Die Chan­ce steht im Fo­kus

Rheinische Post Goch - - EXTRA INSOLVENZ - VON PATRICK PE­TERS

Deut­sche und Nie­der­län­der ma­chen, vor al­lem ent­lang der Gren­ze, ger­ne Wit­ze über­ein­an­der. Und doch neh­men sich die Nach­barn ernst – aus gu­tem Grund: Nord­rheinWest­fa­len ist für das Kö­nig­reich der wich­tigs­te Han­dels­part­ner (al­lein der Ex­port be­läuft sich auf 40 Mil­li­ar­den Eu­ro, mehr als in die so­ge­nann­ten BRIC-Staa­ten), rund 3000 nie­der­län­di­sche Un­ter­neh­men ha­ben sich in Nord­rhein-West­fa­len an­ge­sie­delt und 25 Pro­zent des ge­sam­ten nie­der­län­di­schen Ex­ports geht nach Deutsch­land. An­hand die­ser Zah­len stell­te Frank van Beu­nin­gen, stell­ver­tre­ten­der Ge­ne­ral­kon­sul der Nie­der­lan­de, beim „Dutch Le­gal Day“der Wirt­schafts­kanz­lei Bei­ten Burk­hardt auf Schloss Dyck in Jü­chen die Be­deu­tung der deutsch-nie­der­län­di­schen Wirt­schafts­be­zie­hun­gen her­aus. Be­reits zum ach­ten Mal or­ga­ni­sier­te Bei­ten Burk­hardt ih­ren „Dutch Le­gal Day“mit deut­schen und nie­der­län­di­schen Rechts- und Wirt­schafts­ex­per­ten, un­ter an­de­rem ein Rich­ter des Amts­ge­richts Hamburg, ein Rechts­pro­fes­sor, Re­struk­tu­rie­rungs­und Trans­ak­ti­ons­be­ra­ter und ein In­sol­venz­ver­wal­ter.

Die Kanz­lei un­ter­hält am Düs­sel­dor­fer Stand­ort ihr von Re­gi­ne Nu­ckel ge­lei­te­tes „Dutch Desk“und be­rät deut­sche und nie­der­län­di­sche Un­ter­neh­men bei al­len wirt­schafts­recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen im deut­schen Recht. Im Mit­tel­punkt des dies­jäh­ri­gen Wirt­schafts­tref­fens stand die Fra­ge „In­sol­venz – Plei­te oder Chan­ce?“. Spe­zia­lis­ten aus bei­den Ju­ris­dik­tio­nen dis­ku­tier­ten dar­über und stell­ten die Un­ter­schie­de zwi­schen den Na­tio­nen, aber auch de­ren Ge­mein­sam­kei­ten beim Um­gang mit Un­ter­neh­mens­kri­sen her­aus. Ei­ne Aus­sa­ge der Run­de, die für bei­de Län­der glei­cher- ma­ßen gilt: „Die Chan­ce steht im Fo­kus, die Kri­se ist im­mer ei­ne Chan­ce, et­was zu ver­än­dern und ei­nen Neu­start zu ge­währ­leis­ten“, wie Rechts­an­wäl­tin Re­gi­ne Nu­ckel es for­mu­liert. Aber der Weg dort­hin ist ein an­de­rer, wie die Ex­per­ten fest­stel­len. In Deutsch­land sei das In­sol­venz­recht sehr sa­nie­rungs­freund­lich. Ziel sei es, Un­ter­neh­men in der In­sol­venz zu sa­nie­ren und dann in ei­ne er­folg­rei­che Zu­kunft zu ent­las­sen – so­fern das leis­tungs­wirt­schaft­lich mög­lich und sinn­voll sei.

In den Nie­der­lan­den hin­ge­gen füh­re ei­ne In­sol­venz in al­ler Re­gel zur Li­qui­da­ti­on des ur­sprüng­li­chen Un­ter­neh­mens, oft über ei­nen Ver­kauf (wo­bei auch dann der zu­min­dest teil­wei­se Fort­be­stand na­tür­lich ge­si­chert wer­den kön­ne). Da­für wer­de al­les dar­an ge­setzt, im Vor­feld ei­ner In­sol­venz mit­hil­fe sämt­li­cher mög­li­cher Sa­nie­rungs­in­stru­men­te ei­nen Tur­naround zu schaf­fen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.