chefs Bernd Os­ter­loh hat der Ab­gas-Skan­dal in der ers­ten Ok­to­ber-Hälf­te noch nicht auf die Ver­käu­fe durch­ge­schla­gen. „Es gibt noch kei­ne An­zei­chen da­für“, sag­te Os­ter­loh. Er be­ton­te aber, es sei noch zu früh für ei­ne Ent­war­nung bei den Jobs. VW-Chef Mat­thi­as Müller be­ton­te: „Im Mo­ment ha­ben wir kei­nen An­lass, über Kurz­ar­beit auch nur nach­zu­den­ken.“

Är­ger gibt es auch in der Lan­des­re­gie­rung. Dort ver­wand ei­ne Ak­te über VW. Auf­grund ei­ner Straf­an­zei­ge der Lan­des­re­gie­rung er­mit­telt die Staats­an­walt­schaft Han­no­ver we­gen mög­li­chen Dieb­stahls. „Wir ha­ben ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren zu­nächst ge­gen Un­be­kannt we­gen des Ver­dachts auf Dieb­stahl ein­ge­lei­tet“, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Staats­an­walt­schaft. Ob die Hand­ak­te am En­de ge­stoh­len, ver­legt oder ver­se­hent­lich in den Müll ge­wor­fen wur­de, ist of­fen. In der Staats­kanz­lei wird der Dieb­stahl „als na­he­lie­gends­te Va­ri­an­te“ver­mu­tet.

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