Le­ver­ku­sen: Kampl weckt die Werkself

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON STE­FA­NIE SANDMEIER

LE­VER­KU­SEN Ru­di Völ­ler wirk­te ge­zeich­net. Nach ei­nem denk­wür­di­gen Cham­pi­ons-Le­ague-Abend ge­nüg­te ein Blick in sein Ge­sicht, um ei­nen Ein­druck da­von zu be­kom­men, wel­che kör­per­li­chen An­stren­gun­gen das ver­rück­te 4:4 ge­gen den AS Rom bei ihm al­lein durchs Zu­se­hen ver­ur­sacht ha­ben muss­te.

Völ­ler hat­te die Schweiß­per­len noch auf der Stirn ste­hen, als er kurz vor Mit­ter­nacht vor die Ka­me­ras trat. „So ein Spiel hat es zu­min­dest in Le­ver­ku­sen wohl noch nicht ge­ge­ben. Das war für al­le ein tol­les Spek­ta­kel“, re­sü­mier­te ein ge­schaff­ter Sport­chef, der im Du­ell mit sei­nem Her­zens­klub nach ei­ge­nen An­ga­ben kurz vor dem Kol­laps stand. „Die spin­nen, die Rö­mer“, be­schrieb die ita­lie­ni­sche „La Gaz­zet­ta del­lo Sport“die 93-mi­nü­ti­ge Ach­ter­bahn­fahrt der Ge­füh­le und die ver­ge­be­ne Sieg­chan­ce der Gäs­te, die nach dem 2:0 der Werkself vier Tref­fer in Fol­ge er­ziel­ten und bis zur 84. Mi­nu­te 4:2 in Füh­rung la­gen.

Dass Bay­er 04 in ei­nem ver­lo­re­nen ge­glaub­ten Spiel doch noch ein­mal zu­rück­kam, setz­te die­sem Abend die Kro­ne auf. „Fast hät­ten wir so­gar 5:4 ge­won­nen. Nach ei­nem sol­chen Spiel­ver­lauf kön­nen wir uns als mo­ra­li­scher Sie­ger füh­len“, sag­te Völ­ler. Mit dem fu­ri­os er­kämpf­ten Punkt hat das Team wei­ter­hin al­le Chan­cen auf das Ach­tel­fi­na­le in der Cham­pi­ons Le­ague.

Ke­vin Kampl, ei­ner der Prot­ago­nis­ten die­ses ver­rück­ten 4:4, stell­te sich mit der für ihn ty­pi­schen Ge­las­sen­heit den Jour­na­lis­ten. Zu­frie­den kam der Mit­tel­feld­spie­ler, der nach ei­ner An­gi­na recht­zei­tig fit wur­de, aus der Ka­bi­ne, des­sen Leis­tung sinn­bild­lich für die sein Team und die­sen dra­ma­ti­schen Spiel­film stand. In Bay­ers star­ker An­fangs­pha­se, in der die Rö­mer nicht recht wuss­ten, wie sie dem pe­ne­tran­ten Pres­sing der Le­ver­ku­se­ner ent­ge­gen­tre­ten soll­ten, war es Kampl, des­sen ge­won­ne­ner Zwei­kampf na­he der Mit­tel­li­nie nach Chicha­ri­tos ver­wan­del­tem Elf­me­ter auch des­sen zwei­ten Tref­fer ein­lei­te­te.

In den fol­gen­den 60 Mi­nu­ten, in de­nen die Wer­s­kelf nicht nur vier Ge­gen­to­re kas­sier­te, son­dern ihr durch ei­ge­nes Zu­tun die Rol­le des si­che­ren Sie­gers aus den Hän­den glitt, tauch­te auch der Mit­tel­feld­spie­ler ab. „Wir ha­ben zu vie­le zwei­te Bäl­le ver­lo­ren, nicht ag­gres­siv ge­ar­bei­tet, so dass der Geg­ner je­den Ball ge­won­nen hat und zu Tor­chan­cen kam“, sag­te Kampl. „Nach 2:0

FOTO: DPA

Ke­vin Kampl ap­plau­diert der Nord­kur­ve nach dem Spiel.

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