Zwan­zi­ger: Es gab beim DFB ei­ne schwar­ze Kas­se

Rheinische Post Goch - - VORDERSEITE -

VON GRE­GOR MAYNTZ

Die Som­mer­zeit ist schlech­ter für den Men­schen als bis­her ver­mu­tet. Zu die­sem Er­geb­nis kommt ei­ne noch un­ver­öf­fent­lich­te Stu­die für den Bun­des­tag, die un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt. „Mitt­ler­wei­le gibt es ver­mehr­te wis­sen­schaft­li­che An­halts­punk­te da­für, dass sich die An­pas­sung der bio­lo­gi­schen Rhyth­men des Men­schen ins­be­son­de­re an die Zeit­um­stel­lung im Früh­jahr nicht so ein­fach voll­zieht, wie noch vor we­ni­gen Jah­ren an­ge­nom­men wor­den war“, heißt es in dem 200 Sei­ten star­ken „Bi­lanz der Som­mer­zeit“-Gut­ach­ten des Bü­ros für Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung für den For­schungs­aus­schuss des Par­la­ments. Nach neu­en Er­kennt­nis­sen ge­lin­ge selbst bin­nen vier Wo­chen nach der Um­stel­lung der An­pas­sungs­pro­zess „nur un­voll­stän­dig be­zie­hungs­wei­se gar nicht“. Auch die Wir­kung des Stress­hor­mons Cor­ti­sol fol­ge nicht der ver­än­der­ten Uhr­zeit, son­dern dem Son­nen­auf­gang. Nach 27.000 Mes­sun­gen über 13 Jah­re hin­weg sei klar ge­wor­den, dass der Hö­he­punkt der Cor­ti­sol-Aus­schüt­tung in den Som­mer­zeit­mo­na­ten um ei­ne St­un­de ver­scho­ben sei. Der Kör­per wird al­so von der Na­tur zum sel­ben Stand der Son­ne fit­ge­macht, auch wenn er ei­ne St­un­de eher ge­weckt wird. Für die ur­sprüng­lich mit der Ein­füh­rung der Som­mer­zeit ver­bun­de­ne Aus­sicht auf Ener­gie­ein­spar­ef­fek­te fand die Stu­die kaum Be­le­ge. Die Ein­spa­rung lie­ge bei we­ni­ger als 0,03 Pro­zent des End­ener­gie­ver­brauchs ei­nes Lan­des. Uwe Schum­mer, Vi­ze­chef der Uni­ons-Ar­beit­neh­mer­grup­pe, for­der­te die EU zum Um­den­ken auf: „Ei­ne Ent­schei­dung, de­ren Nut­zen kaum mess­bar ist und die sich ne­ga­tiv auf das Le­ben der Men­schen aus­wirkt, soll­te kor­ri­giert wer­den.“Her­bert Reul, Vor­sit­zen­der der deut­schen EVP-Ab­ge­ord­ne­ten, kün­dig­te für nächs­ten Don­ners­tag ei­ne De­bat­te über „Sinn oder Un­sinn der Zeit­um­stel­lung“im Straß­bur­ger Par­la­ment an. Die EVP wer­de sich da­nach wei­te­re Schrit­te vor­be­hal­ten. Reul ver­wies dar­auf, dass vie­le Bür­ger Pro­ble­me mit der Zeit­um­stel­lung hät­ten und 75 Pro­zent sie wie­der ab­schaf­fen woll­ten. DORTMUND (RP) Der ehe­ma­li­ge DFB-Prä­si­dent Theo Zwan­zi­ger er­neu­ert sei­ne Vor­wür­fe ge­gen sei­nen Nach­fol­ger Wolf­gang Niers­bach. „Es ist ein­deu­tig, dass es ei­ne schwar­ze Kas­se in der deut­schen WM-Be­wer­bung gab“, sag­te Zwan­zi­ger dem Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Der Spie­gel“. Das hat­te Niers­bach be­strit­ten. Sein Vor­gän­ger er­klär­te, es sei „eben­so klar, dass der heu­ti­ge Prä­si­dent des DFB da­von nicht erst seit ein paar Wo­chen weiß, wie er be­haup­tet, son­dern schon seit min­des­tens 2005. So wie ich das se­he, lügt Niers­bach.“Zwan­zi­ger war im Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee für die Welt­meis­ter­schaft 2006 für die Fi­nan­zen zu­stän­dig. Von 2004 bis 2012 war er Prä­si­dent des DFB.

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