Mit den rich­ti­gen He­beln zum Er­folg

Rheinische Post Goch - - EXTRA INSOLVENZ - VON JÜR­GEN GRO­SCHE

Mit An­fech­tungs­an­sprü­chen ver­un­si­chern In­sol­venz­ver­wal­ter vie­le Un­ter­neh­men. Doch man kann sich weh­ren, sa­gen die Spe­zia­lis­ten der Kanz­lei Hoff­mann Liebs Fritsch & Part­ner.

Un­ter­neh­mer schau­en oft wie das Ka­nin­chen auf die Schlan­ge, wenn sie Post vom In­sol­venz­ver­wal­ter ei­nes zah­lungs­un­fä­hi­gen Ge­schäfts­part­ners be­kom­men. In sol­chen Schrei­ben wer­den sie re­gel­mä­ßig auf­ge­for­dert, schon längst ab­ge­wi­ckel­te Ge­schäf­te neu auf­zu­rol­len und er­hal­te­ne Zah­lun­gen zu er­stat­ten. An­fech­tungs­an­spruch nennt sich das Phä­no­men, das schon manch ein Un­ter­neh­men selbst an den Rand schob.

„Wir be­ob­ach­ten ei­ne deut­li­che Zu­nah­me von In­sol­venz­an­fech­tun­gen“, stellt Dr. Vol­ker Hees fest. Der Fach­an­walt für In­sol­venz­recht muss es wis­sen: Die Kanz­lei Hoff­mann Liebs Fritsch & Part­ner (HLFP), für die er als Part­ner tä­tig ist, be­treut vie­le Man­dan­ten, die von In­sol­venz­ver­wal­tern zu Rück­zah­lun­gen auf­ge­for­dert wur­den. „Wir sind die In­sol­venz­an­fech­ter“, be­schreibt Hees sei­ne Po­si­tio­nie­rung.

„Die Ge­schäfts­füh­rer der Un­ter­neh­men ken­nen die ju­ris­ti­schen Fein­hei­ten nicht und zah­len aus Angst, kei­ne Chan­ce zu ha­ben“, er­klärt Ol­ga Dro­biaz­ko. Die eben­falls bei HLFP tä­ti­ge Rechts­an­wäl­tin spricht da­mit den Know-how­Vor­teil an, der den In­sol­venz­ver­wal­tern zu­gu­te­kom­me. „Doch es lohnt sich im­mer, ge­nau hin­zu­schau­en“, sagt die An­wäl­tin. Zu­min­dest ein Ver­gleich sei häu­fig her­aus­zu­ho­len.

So kann die Kanz­lei HLFP bei der Ab­wehr von An­fech­tungs­an­sprü­chen auf zahl­rei­che Er­fol­ge ver­wei­sen. Für das Tech­no­lo­gie- und Di­enst­leis­tungs­un­ter­neh­men tech­no­trans in Sas­sen­berg zum Bei­spiel konn­ten die An­wäl­te ei­ne sechs­stel­li­ge For­de­rung auf we­ni­ge tau­send Eu­ro re­du­zie­ren. Ähn­li­ches ge­lang beim Man­dan­ten A.S. Créa­ti­on Ta- pe­ten oder den Post­dienst­leis­tern Post­con und TNT Ex­press.

Der Hand­lungs­be­darf ist im­mens. In Ex­trem­fäl­len sol­len die Fir­men bis zu 13 Jah­re zu­rück­lie­gen­de Zah­lun­gen zu­rück­er­stat­ten. Nach bis­he­ri­ger Rechts­la­ge kann ein An­fech­tungs­an­spruch bis zu zehn Jah­re vor dem An­trag auf Er­öff­nung des In­sol­venz­ver­fah­rens grei­fen. Wenn das Ver­fah­ren Mo­na­te spä­ter er­öff­net wur­de, rei­chen die mit­un­ter erst kurz vor Ver­jäh­rung er­ho­be­nen An­sprü­che schlimms­ten­falls weit über die Auf­be­wah­rungs­fris­ten von Ge­schäfts­un­ter­la­gen hin­aus – für ein Un­ter­neh­men wird es dann schwer, sich zu weh­ren.

