Ver­trau­te Welt

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST - THEO GERT­SEN, KLE­VE

Hei­mat ist ver­trau­te Welt, Fluss und Fel­der, Wie­sen, Bäu­me, und die Schön­heit al­ter Mau­ern, die ein Le­ben über­dau­ern. Hei­mat, das sind schö­ne Träu­me, fern­ab wohl von Ruhm und Geld, sie wohnt in uns, be­glei­tet, ein ewi­ger Pfand, der stolz uns trägt. Hei­mat ist Mensch, ist Grund­stein, Herz, al­te Freun­de, Trä­nen, Lie­be, wer sie leug­net, mit ihr ha­dert, fühlt mit­un­ter tie­fen Schmerz. Frem­de Welt, auch noch so schön, kos­te oh­ne Un­ter­lass, was sie dir gibt, schen­ke dir ein, auf dei­nem Weg, doch ich fra­ge was blie­be, ei­nem Men­schen oh­ne Tie­fe, ganz egal wo Mensch auch ist, wer die Hei­mat blind ver­gisst, steht am En­de oft al­lein, kein Ga­rant für glück­lich sein. Noch ein Nach­satz mit Reim: So vie­le hei­mat­lo­se Men­schen kom­men zu uns, und na­tür­lich ha­ben wir Angst vor der Zu­kunft. Die rich­tig klu­gen und vor al­lem aber un­ei­gen­nüt­zi­gen Köp­fe ren­nen der Welt ja auch nicht ge­ra­de die Tür ein. Den­noch, bei al­ler be­rech­tig­ter Sor­ge, ein kur­zer Reim. Hei­mat ist nur was für hier, Sau­er­kraut und le­cker Bier, eins, zwei, drei, die Gren­zen dicht, Au­gen zu, ich se­he euch nicht, Au­gen auf, noch al­le da, Über­ra­schung, aber ja, Lö­sung liegt doch auf der Hand, mein ge­lieb­tes Hei­mat­land, Au­gen zu, es wird schon ge­hen, Hei­mat, nä watt bist du schön.

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