Bun­des­re­gie­rung ret­tet Air Berlin-Flug­plan - vor­erst

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

BERLIN (jd/dpa) Der Druck auf Air Berlin wur­de im­mer grö­ßer. Ob­wohl der Win­ter­flug­plan der an­ge­schla­ge­nen Air­line be­reits mor­gen be­ginnt, gab es bis­lang noch kei­ne Ei­ni­gung mit der Bun­des­re­gie­rung, in wel­chem Um­fang Air Berlin und die ara­bi­sche Flug­ge­sell­schaft Eti­had auch künf­tig Ge­mein­schafts­flü­ge an­bie­ten dür­fen. Doch ges­tern Abend gab es dann doch noch ei­nen Durch­bruch, der Air Berlin Luft ver­schafft – vor­erst.

Die Bun­des­re­gie­rung hat die um­strit­te­nen ge­mein­sam ver­mark­te­ten Flü­ge der Air Berlin und ih­res ara­bi­schen Part­ners Eti­had ges­tern bis Mit­te Ja­nu­ar ge­neh­migt. Die 31 strit­ti­gen Stre­cken „wer­den Eti­had Air­ways letzt­ma­lig und be­fris­tet bis zum 15.01.2016 er­mög­licht“, teil­te ei­ne Spre­cher ges­tern Abend mit. Zur Be­grün­dung hieß es, es soll­ten kei­ne Nach­tei­le für Pas­sa­gie­re ent­ste­hen, die be­reits Ti­ckets ge­kauft ha­ben. Die Flug­ge­sell­schaf­ten hät­ten nun Zeit, ei­ne or­ga­ni­sa­to­ri­sche Lö­sung zu fin­den. Nach An­ga­ben der Flug­ge­sell­schaf­ten sol­len be­reits 82.000 Rei­sen für die­se Rou­ten ver­kauft sein.

Ges­tern hat­te Eti­had vor dem Ver­wal­tungs­ge­richts Braun­schweig ges­tern ei­ne einst­wei­li­ge Ver­fü­gung erstrit­ten. Bis zum 8. No­vem­ber muss das Luft­fahrt­bun­des­amt die so­ge­nann­ten Co­desha­re-Flü­ge nun ge­neh­mi­gen. Man kön­ne nicht län­ger auf ei­ne Ent­schei­dung der deut­schen Re­gie­rung war­ten, hat­te Eti­had zu­vor zur Be­grün­dung des recht­li­chen Schritts ge­sagt. Die gab es nun trotz­dem.

Ver­kehrs­mi­nis­ter Alexander Do­brindt (CSU) hält die be­an­trag­te Aus­wei­tung der Ko­ope­ra­ti­on je­doch für nicht ge­neh­mi­gungs­fä­hig. Für die an­ge­schla­ge­ne Flug­ge­sell­schaft Air Berlin ist sie aber im­mens wich­tig. Denn das Co­desha­re-Ver­fah­ren, durch das Eti­had Flü­ge von Air Berlin mit ei­ge­nen Flug­num­mern ver­se­hen und ver­mark­ten darf, bringt viel Geld. Ak­tu­ell sind es 140 Mil­lio­nen Eu­ro zu­sätz­li­cher Um­satz im Jahr. Zu­letzt konn­te Air Berlin nur we­gen Geld­sprit­zen von Eti­had wei­terf lie­gen. Wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) wirbt da­her für ei­ne ein­ver­nehm­li­che Lö­sung – ge­ra­de an­ge­sichts der rund 9000 Ar­beits­plät­ze bei Air Berlin.

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