Der Markt für In­sol­venz­ver­wal­ter und Sa­nie­rungs­be­ra­ter ver­än­dert sich zu­se­hends. Nicht nur der We Aus­rich­tung der Ex­per­ten wird stark dis­ku­tiert. Denn so man­cher Ver­wal­ter will auch die Be­ra­tung vor „In­sol­venz und Sa­nie­rung“.

Rheinische Post Goch - - EXTRA INSOLVENZ - VON PATRICK PE­TERS

Die Zahl der Un­ter­neh­mens­in­sol­ven­zen ist rück­läu­fig. Acht Pro­zent we­ni­ger Plei­ten als im ers­ten Halb­jahr 2014 hat die Wirt­schafts­for­schung Cre­dit­re­form zu­letzt für Ja­nu­ar bis Ju­ni des Jah­res er­mit­telt. Nichts­des­to­trotz ge­ra­ten Un­ter­neh­men im­mer wie­der in Schief­la­gen, die dann nicht sel­ten in ei­ner In­sol­venz mün­den. Was das für die Be­trof­fe­nen heißt, aber auch vor wel­chen Her­aus­for­de­run­gen In-

„Das ers­te Fo­rum hat die Ex­per­ten po­si­tiv in den Fo­kus der Öf­fent­lich­keit

ge­rückt“

sol­venz­ver­wal­ter und Sa­nie­rungs­be­ra­ter ste­hen, dis­ku­tier­ten Fach­leu­te beim zwei­ten RP-Wirt­schafts­fo­rum „In­sol­venz und Sa­nie­rung“, zu dem die Rhei­ni­sche Post zum zwei­ten Mal in den In­dus­trie-Club Düsseldorf ein­ge­la­den hat­te.

„Das ers­te Fo­rum hat den Le­sern brei­tes Wis­sen über die Ar­beit von In­sol­venz­ver­wal­tern und Sa­nie­rungs­be­ra­tern ver­mit­telt und die Ex­per­ten po­si­tiv in den Fo­kus der Öf­fent­lich­keit ge­rückt“, sag­te Patrick Lud­wig, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Ge­schäfts­füh­rung der Rhei­ni­sche Post Me­di­en­grup­pe, bei sei­ner Be­grü­ßung und stell­te her­aus, dass er stolz auf den hoch­ka­rä­ti­gen Kreis sei, der sich auch bei der zwei­ten Auf­la­ge des Wirt­schafts­fo­rums ver­sam­melt ha­be. Er wies auf die Ve­rän­de­run­gen hin, die das neue In­sol­venz­recht ge­bracht und das zu at­trak­ti­ven Sa­nie­rungs­mög­lich­kei­ten ge­führt ha­be, stell­te aber gleich­zei­tig her­aus, dass die Zahl der Un­ter­neh­mens­in­sol­ven­zen im sechs­ten Jahr rück­läu­fig sei.

Für Horst Pie­pen­burg, In­sol­venz­ver­wal­ter aus Düsseldorf (Pie­pen­burg-Ger­ling), ist der ak­tu­el­le Rück­gang bei den In­sol­ven­zen nicht dra­ma­tisch. Denn, so be­tont er, es ha­be im­mer Wel­len ge­ge­ben, und letzt­lich lä­gen die Zah­len jetzt auf dem Ni­veau von 2008/2009. „Nach ei­nem deut­li­chen An­stieg er­le­ben wir jetzt ei­nen Rück­gang, aber be­fin­den uns eben im­mer noch auf ei­nem or­dent­li­chen Le­vel.“Micha­el Bretz, Lei­ter der Wirt­schafts­for­schung bei Cre­dit­re­form, sieht je­doch, dass vie­le Ver­fah­ren sehr klein­tei­lig sei­en und die Um­sät­ze der Kanz­lei­en pro In­sol­venz sin­ken wür­den. Für Wil­helm Klaas von Klaas & Kol­le­gen hat die­se Klein­tei­lig­keit in Kom­bi­na­ti­on mit ge­stie­ge­nen An­for­de­run­gen sei­tens der Ge­rich­te da­zu ge­führt, dass er nicht mehr als In­sol­venz­ver­wal­ter tä­tig ist und sich nur noch in der Be­ra­tung en­ga­giert. Und auch Ge­org Kre­plin (Kre­plin & Part­ner) weist da- rauf hin, dass der Wett­be­werb fun­da­men­tal an­ders und schär­fer ge­wor­den sei und vie­le Ver­fah­ren von nied­ri­ger Qua­li­tät sei­en. Das sieht auch Dr. Dirk And­res von And­res Part­ner so und fügt hin­zu: „Der Wett­be­werb wird in Zu­kunft nicht ge­rin­ger wer­den.“Für Tho­mas Aust­mann von der Wirt­schafts­rechts-Bou­tique Aust­mann & Part­ner kön­ne dies zu ei­ner Markt­kon­so­li­die- rung füh­ren; die­se aber be­grüßt er: „Ei­ne Kon­so­li­die­rung wird zu ei­ner bes­se­ren Qua­li­tät füh­ren.“

Dr. Paul Fink von FRH Rechts­an­wäl­te ist auch der Über­zeu­gung, dass man den Markt ge­nau be­ob­ach­ten müs­se. „In­sol­venz­ver­wal­tung ist aber auch auf Lang­fris­tig­keit aus­ge­legt. Die Ver­wal­ter dür­fen als Un­ter­neh­mer nicht die glei­chen Feh­ler ma­chen wie ih­re Man­dan­ten. Sonst war die Be­rufs­wahl ver­mut­lich falsch.“Dr. Gui­do Krüger von Bei­ten Burk­hardt – ei­ner Kanz­lei, die selbst

Tho­mas Aust­mann kei­ne Ver­wal­tung an­bie­tet – blickt auch op­ti­mis­tisch in die Ver­wal­ter­zu­kunft. „Beim nächs­ten um­fas­sen­den Bör­sen-Crash, den ich für 2017 er­war­te, wer­den die Re­ge­lin­sol­ven­zen wie­der an­zie­hen. Gleich­zei­tig sto­ßen aber vie­le Be­tei­lig­te auch Sa­nie­run­gen und Re­struk­tu­rie­run­gen früh­zei­ti­ger an.“

Das ha­be na­tür­lich mit den im­mer noch jun­gen Mög­lich-

„Ei­ne Kon­so­li­die­rung wird zu ei­ner bes­se­ren Qua­li­tät

füh­ren“

Aust­mann & Part­ner

Beim zwei­ten Wirt­schafts­fo­rum „In­sol­venz und Sa­nie­rung“der Rhei­ni­schen Post im Düs­sel­dor­fer In­dus­trie-Club dis­ku­tier­ten In­sol­venz­ver­wal­ter und Sa

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