Auf Au­gen­hö­he be­ra­ten

Rheinische Post Goch - - EXTRA INSOLVENZ - VON PATRICK PE­TERS

Auf­grund stei­gen­der Nach­fra­ge ei­ner pro­fes­sio­nel­len Be­ra­tung in Kri­sen­zei­ten er­wei­tert die auf In­sol­venz­ver­wal­tung spe­zia­li­sier­te Düs­sel­dor­fer Kanz­lei Kre­plin & Part­ner ihr Leis­tungs­port­fo­lio und baut­nun auch die vor­insol­venz­li­che Sa­nie­rungs­be­ra­tung wei­ter aus. Das kommt nicht von un­ge­fähr: Der na­mens­ge­ben­de Part­ner Ge­org F. Kre­plin und sei­ne Kol­le­gen sind für ih­ren Sa­nie­rungs­wil­len be­kannt.

Ei­ne In­sol­venz muss nicht das En­de sein. Dies be­tont Ge­org F. Kre­plin im Ge­spräch im­mer wie­der. Der na­mens­ge­ben­de Part­ner der auf In­sol­venz­ver­wal­tung spe­zia­li­sier­ten Düs­sel­dor­fer Kanz­lei Kre­plin & Part­ner mit über 50 hoch­spe­zia­li­sier­ten Fach­kräf­ten ist für sei­nen Sa­nie­rungs­wil­len kri­sen­ge­schüt­tel­ter Un­ter­neh­men be­kannt und tritt je­des Ver­fah­ren mit dem An­spruch an, für das be­trof­fe­ne Un­ter­neh­men ei­ne ech­te Zu­kunft zu schaf­fen. Das ge­lingt ihm re­gel­mä­ßig, zu­letzt im Fal­le des re­nom­mier­ten Mo­de­händ­lers Mexx Deutsch­land. „Wir set­zen als In­sol­venz­ver­wal­ter na­tür­lich al­les dar­an, die Gläu­bi­ger zu be­frie­di­gen, das ist un­ser Kern­auf­ga­be. Gleich­zei­tig wol­len wir aber so vie­le Ar­beits­plät­ze wie mög­lich er­hal­ten und dem Un­ter­neh­men ei­ne neue Per­spek­ti­ve ge­ben, und sei es durch har­te Ein­schnit­te. Wir ha­ben auch die Er­fah­rung ge­macht, dass das für vie­le Gläu­bi­ger sehr häu­fig die nach­hal­ti­ge­re und wirt­schaft­lich sinn­vol­le­re Lö­sung ist als die Zer­schla­gung“, sagt der er­fah­re­ne Rechts­an­walt, der ge­mein­sam mit den Part­nern und In­sol­venz­ver­wal­tern Na­da Nas­ser, Ve­re­na Vogt und Mar­co Kuhl­mann ak­tu­ell an ins­ge­samt 24 Ge­rich­ten in Nord­rhein-West­fa­len, Rhein­land-Pfalz und Nord­deutsch­land tä­tig ist und 16 Bü­ros un­ter­hält.

Die­ser Fo­kus auf die Sa­nie­rung im Fal­le der In­sol­venz hat die Rechts­an­wäl­te da­zu ge­bracht, die An­ge­bots­pa­let­te der Kanz­lei in Rich­tung ei­ner nach­hal­ti­gen Sa­nie­rungs­be­ra­tung wei­ter zu ent­wi­ckeln. Si­cher: Die In­sol­venz­ver­wal­tung bleibt der ab­so­lu­te Schwer­punkt, das klas­si­sche Pro­fil bleibt er­hal­ten. „Aber wir stel­len im­mer wie­der fest, dass Un­ter­neh­men mit Sa­nie­rungs­be­darf vor ei­ner mög­li­chen In­sol­venz zu uns kom­men und uns um Rat fra­gen. Die­sem Um­stand wol­len wir nun ver­stärkt Rech­nung tra­gen und die vor­insol­venz­li­che Sa­nie­rung durch ei­ne in­ter­dis­zi­pli­nä­re Zu­sam­men­ar­beit mit Steu­er­be­ra­tern, Wirt­schafts­prü­fern und ESUG-Spe­zia­lis­ten als fes­tes The­ma un­se­rer Di­enst­leis­tung eta­blie­ren“, sagt Ge­org F. Kre­plin. Denn auch wenn die In­sol­venz bei­na­he im­mer die Chan­ce auf ei­nen Neu­an­fang be­inhal­te, sei es häu­fig rat­sam, es gar nicht erst zu ei­nem Ver­fah­ren kom­men zu las­sen. Da­bei steht ein Ge­dan­ke im Mit­tel­punkt: „Bei der Sa­nie­rungs­be­ra­tung ist der Un­ter­neh­mer der Auf­trag­ge­ber und be­fin­det sich dem­ent­spre­chend mit dem Be­ra­ter auf Au­gen­hö­he. In ei­nem er­öff­ne­ten In­sol­venz­ver­fah­ren ist das nicht mehr der Fall. Da über­nimmt der In­sol­venz­ver­wal­ter die ge­sam­te Ver­ant­wor­tung und setzt die Ent­schei­dun­gen um, die nach sei­ner Auf­fas­sung in der kon­kre­ten Si­tua­ti­on die rich­ti­gen sind, um Gläu­bi­ger­inter­es­sen best­mög­lich zu be­frie­di­gen und Zu­kunfts­chan­cen zu wah­ren.“

