Feh­len­de Ge­neh­mi­gung be­las­tet Air Berlin

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

Ein Streit zwi­schen den Emi­ra­ten und Deutsch­land ver­hin­dert Co­de-Sha­ring-Flü­ge mit Eti­had.

BERLIN (dpa/ma­xi) Deutsch­lands zweit­größ­ter Flug­ge­sell­schaft läuft die Zeit da­von. Am Sonn­tag star­tet der neue Win­ter­flug­plan für Air Berlin. Und wenn bis da­hin kei­ne Ei­ni­gung im so­ge­nann­ten Co­de-Sha­ring-Streit ge­fun­den ist, fal­len auf ei­nen Schlag 65 Stre­cken weg, die bis­lang vom Air-Berlin-Part­ner Eti­had an­ge­bo­ten wer­den. Für die an­ge­schla­ge­ne deut­sche Flug­ge­sell­schaft nicht we­ni­ger als ei­ne Ka­ta­stro­phe.

Der Co­de-Sha­ring-Streit hat nun auch die gro­ße Ko­ali­ti­on in Auf­re­gung ver­setzt. Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) warb in ei­nem Schrei­ben an Ver­kehrs­mi­nis­ter Alexander Do­brindt (CSU) um „ei­ne ein­ver­nehm­li­che Lö­sung“, wie sein Mi­nis­te­ri­um ges­tern mit­teil­te. Laut Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um sind nicht al­le der be­an­trag­ten Flü­ge nach den Luft­ver­kehrs­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Deutsch­land und den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten (VAE) er­laubt. In den bis­he­ri­gen Ge­sprä­chen hät- ten sich die VAE An­stren­gun­gen für ei­ne recht­lich trag­fä­hi­ge Lö­sung ver­wei­gert, hat­te das Mi­nis­te­ri­um erst am Mitt­woch er­klärt. Die Bun­des­re­gie­rung ist aber of­fen für wei­te­re Ge­sprä­che.

Über die so­ge­nann­ten Co­de-Sha­re-Flü­ge, die das Luft­fahrt-Bun­des- amt ge­neh­mi­gen muss, gibt es schon seit Län­ge­rem Streit. Für den Win­ter 2014/15 und für den nun aus­lau­fen­den Som­mer­flug­plan hat­te die Be­hör­de aus­nahms­wei­se ei­ne grö­ße­re Zahl der Flü­ge zu­ge­las­sen. Zu­gleich war si­gna­li­siert wor­den, dass wei­te­re Über­gangs­lö­sun­gen nicht vor­ge­se­hen sind. Mit die­sen Flü­gen macht Air Berlin (Um­satz 2014: 4,1 Mil­li­ar­den Eu­ro) nach ei­ge­nen An­ga­ben ei­nen zu­sätz­li­chen Um­satz von et­wa 140 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr.

Aus Sicht des Be­triebs­rats wä­re der Weg­fall die­ser Ein­nah­men für Air Berlin exis­tenz­be­dro­hend. Die Be­triebs- und Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den äu­ßer­ten in ei­nem Brief an Do­brindt die Sor­ge, dass die Air­line mit mehr als 8000 Be­schäf­tig­ten „vom Markt ver­schwin­den“könn­te.

Ga­b­ri­el schlug laut „Spie­gel On­li­ne“in dem Brief als Kom­pro­miss un­ter an­de­rem vor, das Luft­fahrt­Bun­des­amt kön­ne die Rou­ten ein letz­tes Mal ge­neh­mi­gen. Die VAE müss­ten sich aber zu um­fas­sen­den wei­te­ren Ver­hand­lun­gen mit Deutsch­land ver­pflich­ten und den Ti­cket­ver­kauf für die Co­de-Sha­reVer­bin­dun­gen 2016 ein­stel­len. In deut­schen Re­gie­rungs­krei­sen hat­te es be­reits am Mitt­woch ge­hei­ßen, man ha­be bis­her ver­geb­lich ver­sucht, vie­le Brücken zu bau­en.

FOTO: ENDERMANN

Vor­be­rei­tung ei­ner Air-Berlin-Ma­schi­ne. Für die Flug­ge­sell­schaft könn­te ein Weg­fall der so­ge­nann­ten Co­de-Sha­ring-Flü­ge exis­tenz­be­dro­hend sein.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.