Ach­tungs­er­folg für Mön­chen­glad­bach

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON KARS­TEN KEL­LER­MANN

Mit ei­ner über wei­te Stre­cken or­dent­li­chen Ab­wehr­leis­tung ver­dient sich die Bo­rus­sia ein 0:0 bei Ju­ven­tus Tu­rin.

TU­RIN 4000 Fans der Mön­chen­glad­ba­cher Bo­rus­sen wa­ren in den ita­lie­ni­schen Nor­den ge­reist, um sich das Cham­pi­ons-Le­ague-Spiel bei Ju­ven­tus Tu­rin an­zu­se­hen. Sie woll­ten dem Team von An­dré Schu­bert hel­fen, die Null auf dem Punk­te­kon­to zu til­gen. Das ge­lang: Ne­ben si­cher­lich net­ten Rei­se-An­ek­do­ten brach­ten sie auch ein 0:0 mit aus dem Pie­mont. Der ei­ne Punkt, den Glad­bach ein­sam­mel­te, er­hält die Chan­ce, trotz der bei­den Auf­takt­nie­der­la­gen vi­el­leicht doch in­ter­na­tio­nal zu über­win­tern. Die Bo­rus­sen ha­ben nun zwei Heim­spie­le am Stück, in zwei Wo­chen zu­erst ge­gen „Juve“, dann ge­gen Se­vil­la, be­vor sie nach Man­ches­ter rei­sen.

Sa­mi Khe­di­ra, der deut­sche Welt­meis­ter bei „Juve“, hat­te sich vor dem Tref­fen mit den Bo­rus­sen sehr re­spekt­voll über die Qua­li­tä­ten der Glad­ba­cher ge­äu­ßert – aber auch klar­ge­stellt, dass er zu­ver­sicht­lich sei, das Spiel zu ge­win­nen. Zu Be­ginn des Abends im Ju­ven­tus-Sta­di­on schien es, als wol­le Khe­di­ra ganz al­lein die Bo­rus­sen über­ren­nen. Mit we­hen­dem Haar­schopf rann­te er kreuz und quer über den Ra­sen, trieb den Ball, ver­teil­te ihn, er­kämpf­te ihn. „Fit und ta­ten­durs­tig“sei er, hat­te er ge­sagt, und das, was er auf dem Ra­sen tat, war der Be­leg da­für.

An­ge­führt von Khe­di­ra schob Ju­ven­tus das Spiel weit nach vorn in die Hälf­te der Mön­chen­glad­ba­cher. Der Ball­be­sitz war zwar recht aus­ge­gli­chen, doch die Ab­schluss-Bi­lanz sprach deut­lich für die Ita­lie­ner, wenn es auch meist Schüs­se aus der Dis­tanz wa­ren. Doch es fehl­te die Ge­nau­ig­keit vor dem Tor und die zwin­gen­de Kom­bi­na­ti­on. So braus­ten die Juve-Fans hin­ter Yann Som­mer im­mer wie­der auf, doch der Tor­ju­bel er­stick­te stets eben­so schnell. Bo­rus­sia ver­tei­dig­te be­harr­lich, auch Of­fen­siv­kräf­te wie Raf­fa­el und Ibra­hi­ma Tra­o­ré (so­gar im Straf­raum), die bei­de Paul Pog­ba den Ball vom Fuß spit­zel­ten, hal­fen mit.

Ge­gen den ex­tre­men An­fangs­druck der „al­ten Da­me“wehr­te sich Bo­rus­sia mit Er­folg und oh­ne Scha­den zu neh­men. Da­nach war die Aus­rich­tung von Glad­bachs Trai­ner Schu­bert er­kenn­bar: Das Spiel mög­lichst ru­hig zu hal­ten – und dann, wenn sich die Ge­le­gen­heit er­ge­ben soll­te, mit lan­gen Bäl­len oder Kom­bi­na­tio­nen in den Rü­cken der Tu­ri­ner Drei­er­ket­te kom­men. Ab und an ge­lang das auch über die Flü­gel, aber letzt­lich nur in An­sät­zen. Tor- ge­fahr pro­du­zier­ten die Gäs­te, die punk­ten muss­ten, um sich die rea­lis­ti­sche Chan­ce auf min­des­tens den drit­ten Platz zu er­hal­ten, nicht. Tor­wart-Le­gen­de Gi­an­lu­i­gi Buf­fon war weit­ge­hend ein un­be­tei­lig­ter Be­ob­ach­ter. Den­noch: Das 0:0 zur Pau­se war ein ers­ter Teil­er­folg, und den hat­ten sich die de­fen­siv gut or­ga­ni­sier­ten Glad­ba­cher ver­dient.

Dass die Bo­rus­sen in Tu­rin nicht das un­ter Schu­bert ein­ge­führ­te Po­wer-Pres­sing ze­le­brie­ren wür­den, war zu ver­mu­ten. Viel­mehr ging es dar­um, die Ru­he zu wah­ren und auf die ein, zwei Mo­men­te zu war­ten, die sich bie­ten wür­den vor Buf­fons Tor, zu lau­ern. Die aber ka­men nicht. Statt­des­sen über­nahm Ju­ven­tus im­mer mehr die Kon­trol­le und bau­te in der Schluss­pha­se rich­tig Druck auf. Zahl­rei­che Eck­stö­ße muss­te die Glad­ba­cher De­fen­si­ve ab­weh­ren. Und es ge­lang ihr nicht mehr häu­fig, den Ball mit si­che­ren Kom­bi­na­tio­nen aus der Ge­fah­ren­zo­ne ins Mit­tel­feld zu brin­gen – ge­schwei­ge denn vor den Kas­ten von Buf­fon. Häu­fig fehl­te dem letz­ten Pass die Ge­nau­ig­keit, und Tu­rin konn­te mit schnel­len An­grif­fen ant­wor­ten.

FOTO: REU­TERS

Kein Durch­kom­men: Paul Pog­ba schei­tert mit ei­nem Frei­stoß an der Glad­ba­cher Mau­er.

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