Deutsch-rus­si­scher Dia­log en­det oh­ne An­nä­he­rung

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

POTS­DAM (dpa) Erst­mals seit der Krim-Anne­xi­on ha­ben Deutsch­land und Russ­land wie­der ei­ne An­nä­he­rung auf zi­vil­ge­sell­schaft­li­cher Ebe­ne ver­sucht. Nach Pots­dam zum 14. „Pe­ters­bur­ger Dia­log“ka­men et­wa 200 Ver­tre­ter bei­der Län­der. In kri­ti­schen Fra­gen wie et­wa zum rus­si­schen Ein­grei­fen im sy­ri­schen Bür­ger­krieg blie­ben bei­de Sei­ten aber bei ih­ren kon­trä­ren Stand­punk­ten. Die „völ­ker­rechts­wid­ri­ge Anne­xi­on“der Krim durch Russ­land ha­be eben­so wie die rus­si­sche Un­ter­stüt­zung der Se­pa­ra­tis­ten in der Ost-Ukrai­ne die zwi­schen­staat­li­chen Be­zie­hun­gen be­las­tet, sag­te der deut­sche Co-Vor­sit­zen­de Ro­nald Po­fal­la. Zu­dem kri­ti­sier­te er den rus­si­schen Mi­li­tär­ein­satz in Sy­ri­en und den Emp­fang des sy­ri­schen Macht­ha­bers Ba­schar al As­sad durch Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin in Mos­kau. Der rus­si­sche Co-Vor­sit­zen­de des Dia­logs, Vik­tor Sub­kow, ant­wor­te­te, die rus­si­sche Mi­li­tär­in­ter­ven­ti­on sei auf Bit­te der sy­ri­schen Re­gie­rung ge­sche­hen.

Der „Pe­ters­bur­ger Dia­log“als Fo­rum des zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen Aus­tauschs war frü­her an die deut­schrus­si­schen Re­gie­rungs­kon­sul­ta­tio­nen ge­kop­pelt. Bei­de Ver­an­stal­tun­gen wur­den we­gen der Krim-Anne­xi­on 2014 aus­ge­setzt. Prä­si­dent Pu­tin und Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel lob­ten in Gruß­wor­ten die Be­deu­tung des Dia­logs. Mer­kel be­ton­te in ih­rer von Po­fal­la ver­le­se­nen Bot­schaft: „Un­se­re deutsch-rus­si­schen Be­zie­hun­gen ste­hen der­zeit auf ei­nem har­ten Prüf­stand.“Er­heb­li­che Dif­fe­ren­zen be­stün­den vor al­lem mit Blick auf die Ukrai­ne. „Doch nur wenn wir mit­ein­an­der statt über­ein­an­der re­den, kön­nen wir neue Grund­la­gen schaf­fen, um dar­auf in un­se­ren Be­zie­hun­gen und un­se­rer Zu­sam­men­ar­beit wei­ter auf­zu­bau­en.“Sub­kow sag­te in sei­ner Re­de, auf den Schul­tern des Dia­logs lie­ge in die­ser schwie­ri­gen Zeit im deutsch-rus­si­schen Ver­hält­nis ei­ne be­son­de­re Ver­ant­wor­tung.

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