Arzt und Kri­po im Mord­pro­zess be­fragt

Rheinische Post Goch - - BLICKPUNKT KLEVE - VON AN­JA SETT­NIK

Der nächs­te Ver­hand­lungs­tag vor dem Schwur­ge­richt des Kle­ver Land­ge­rich­tes ist der 29. Ok­to­ber – ab 9 Uhr.

KLE­VE In­ner­halb ei­ner St­un­de nach den mas­si­ven Schlä­gen auf sei­nen Kopf dürf­te Marc M. ge­stor­ben sein. Das führ­te ges­tern der Rechts­me­di­zi­ner im Pro­zess ge­gen die zwei Män­ner und ei­ne Frau aus, die am 14. Sep­tem­ber 2014 Marc M. ge­tö­tet ha­ben sol­len. Der Staats­an­walt geht von ge­mein­schaft­li­chem Mord aus. Zeu­gen­be­fra­gun­gen sol­len Hin­wei­se dar­auf lie­fern, wer wel­chen Teil der Schuld trägt. Die An­ge­klag­te San­dra S., bei der Marc M. als Un­ter­mie­ter leb­te, stellt sich als Op­fer dar, das sich nach jah­re­lan­gem Miss­brauch Hel­fer ge­sucht hat, die sie von ih­rem Pei­ni­ger be­frei­en soll­ten. Sven G. gibt zu, mit dem Base­ball­schlä­ger auf das spä­te­re Op­fer ein­ge­schla­gen zu ha­ben – da­nach ha­be der jun­ge Mann je­doch noch ge­lebt. Mar­co A. wird, so kün­dig­te es sein Ver­tei­di­ger an, am 29. Ok­to­ber aus­sa­gen. Der Staats­an­walt wirft ihm vor, auf das am Bo­den lie­gen­de Op­fer ein­ge­schla­gen zu ha­ben, bis der höl­zer­ne Schlä­ger zer­brach. Es gibt Hin­wei­se dar­auf, dass der 48-Jäh­ri- ge zu­dem ver­sucht hat, dem Op­fer ei­ne töd­li­che He­ro­in­do­sis zu sprit­zen, wo­zu es dann aber doch nicht kam. Die vor­be­rei­te­te Sprit­ze wur­de am Tat­ort ge­fun­den.

Ges­tern wur­den Kri­mi­nal­be­am­ten be­fragt. Ei­ner von ih­nen er­klär­te, wie es zur Fest­nah­me kam: An­fang Ja­nu­ar gab es ei­ne Mel­dung aus Haus Schme­len­hei­de (Lan­des­kli­nik), es wür­de dar­über ge­re­det, je­mand sei von ei­nem Pa­ti­en­ten „weg­ge­macht“und am Haus von San­dra S. ver­gra­ben wor­den. Ei­ne Te­le­fon­über­wa­chung der Frau er­här­te­te den Ver­dacht, die Lei­che wur­de ge­fun­den.

Klar wur­de ges­tern auch, dass San­dra S. schon zu Leb­zei­ten von Marc M. ein Ver­hält­nis mit Sven G. hat­te, der dies be­strei­tet. Und es hat den An­schein, dass die Tat­ver­däch­ti­ge in Chats schon früh Mit­tä­ter such­te. San­dra S. hat den ge­tö­te­ten Mit­be­woh­ner bei der Stadt Kalkar als ver­schwun­den ab­ge­mel­det. Der Ar­beits­agen­tur hat­te sie mit­ge­teilt, „ihr Sohn“sei nach Äthio­pi­en aus­ge­wan­dert. Der Pro­zess wird am 29. Ok­to­ber ab 9 Uhr fort­ge­setzt.

RP-ARCHIVFOTO: GOTT­FRIED EVERS

Zwei der drei An­ge­klag­ten mit ih­ren Ver­tei­di­gern im Schwur­ge­richts­saal des Land­ge­rich­tes Kle­ve.

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