Bei der Re­struk­tu­rie­rung vor der In­sol­venz sit­zen Be­ra­ter und Un­ter­neh­mer ge­mein­sam am Tisch und ana­ly­sie­ren die Si­tua­ti­on, in der sich ein Un­ter­neh­men be­fin­det – und zwar of­fen und scho­nungs­los, wie der Rechts­an­walt sich aus­drückt. Da­bei ge­he es vor al­lem dar­um, das Ziel der Sa­nie­rung her­aus­zu­fin­den. „Ist die Stra­te­gie die fal­sche oder pas­sen die Pro­duk­te nicht mehr in den Markt? Oder gibt es be­triebs­wirt­schaft­li­che Feh­ler, die für die Schief­la­ge ge­sorgt ha­ben? Es ist für die Sa­nie­rung ent­schei­dend, dass dis­ku­tiert wird, um was es wirk­lich geht, denn ei­ne Sa­nie­rung oh­ne Kon­zept er­gibt kei­nen Sinn.“Die­sem Ziel müs­se dann al­les un­ter­ge­ord­net wer­den, um es in­ner­halb ei­ner vor­ge­ge­be­nen Zeit zu er­rei­chen, und des­halb müs­se der Un­ter­neh­mer auch aus ei­ge­ner Über­zeu­gung al­le Schwie­rig­kei­ten auf den Tisch le­gen. „Ei­ne Sa­nie­rungs­be­ra­tung in An­spruch zu neh­men ist kein Schuld­ein­ge­ständ­nis, son­dern zeigt die Ver­ant­wor­tung, die ein Un­ter­neh­mer für sei­nen Be­trieb und die Mit­ar­bei­ter über­nimmt. Er ist Wil­lens, auch un­po­pu­lä­re Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, um sein Un­ter­neh­men dau­er­haft zu er­hal­ten, und Ge­gen­maß­nah­men zu er­grei­fen.“Ge­org F. Kre­plin hat er­kannt, dass Sa­nie­run­gen oft an den fal­schen Maß­nah­men schei­tern. „Dann be­kommt ein Un­ter­neh­mer bei­spiels­wei­se durch ei­nen In­ves­tor fri­sches Ka­pi­tal und kann da­mit den fi­nan­zi­el­len Eng­pass über­win­den. Aber an der ei­gent­li­chen Mi­se­re, näm­lich der Ur­sa­che der Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten, än­dert er nichts.“Fol­ge ist dann häu­fig ei­ne spä­ter er­neut auf­tre­ten­de Kri­se, die dann je­doch kaum noch be­wäl­tigt wer­den kann.

Für die Kanz­lei ste­hen bei der Re­struk­tu­rie­rung be­son­ders die Bran­chen im Fo­kus, in de­nen die Part­ner be­reits nach­hal­ti­ge Sa­nie­rungs­er­fol­ge er­zielt ha­ben. Ne­ben den gro­ßen Be­rei­chen Tex­til/Mo­de/ Ein­zel­han­del und pro­du­zie­ren­des Ge­wer­be sind das ins­be­son­de­re auch die Bran­chen Au­to­mo­ti­ve und die Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen. Da­bei kommt es nicht dar­auf an, ob bei­spiels­wei­se ein mit­tel­stän­di­sches Un­ter­neh­men we­gen der Rück­zah­lungs­pro­ble­me ent­spre­chend auf­ge­nom­me­ner An­lei­hen in Schwie­rig­kei­ten ge­rät oder es sich bei dem be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men selbst um ei­ne of­fe­ne oder ge­schlos­se­ne Fonds­ge­sell­schaft han­delt. „In al­len Fäl­len ist das Ziel die Ge­sun­dung des Un­ter­neh­mens un­ter Be­rück­sich­ti­gung der wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen al­ler Be­tei­lig­ten“, sagt der ge­lern­te Bank­kauf­mann Ge­org F. Kre­plin.

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