Ge­richt ver­bie­tet Ho­ge­sa-De­mo in Dom-Nä­he

Rheinische Post Goch - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

KÖLN (dpa) Die für mor­gen in Köln ge­plan­te „Ho­ge­sa“-Kund­ge­bung darf nicht un­mit­tel­bar ne­ben dem Köl­ner Haupt­bahn­hof statt­fin­den. Statt­des­sen müs­sen sich die Teil­neh­mer – wie von der Po­li­zei vor­ge­se­hen – auf ei­nem Platz im rechts­rhei­ni­schen Stadt­teil Deutz ver­sam­meln. Das hat das Köl­ner Ver­wal­tungs­ge­richt ges­tern ent­schie­den. Es lehn­te da­mit ei­nen An­trag des An­mel­ders der Ver­samm­lung ab, der sich ge­gen ei­ne Ver­le­gung der Kund­ge­bung nach Deutz ge­wandt hat­te (AZ: 20 L 2600/15).

Das Ge­richt folg­te nach ei­ge­nen An­ga­ben der Ar­gu­men­ta­ti­on der Po­li­zei, wo­nach der Bres­lau­er Platz am Haupt­bahn­hof für die Ver­an­stal­tung der Grup­pe „Hoo­li­gans ge­gen Sala­fis­ten“(Ho­ge­sa) zu klein sei. Dort pass­ten rund 2000 Per­so­nen hin, über Face­book hät­ten aber be­reits mehr als 2200 Teil­neh­mer zu­ge­sagt. Der Ver­an­stal­ter hat­te sei­nen Eil­an­trag vor al­lem da­mit be­grün­det, dass die De­mo fried­lich ver­lau­fen wer­de und so­mit kein An­lass zu ei­ner Ver­le­gung des Or­tes be­ste­he. Ge­gen den Be­schluss kann Be­schwer­de beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ein­ge­legt wer­den.

Ur­sprüng­lich hat­te die Po­li­zei die De­mons­tra­ti­on kom­plett ver­bo­ten, um ei­ne ähn­li­che Ge­walt­es­ka­la­ti­on wie vor ei­nem Jahr zu ver­hin­dern. Da­mals war es bei der ers­ten Ho­ge­sa-De­mons­tra­ti­on zu Kra­wal­len ge­kom­men, bei de­nen 50 Po­li­zis­ten ver­letzt wur­den. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat­te in ei­ner frü­he­ren Ent­schei­dung das Ver­bot der Po­li­zei teil­wei­se wie­der auf­ge­ho­ben: Es un­ter­sag­te zwar ei­nen De­mons­tra­ti­ons­zug, er­laub­te aber ei­ne Kund­ge­bung an ei­nem fes­ten Platz. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt be­stä­tig­te die­se Ent­schei­dung.

Der Köl­ner Po­li­zei­prä­si­dent Wolf­gang Al­bers be­fürch­tet den­noch Aus­schrei­tun­gen bei der Kundge- bung. „Der Sonn­tag wird ein sehr schwe­rer Tag für Köln und die Po­li­zei“, sag­te Al­bers. „Ge­walt­tä­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen kann ich nicht aus­schlie­ßen.“

Laut Ein­satz­lei­ter Micha­el Tem­me sind ins­ge­samt sie­ben Ver­samm­lun­gen ge­plant. Zahl­rei­che Grup­pen hät­ten Ge­gen­ver­an­stal­tun­gen zur Hoo­li­gan-Ver­samm­lung an­ge­mel­det. Un­ter den Ho­ge­saTeil­neh­mern sei­en Rechts­ex­tre­mis­ten, die laut Al­bers „frem­den­feind­li­che Pro­pa­gan­da“ver­brei­ten wol­len. Mehr als 3500 Po­li­zis­ten sol­len im Ein­satz sein so­wie meh­re­re Was­ser­wer­fer und ein Hub­schrau­ber.

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