Ver­drib­belt

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON MAR­TIN BEILS

Mein Na­me ist Wolf­gang, ich weiß von nichts. Un­ter die­sem un­aus­ge­spro­che­nen Leit­spruch stand die kurz­fris­tig an­be­raum­te Pres­se­kon­fe­renz, in der DFB-Prä­si­dent Wolf­gang Niers­bach ges­tern zu den Un­ge­reimt­hei­ten um ei­ne 6,7-Mil­lio­nen-Eu­ro-Zah­lung der deut­schen WM-Or­ga­ni­sa­to­ren an die Fi­fa Stel­lung be­zog. Doch dem sicht­lich an­ge­schla­ge­nen Ver­bands­chef ge­lang der Be­frei­ungs­schlag nicht. Er hat sich ver­drib­belt.

War­um muss man als WM-Aus­rich­ter 6,7 Mil­lio­nen Eu­ro an den Welt­ver­band zah­len, um spä­ter ei­nen Zu­schuss von 170 Mil­lio­nen zu er­hal­ten? War­um ist das durch­aus kre­dit­wür­di­ge Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee nicht zu sei­ner Bank ge­gan­gen und hat sich ein üb­li­ches Dar­le­hen be­sorgt? Der Er­kennt­nis­ge­winn aus Niers­bachs Aus­füh­run­gen be­schränkt sich dar­auf, dass al­le Welt nun weiß: Im gro­ßen Fuß­ball sind vir­tuo­se Fi­nanzope­ra­tio­nen wich­ti­ger als fei­ne Päs­se und stram­me Schüs­se.

Die Zwei­fel dar­an, dass rund um die WM 2006 al­les mit rech­ten Din­gen ab­ge­lau­fen ist, konn­te Niers­bach nicht aus der Welt räu­men. Im Ge­gen­teil. BE­RICHT

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.