„Ge­nuss-Bot­schaf­ter“aus dem Kreis rei­sen zum Ju­bi­lä­um mit Kraft

Rheinische Post Goch - - KREIS KLEVE – REGIONAL -

NGG Nord­rhein: Äl­tes­te Ge­werk­schaft fei­ert mit hei­mi­schen Be­schäf­tig­ten und der Mi­nis­ter­prä­si­den­tin des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len in Dortmund.

KREIS KLE­VE (RP) Sie sind im Haupt­be­ruf Gast­ge­ber und Pro­fis ge­gen Ma­gen­k­nur­ren und tro­cke­ne Keh­len: Meh­re­re Tau­send Be­schäf­tig­te im Kreis Kle­ve ar­bei­ten in Ho­tels, Gast­stät­ten, in der Le­bens­mit­tel­pro­duk­ti­on, in Bä­cke­rei­en und Flei­sche­rei­en. Und sie al­le ha­ben Grund, auf ei­nen run­den Ge­burts­tag an­zu­sto­ßen.

Die Ge­werk­schaft Nah­rung-Ge­nuss-Gast­stät­ten (NGG) wird 150 Jah­re alt. Sie ist da­mit die äl­tes­te Ge­werk­schaft in Deutsch­land. Die NGG Nord­rhein wird des­halb mit ih­ren „Ge­nuss-Bot­schaf­tern“aus dem Kreis Kle­ve am kom­men­den Sams­tag, 24. Ok­to­ber, nach Dortmund fah­ren. Im Her­zen des Ruhr­ge­biets wird es die zen­tra­le „Ju­belGe­nuss-Fei­er“al­ler NRW-Be­schäf­tig­ten der Bran­che rund um Nah­rung, Ge­nuss und Gast­stät­ten ge­ben.

Obers­te Gra­tu­lan­tin wird da­bei Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft sein. NGG-Che­fin Michae­la Ro­sen­ber­ger nimmt die Gra­tu­la­tio­nen von Gäs­ten aus ganz Nord­rhein-West­fa­len ent­ge­gen – auch die aus dem Kreis Kle­ve. Der nord­rhein-west­fä­li­sche DGB-Vor­sit­zen­de Andre­as Mey­er-Lau­ber nimmt die 150 Ge­werk­schafts­jah­re zum An­lass, um den Blick nach vorn zu rich­ten: „Zu­kunft der Ar­beit in NRW“– so das Mot­to der Fe­st­re­de vom DGB-Chef.

„Es gibt al­len Grund, im Kreis Kle­ve mit an­zu­sto­ßen. Denn mit der Grün­dung der ers­ten Ge­werk­schaft hat sich auch hier je­de Men­ge ge­än­dert – und zwar zum Gu­ten. An­ge­fan­gen hat es mit den Zi­gar­ren­ma­chern. Sie hat­ten er­kannt, dass sich bes­se­re Ar­beits­be­din­gun­gen nur ge­mein­sam durch­set­zen las­sen. 1865 grün­de­ten sie den Deut­schen Ci­gar­ren­ar­bei­ter­ver­ein, die Vor­läu­fer­or­ga­ni­sa­ti­on der NGG“, be­rich­tet Hans-Jür­gen Hu­fer.

Für den Ge­schäfts­füh­rer der NGG Nord­rhein ist klar: „Oh­ne die NGG wür­de es in den meis­ten Be­trie­ben noch im­mer schlecht aus­se­hen. Von der Über­stun­den­re­ge­lung bis zur ta­rif­li­chen Al­ters­vor­sor­ge – die Be­schäf­tig­ten pro­fi­tie­ren von ih­rer Ge­werk­schaft vor Ort.“Aber auch die Ver­kür­zung der wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit und der ge­setz­li­che Min­dest­lohn ge­hen auf das Kon­to der NGG, so Hu­fer.

Da­bei ha­be sich die Ar­beits­welt in 150 Jah­ren enorm ver­än­dert. „ Be­ru­fe und Tä­tig­kei­ten sind kei­ne Män­ner­do­mä­ne mehr und die Aus­bil­dungs­be­ru­fe hei­ßen heu­te Le­bens­mit­tel­tech­ni­ker, Ho­tel­kauf­frau oder Milch­tech­no­lo­ge. Auch durch die Di­gi­ta­li­sie­rung ste­hen vie­le Ar­beits­plät­ze vor rie­si­gen Ve­rän­de­run­gen“, sagt Hans-Jür­gen Hu­fer. Hier wol­le die NGG mit­re­den, um die Jobs zu­kunfts­si­cher zu ma­chen. Statt Be­fris­tun­gen und Schicht­ar­beit sei­en neue Ar­beits­zeit­mo­del­le und ei­ne „Aus- und Wei­ter­bil­dung 4.0“not­wen­dig.

„Die Er­fol­ge der NGG zei­gen, dass sich das En­ga­ge­ment in der Ge­werk­schaft lohnt. In Nord­rhein-West­fa­len sind wir da­bei be­son­ders stark auf­ge­stellt“, sagt Hu­fer. „Al­so: Die nächs­ten 150 Jah­re kön­nen kom­men“, freut sich der Ge­werk­schaf­ter.

FOTO: PRIVAR

Hans-Jür­gen Hu­fer, Ge­schäfts­füh­rer der NGG Nord­rhein.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.