Die Münz­hand­lung Rit­ter zeigt Gold­mün­zen des mys­ti­schen Vol­kes der Drui­den und Se­her.

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

Die Kel­ten zähl­ten zu den größ­ten und ein­fluss­reichs­ten Völ­kern der eu­ro­päi­schen Früh­ge­schich­te und der An­ti­ke. Um 1000 vor Chris­tus – lan­ge be­vor Rom die an­ti­ke Welt er­ober­te – be­wohn­ten sie ein rie­si­ges Ter­ri­to­ri­um, das sich von Ir­land und Bri­tan­ni­en im Wes­ten über Frank­reich (Gal­li­en) bis nach Süd­west­deutsch­land und den Al­pen­raum er­streck­te. An der Spit­ze der kel­ti­schen Ge­sell­schaft stan­den ne­ben den Fürs­ten die rät­sel­haf­ten Drui­den, die nicht nur für die re­li­giö­sen Ri­ten zu­stän­dig wa­ren, son­dern auch die Auf­ga­ben von Leh­rern und Rich­tern wahr­nah­men.

52 v. Chr. je­doch en­de­te die Blü­te­zeit der Kel­ten: Ju­li­us Ca­e­sar un­ter­warf in der be­rühm­ten Schlacht von Ale­sia (Ali­se-Sain­te-Rei­ne, Frank­reich) den kel­ti­schen Fürs­ten Ver­cin­ge­to­rix und da­mit ganz Gal­li­en. Die Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Rö­mern und Gal­li­ern er­freu­en sich auch heu­te noch durch die Aben­teu­er der Co­mic­fi­gu­ren As­te­rix und Obe­lix gro­ßer Be­liebt­heit. 43 n. Chr. er­ober­te Kai­ser Clau­di­us auch Bri­tan­ni­en mit Aus­nah­me des Ge­bie­tes des heu­ti­gen Schott­lands, wo sich die wil­den, blau­tä­to­wier­ten Pik­ten er­folg­reich ge­gen ei­ne Un­ter­wer­fung be­haup­ten konn­ten. So ge­heim­nis­voll wie das Volk der Kel­ten ist auch ihr Geld; be- rühmt sind ih­re kost­ba­ren, schüs­sel­för­mig ge­wölb­ten Gold­mün­zen aus dem Ge­biet des heu­ti­gen Süd­deutsch­lands, Ös­ter­reichs und Un­garns. Ih­ren Na­men „Re­gen­bo­gen­schüs­sel­chen“ver­dan­ken die Mün­zen ei­nem Aber­glau­ben: Im Mit­tel­al­ter fan­den Bau­ern sol­che Mün­zen nach star­kem Re­gen häu­fig auf ih­ren Äckern. Da man sich die Her­kunft der Gold­stück­chen nicht er­klä­ren konn­te, ent­stand der Volks­glau­be, dass sie von ei­nem Re­gen­bo­gen her­ab­ge­tropft und am En­de des Re­gen­bo­gens auf der Er­de zu­rück­ge­blie­ben sei­en. Man hielt des­halb die Re­gen­bo­gen­schüs­sel­chen für himm­li­sche Glücks­brin­ger, de­nen auch Heil­wir­kung bei Fall­sucht, Krämp­fen, Fie­ber und Ge­burts­we­hen zu­ge­schrie­ben wur­de. Tat­säch­lich ge­lang­ten die Gold­mün­zen je­doch beim Umpflü­gen der Äcker an die Ober­flä­che, wo man sie nach Re­gen­fäl­len gol­dig glän­zend ent­deck­te.

Durch das Sam­meln an­ti­ker Mün­zen kann man sich ein ech­tes Stück „Ge­schich­te zum An­fas­sen“nach Hau­se ho­len. Die Re­gen­bo­gen­schüs­sel­chen stel­len ein ech­tes High­light ei­ner je­den Kol­lek­ti­on dar, ver­bin­den sie doch an­schau­lich die kel­ti­sche Ur­ge­schich­te mit der deut­schen Früh­ge­schich­te. Ins­be­son­de­re das Zu­sam­men­le­ben von Kel­ten und Ger­ma- nen im Rhein­land brach­te Mün­zen ganz ei­ge­ner Art her­vor.