Es sei denn, man kennt die rich­ti­gen He­bel. „Wir set­zen zum Bei­spiel be­reits bei der Pro­zess­kos­ten­hil­fe an“, ver­rät Hees. In­sol­venz­ver­wal­ter be­an­tra­gen zur Durch­set­zung ih­rer An­fech­tungs­an­sprü­che in der Re­gel die­se staat­li­che Un­ter­stüt­zung mit dem Ar­gu­ment, das Un­ter­neh­men sei ja plei­te und kön­ne al­so sei­ne Rech­te sonst nicht durch­set­zen. „Wir prü­fen dann: Hat der Ver­wal­ter über­haupt An­spruch auf die Hil­fe?“, er­klärt Hees. Das sei in vie­len Fäl­len gar nicht so klar und wer­de mit­un­ter von den Ge­rich­ten über­se­hen.

So müs­se der Ver­wal­ter zum Bei­spiel dar­le­gen, war­um es nicht den Gläu­bi­gern des in­sol­ven­ten Un­ter­neh­mens zu­zu­mu­ten ist, die Kos­ten des Rechts­streits selbst auf­zu­brin­gen. Wenn et­wa Groß­gläu­bi­ger ei­ne über­durch­schnitt­lich ho­he Quo­te zur Be­frie­di­gung ih­rer For­de­run­gen er­war­ten kön­nen, dann sei es doch recht und bil­lig, dass sie sich an Pro­zes­sen des Plei­te-Un­ter­neh­mens be­tei­li­gen, be­schreibt Hees die ju­ris­ti­sche Ar­gu­men­ta­ti­ons­li­nie: „War­um soll der Staat über die Pro­zess­kos­ten­hil­fe Rechts­strei­tig­kei­ten fi­nan­zie­ren, wenn der In­sol­venz­ver­wal­ter den Gläu­bi­gern ei­ne ho­he Quo­te ver­spricht?“

Soll­te sich die Recht­spre­chung än­dern – ei­ne Ge­set­zes­no­vel­le ist ge­ra­de auf dem Weg –, dann dürf­te dies den Ge­schäfts­part­nern kri­seln­der Un­ter­neh­men et­was mehr Rechts­si­cher­heit brin­gen, „Gläu­bi­ger und Lie­fe­ran­ten wer­den mit ih­nen wie­der eher Ge­schäf­te ma­chen kön­nen, oh­ne gleich das Schlimms­te be­fürch­ten zu müs­sen“, sagt Hees.

Den­noch dürf­te auch dann der Be­ra­tungs­be­darf hoch blei­ben. „Hier blei­ben für un­se­re Man­dan­ten zahl­rei­che of­fe­ne Fra­gen, auf die wir Ant­wor­ten lie­fern müs­sen“, sagt der An­walt.

Na­tür­lich be­han­deln die Rechts­an­wäl­te der Düs­sel­dor­fer Full-Ser­vice-Kanz­lei nicht nur An­fech­tungs­kla­gen. Mitt­ler­wei­le be­schäf­tigt die seit 40 Jah­ren be­ste­hen­de So­zie­tät 44 An­wäl­te. „Wir ver­zeich­nen kon­ti­nu­ier­li­ches Wachs­tum“, sagt Ol­ga Dro­biaz­ko. Zu den Man­dan­ten zäh­len vor al­lem Mit­tel­ständ­ler, dar­über hin­aus Un­ter­neh­men al­ler Grö­ßen – „von ei­ner in­ha­ber­ge­führ­ten Gm­bH bis zum gro­ßen Welt­Kon­zern“.

Al­lein die Rechts­strei­tig­kei­ten rund um In­sol­ven­zen ha­ben ak­tu­ell ins­ge­samt ei­nen Streit­wert von 59 Mil­lio­nen Eu­ro; mehr als 60 Ge­richts­fäl­le be­ar­bei­ten die Ju­ris­ten der­zeit bun­des­weit. Im In­sol­venz­recht be­ra­ten die Ex­per­ten nicht nur Gläu­bi­ger, Lie­fe­ran­ten und Ban­ken so­wie Ge­schäfts­füh­rer und Ge­sell­schaf­ter der in­sol­ven­ten Un­ter­neh­men. In aus­ge­wähl­ten Fäl­len ar­bei­ten sie auch mit In­sol­venz­ver­wal­tern zu­sam­men. „Wir wis­sen, wie bei­de Sei­ten ar­bei­ten, den­ken und vor­ge­hen“, be­schreibt die Rechts­an­wäl­tin den Vor­teil, „so kön­nen wir für un­se­re Man­dan­ten das Bes­te her­aus­ho­len“.

Ol­ga Dro­biaz­ko und Dr. Vol­ker Hees von Hoff­mann Liebs Fritsch & Part­ner

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.