Mo­gelt auch Opel bei Emis­sio­nen?

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT - VON JAN DREBES

Deut­sche Um­welt­hil­fe mel­det Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten bei Tests, Opel de­men­tiert.

BERLIN Die Af­fä­re um Ab­gas­ma­ni­pu­la­tio­nen bei Volks­wa­gen könn­te sich aus­wei­ten. Der Na­tur­schutz­ver­band Deut­sche Um­welt­hil­fe er­hebt schwe­re Vor­wür­fe ge­gen den Au­to­her­stel­ler Ge­ne­ral Mo­tors (GM) und des­sen deut­sche Toch­ter Opel. So ha­be man bei zwei Sze­na­ri­en ei­nes La­b­or­tests mit ei­nem die­sel­be­trie­be­nen Opel Za­fi­ra er­heb­li­che Un­ter­schie­de beim Stick­oxid­aus­stoß fest­ge­stellt, die lo­gisch nicht zu er­klä­ren sei­en. Das teil­te die Um­welt­hil­fe (DUH) am Frei­tag in Berlin mit. Der Rüs­sels­hei­mer Au­to­bau­er wies die Vor­wür­fe so­fort zu­rück.

Nach ei­ge­nen An­ga­ben hat­te die DUH ei­nen in die­sem Jahr zu­ge­las­se­nen Opel Za­fi­ra 1.6 CDTi im La­bor der Ber­ner Fach­hoch­schu­le auf den Prüf­stand ge­schickt und den in Eu­ro­pa üb­li­chen Zu­las­sungs­test für Pkw ab­spu­len las­sen. Da­bei ha­be das Fahr­zeug al­le Ab­gas­wer­te nach Eu­ro-6-Norm ein­ge­hal­ten, so­lan­ge sich le­dig­lich die Vor­der­rä­der auf ei­ner Rol­le be­fun­den hät­ten. So­bald aber die Hin­ter­rä­der von ei­ner zwei­ten Rol­le be­wegt wur­den, hät­ten die Ab­gas­wer­te um das Zwei- bis Drei­fa­che über den er­laub­ten Grenz­wer­ten ge­le­gen, ob­wohl die Hin­ter­rä­der für den An­trieb nicht re­le­vant sei­en, teil­te DUH-Ver­kehrs­ex­per­te Axel Fried­rich mit. „Ich ha­be kei­ne nor­ma­le, tech­nisch plau­si­ble Er­klä­rung für das Ab­gas­ver­hal­ten des Fahr­zeu­ges“, sag­te Fried­rich.

Was die DUH nicht be­haup­tet, aber der In­ter­pre­ta­ti­on ih­rer Aus­sa­gen über­lässt: Wie VW könn­te auch GM Soft­ware zur Er­ken­nung der Prüf­stand-Si­tua­ti­on ein­set­zen. Opel be­zeich­ne­te die Tes­t­er­geb­nis­se der DUH und die Vor­wür­fe als „ein­deu­tig falsch und un­be­grün­det“. „Von GM ent­wi­ckel­te Soft­ware hat kei­ne Fea­tu­res, die fest­stel­len, ob das Fahr­zeug ei­nem Emis­si­ons­test un­ter­zo­gen wird“, er­klär­te der Au­to­bau­er. Zu­dem hät­ten ei­ge­ne In­ge­nieu­re den Test eben­falls durch­ge­führt und kei­ne ab­wei­chen­den Wer­te fest­ge­stellt. Am Abend ver­schick­te die GM-Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ab­tei­lung ei­ne Pres­se­mit­tei­lung, wo­nach der TÜV Hes­sen die Wer­te des Za­fi­ra als ge­set­zes­kon­form be­stä­tig­te.

Weil die DUH auch BMW und Daim­ler der Ma­ni­pu­la­ti­on ver­däch­tigt hat­te, droh­ten die Au­to­kon­zer­ne dem Ver­band mit recht­li­chen Schrit­ten. Ein Spre­cher von Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alexander Do­brindt (CSU) sag­te am Frei­tag, man ken­ne die Ver­suchs­an­ord­nung nur aus den Me­di­en und kön­ne kei­ne Stel­lung­nah­me ab­ge­ben. Am Mon­tag wird Do­brindt in die USA rei­sen und in Wa­shing­ton Ge­sprä­che über den Ab­gas­skan­dal bei VW füh­ren. Ana­lys­ten ge­hen da­von aus, dass VW im drit­ten Quar­tal un­term Strich ei­nen Ver­lust von gut zwei Mil­li­ar­den Eu­ro ein­fah­ren dürf­te.

FOTO: HOLZ­MANN /DEUT­SCHE UM­WELT­HIL­FE

Ein Opel Za­fi­ra bei der Ab­gas­prü­fung durch die Ber­ner Fach­hoch­schu­le.

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