Die Münz­hand­lung Rit­ter, Im­mer­mann­stra­ße 19 in Düsseldorf, zeigt In­ter­es­sen­ten ger­ne wei­te­re be­gehr­te Samm­ler­mün­zen aus die­sem Kon­text – et­wa die be­kann­ten Mün­zen mit dem Vo­gel­männ­chen oder dem tan­zen­den Männ­lein. Ser­vice-Te­le­fon: 0211 36780-15, www.mu­en­zen-rit­ter.de Am 14. No­vem­ber kom­men in der Auk­ti­on „Al­te Kunst“im Kunst­haus Lem­pertz am Ne­u­markt in Köln 45 be­deu­ten­de Skulp­tu­ren und Ge­mäl­de aus dem 14. bis 19. Jahr­hun­dert aus dem Nach­lass des re­nom­mier­ten Frank­fur­ter Kunst­händ­lers Dr. Bern­hard De­cker zur Ver­stei­ge­rung. Dr. Bern­hard De­cker leg­te größ­ten Wert auf au­then­ti­schen Er­hal­tungs­zu­stand und ori­gi­na­le far­bi­ge Fas­sun­gen, be­son­ders bei den go­ti­schen höl­zer­nen Skulp­tu­ren. Her­vor­zu­he­ben sind et­wa ein Re­lief mit der „Ge­burt Chris­ti“aus der Werk­statt Til­man Rie­men­schnei­ders und die „Pro­phe­ten­büs­te“, Ti­rol um 1485/1490, aus der Samm­lung Gold­schmidt 1909 und da­nach in der Samm­lung der Fürs­ten von Liech­ten­stein. Un­ter den Ge­mäl­den ist hier auf das 1776 da­tier­te „Kir­chen­in­te­ri­eur“von Jo­hann Lud­wig Mor­gens­tern, dem Zei­chen­leh­rer des jun­gen Goe­the, hin­zu­wei­sen.

Am 28. No­vem­ber ver­stei­gert das Kunst­haus Lem­pertz zeit­ge­nös­si­sche Kunst. Dar­un­ter bei­spiels­wei­se Heinz Macks „Licht­re­liefs“, die ih­re be­son­de­re Dy­na­mik aus der Licht­ein­wir­kung auf das Ma­te­ri­al Alu­mi­ni­um ent­wi­ckeln und seit En­de der 1950er-Jah­re ei­ne zen­tra­le Werk­grup­pe sei­nes Oeu­vres bil­den. Der Künst­ler schil­der­te die Ent­ste­hungs­um­stän­de fol­gen­der­ma­ßen: „Ei­ne un­er­war­te­te Mög­lich­keit, äs­the­ti­sche Be­we­gung sicht­bar zu ma­chen, er­gab sich, als ich zu­fäl­lig auf ei­ne dün­ne Me­tall­fo­lie trat, die auf ei­nem Sis­al­tep­pich lag. Als ich die Fo­lie auf­hob, hat­te das Licht Ge­le­gen­heit zu vi­brie­ren. Da der Tep­pich me­cha­nisch her­ge­stellt war, blieb na­tür­lich auch der Ein­druck me­cha­nisch und de­ko­ra­tiv; die Be­we­gung des re­flek­tier­ten Lichts war hier völ­lig gleich­gül­tig und lang­wei­lig. Mei­ne Me­tall­re­liefs, die ich bes­ser Licht­re­liefs nen­nen möch­te und die al­lein durch den Druck der Fin­ger ge­formt wer­den, be­nö­ti­gen an­stel­le der Far­ben das Licht, um zu le­ben. Spie­gel­blank po­liert, ge­nügt ein ge­rin­ges Re­lief, um die Ru­he des Lich­tes zu er­schüt­tern und in Vi­bra­ti­on zu brin­gen. Die mög­li­che Schön­heit die­ser Ge­bil­de wä­re ein rei­ner Aus­druck der Schön­heit des Lich­tes.“(Heinz Mack, zi­tiert nach: Die­ter Ho­nisch, Mack, Skulp­tu­ren 1953 -1986).

Eben­falls ver­stei­gert wird Ot­to Pie­nes „Re­ti­nal Sun“. Es vi­sua­li­siert auf im­po­san­te Wei­se die Grund­prin­zi­pi­en der Ze­ro-Grup­pe, die Pie­ne auch nach de­ren Auf­lö­sung 1966 kon­se­quent wei­ter­führt. So wie Heinz Mack das Alu­mi­ni­um und Gün­ther Ue­cker den Na­gel in­stru­men­ta­li­sie­ren, nutzt Ot­to Pie­ne das Feu­er, um Wer­ke von zeit­lo­ser Schön­heit, Dy­na­mik und Rein­heit zu schaf­fen. Kon­takt: Tel. 0221-9257290, www.lem­pertz.com

Ge­schich­te zum An­fas­sen: Die „Re­gen­bo­gen­schüs­sel­chen“, kel­ti­sche Gold­mün­zen.

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