Ver­hand­lun­gen der kran­ken Kas­sen

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT - VON FLO­RI­AN RINKE

Bar­mer GEK und Deut­sche BKK prü­fen ei­ne Fu­si­on. Ers­te­re re­agier­te zu­letzt auf ho­he Ver­lus­te mit Fi­li­al­schlie­ßun­gen, bei Letz­te­rer droht an­geb­lich ein star­ker An­stieg des Zu­satz­bei­tra­ges. Der Zu­sam­men­schluss könn­te ein Aus­weg sein.

DÜSSELDORF So ist das, wenn sich ei­ne Be­zie­hung an­bahnt: Man spricht mit­ein­an­der, lernt sich ken­nen – und stellt sich ir­gend­wann die Fra­ge, ob es Lie­be ist. Reicht es für ei­ne Be­zie­hung? Für ein In­ter­mez­zo? Oder ist der Ge­gen­über am En­de we­ni­ger reiz­voll als an­fangs ver­mu­tet? Und dann gibt es na­tür­lich noch den ra­tio­na­len An­satz: Ei­gent­lich nicht so toll, aber bes­ser als nichts. So ist das eben bei der Part­ner­wahl, da un­ter­schei­den sich Men­schen ei­gent­lich kaum von Un­ter­neh­men.

Auch die Kran­ken­kas­sen Bar­mer GEK und Deut­sche BKK ste­hen mo­men­tan vor die­ser Ent­schei­dung. Mor­gen kommt es an­geb­lich zu ei­nem Da­te der Ver­wal­tungs­rä­te, vor­her will man sich lie­ber nicht fest­le­gen: Der Aus­tausch sei noch „un­ver­bind­lich“, heißt es bei der Deut­schen BKK, der größ­ten Be­triebs­kran­ken­kas­se des Lan­des. Noch sei al­les „voll­kom­men of­fen“, sagt ein Spre­cher der Bar­mer GEK, der zweit­größ­ten Kran­ken­kas­se.

Er gibt al­ler­dings zu, dass ei­ni­ge Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten der Deut­schen BKK durch­aus An­zie­hungs­kraft be­sä­ßen. So ist die Be­triebs­kran­ken­kas­se, die ur­sprüng­lich aus ei­nem Zu­sam­men­schluss der Be­triebs­kran­ken­kas­sen von Post, Te­le­kom und Volks­wa­gen her­vor­ging, tra­di­tio­nell stär­ker in den Un­ter­neh­men ver­an­kert. „Ei­ne Ko­ope­ra­ti­on hät­te na­tür­lich den Charme, dass sich vie­le Tü­ren für uns öff­nen wür­den“, sagt der Bar­mer-Spre­cher. Mög­lich sei aber auch, dass man nicht fu­sio­nie­re und le­dig­lich beim be­trieb­li­chen Ge­sund­heits­ma­nage­ment mit­ein­an­der ko­ope­rie­re. Das Prä­ven­tiv­ge­setz ver­pflich­tet die Kran­ken­kas­sen, in die­sem Be­reich zu in­ves­tie­ren. „Die Stär­ke der Deut­schen BKK im be­trieb­li­chen Ge­sund­heits­ma­nage­ment kann für die Bar­mer in­ter­es­sant sein“, sagt Jür­gen Was­em, Ge­sund­heits­öko­nom an der Uni­ver­si­tät Duis­bur­gEs­sen.

Al­ler­dings bräch­te die Braut Deut­sche BKK auch ei­ni­ge Alt­las­ten mit in die Ehe. Fi­nan­zi­ell soll es um sie nicht zum Bes­ten be­stellt sein, schreibt die „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung“und be­ruft sich auf Kas­sen­krei­se. Das sei auch der Grund für den ge­plan­ten Zu­sam­men­schluss – mehr Zweck­ehe als Wunsch­hei­rat. Die Kas­se wer­de da­her im kom­men­den Jahr auch ih­ren Zu­satz­bei­trag deut­lich stär­ker er­hö­hen müs­sen als an­de­re Kas­sen.

Ei­ne Spre­che­rin woll­te das nicht be­stä­ti­gen und ver­wies auf die aus­ste­hen­de Aus­sa­ge des Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums, die En­de des Mo­nats er­war­tet wird. Al­ler­dings hat­te zu­letzt der Schät­zer­kreis des Bun­des­ver­si­che­rungs­am­tes, der Emp­feh­lun­gen an den Mi­nis­ter gibt, ei­ne durch­schnitt­li­che An­he­bung des Bei­tra­ges um 0,2 Pro­zent­punk­te auf 15,7 Pro­zent pro­gnos­ti­ziert. Das weiß man na­tür­lich auch bei der Deut­schen BKK, sagt aber trotz­dem: „Un­se­re Haus­halts­be­rech­nun­gen lau­fen noch.“Ein Er­geb­nis wer­de erst im De­zem­ber fest­ste­hen.

Klar ist je­doch: Wür­de die Kas­se die Bei­trä­ge zu stark er­hö­hen, könn­ten sich vie­le Ver­si­cher­te lie­ber ei­ne an­de­re su­chen. Hält sie die Bei­trä­ge

Kon­zen­tra­ti­ons­pro­zess durch Fu­sio­nen

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