Bes­se­rer Schutz von Bür­ger­da­ten ist das Ziel

Rheinische Post Goch - - KREIS KLEVE – REGIONAL -

Neu­es Bun­des­mel­de­ge­setzt gilt ab dem 1. No­vem­ber.

KREIS KLE­VE (RP) Ein neu­es Bun­des­mel­de­ge­setz wird ab 1. No­vem­ber in ganz Deutsch­land gel­ten. All­ge­mein dient das Mel­de­we­sen als In­for­ma­ti­ons­grund­la­ge zu Ein­woh­ner­da­ten für Wirt­schaft, Ver­wal­tung und Pri­vat­per­so­nen. Das neue Mel­de­recht will nun un­ter an­de­rem die Da­ten der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bes­ser schüt­zen, die Bü­ro­kra­tie­kos­ten sen­ken und Ver­wal­tungs­ab­läu­fe ver­ein­fa­chen. Ei­ni­ge wich­ti­ge in­halt­li­che Än­de­run­gen sind da­bei für ei­ne Viel­zahl der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Kreis Kle­ve wis­sens­wert.

Wer künf­tig ei­ne ein­fa­che Mel­de­re­gis­ter­aus­kunft für ge­werb­li­che Zwe­cke be­an­tragt, muss den ge­werb­li­chen Zweck kon­kret an­ge­ben und darf die Aus­kunft auch nur für die­sen ei­nen Zweck ver­wen­den. Aus­künf­te für Zwe­cke der Wer­bung oder des Adress­han­dels sind künf­tig nur noch zu­läs­sig, wenn die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in die Über­mitt­lung ih­rer Mel­de­da­ten für die­se Zwe­cke aus­drück­lich ein­ge­wil­ligt ha­ben.

Die­se Ein­wil­li­gung muss aus­drück­lich ge­gen­über der Aus­kunft ver­lan­gen­den Stel­le er­klärt wer­den. Sie kann auch zweck­be­zo­gen ge­gen­über der Mel­de­be­hör­de er­klärt wer­den.

Wie­der ein­ge­führt wird die im Jahr 2002 ab­ge­schaff­te Mit­wir­kungs­pflicht des Woh­nungs­ge­bers oder Woh­nungs­ei­gen­tü­mers bei der An­mel­dung und Ab­mel­dung, zum Bei­spiel beim Weg­zug ins Aus­land. So sol­len Schein­an­mel­dun­gen wirk­sa­mer ver­hin­dert wer­den. Künf­tig muss bei der An­mel­dung in der Mel­de­be­hör­de ei­ne vom Woh­nungs­ge­ber oder Woh­nungs­ei­gen­tü­mer aus­ge­stell­te Be­schei­ni­gung vor­ge­legt wer­den, mit der der Ein­zug in die Woh­nung be­stä­tigt wird.

Schon bis­her be­stand für ei­ne mel­de­pflich­ti­ge Per­son die Mög­lich­keit, bei ei­ner Ge­fahr für Le­ben, Ge­sund­heit, die per­sön­li­che Frei­heit oder für ähn­li­che schutz­wür­di­ge In­ter­es­sen ei­ne Mel­de­re­gis­ter­aus­kunft an Per­so­nen oder Stel­len da­durch zu ver­hin­dern, dass ei­ne Aus­kunfts­sper­re im Mel­de­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wird.

Künf­tig gibt es zu­dem die Mög­lich­keit, ei­nen be­ding­ten Sperr­ver­merk ein­tra­gen zu las­sen für Per­so­nen, die sich in be­son­de­ren Ein­rich­tun­gen be­fin­den oder dort woh­nen. Ge­meint sind zum Bei­spiel Ein­rich­tun­gen zum Schutz vor häus­li­cher Ge­walt, zur Be­hand­lung von Such­ter­kran­kun­gen, Kran­ken­häu­ser, Pfle­ge­hei­me, Ein­rich­tun­gen für Men­schen mit Be­hin­de­run­gen, Auf­nah­me­ein­rich­tun­gen für Asyl­be­wer­ber und Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten. Zum Schutz der dort woh­nen­den Per­so­nen kann so ei­ne Wei­ter­ga­be von Mel­de­da­ten an Pri­va­te un­ter­blei­ben, wenn schutz­wür­di­ge In­ter­es­sen vor­lie­gen.

Wei­ter­ge­hen­de In­for­ma­tio­nen ste­hen auf den In­ter­net­sei­ten der Städ­te und Ge­mein­den des Krei­ses Kle­ve zur Ver­fü­gung.

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