Pa­tent auf den Air­bag

Rheinische Post Goch - - UNTERHALTUNG -

Die meis­te Zeit sieht man ihn nicht. So man­cher Au­to­fah­rer sitzt schon seit Jahr­zehn­ten hin­ter dem Steu­er, oh­ne je er­lebt zu ha­ben, wie sich die­ser rie­si­ge Kunst­stoffsack schlag­ar­tig mit Luft füllt. Der Air­bag kann Le­ben ret­ten, trotz­dem ist den meis­ten Men­schen am liebs­ten, er bleibt dort, wo er ist – das näm­lich be­deu­tet, es ist erst gar kein Un­fall pas­siert. Am 23. Ok­to­ber 1971 mel­de­te Daim­ler-Benz ein Pa­tent auf ei­nen Air­bag an. So man­cher Tüft­ler hat­te schon vor­her die Idee ge­habt, den Auf­prall bei ei­nem Un­fall mit ei­nem Luft­kis­sen ab­zu­schwä­chen, schon 1953 hat­te es ein ers­tes Pa­tent ge­ge­ben. Aber erst jetzt schien die Tech­nik weit ge­nug, um das Sys­tem tat­säch­lich funk­tio­nie­ren zu las­sen. Trotz­dem dau­er­te es noch meh­re­re Jah­re, bis Daim­ler-Benz mit der Mer­ce­des S-Klas­se tat­säch­lich die ers­te Bau­rei­he mit dem Luft­kis­sen aus­stat­te­te – ge­gen Auf­preis und nur für den Fah­rer. Ein ers­ter Bei­fah­rer­air­bag folg­te Jah­re spä­ter, wei­te­re Air­bags, die sich zu gan­zen le­bens­ret­ten­den Sys­te­men aus­wei­te­ten, gab es ab An­fang der 1990er Jah­re. Ob­wohl auch der Air­bag selbst bei ei­nem Un­fall leich­te Ver­let­zun­gen ver­ur­sa­chen kann, ist die Schutz­funk­ti­on der Er­fin­dung un­be­strit­ten: Seit sei­ner Ein­füh­rung ver­rin­ger­te sich die Zahl der Un­fall­to­ten in Deutsch­land deut­lich. Wei­te­re Neue­run­gen in der Si­cher­heits­tech­nik ver­stärk­ten die­sen Ef­fekt noch.

TEXT: JENI / FOTO: DPA

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