Mu­se­ums­päd­ago­gik für die ganz Klei­nen

Rheinische Post Goch - - LOKALE KULTUR - VON MAT­THI­AS GRASS

Mu­se­um Kur­haus Kle­ve bie­tet Work­shops für Kin­der zwi­schen drei und sechs Jah­ren an. Neu­es Pro­gramm zur Go­ver­tF­linck-Aus­stel­lung mit 18 Kur­sen für Kin­der und Ju­gend­li­che und vier Ate­liers für Er­wach­se­ne.

KLE­VE Die Jungs und Mä­dels stan­den im Mit­tel­punkt: „Ich ganz wich­tig“, hieß der ki­no-ver­däch­ti­ge Ti­tel beim Work­shop von Mu­se­ums­päd­ago­gin Cla­ra Heim­bach, zu dem Kin­der im Grund­schul-Al­ter ins Kle­ver Mu­se­um Kur­haus ge­kom­men wa­ren. Ganz wich­tig wa­ren sie, die Kin­der. Wie die gro­ßen Fürs­ten und Bür­ger, die der Ma­ler Go­vert Flinck schuf, wie die Pa­tro­ne des Kur­hau­ses, die der is­rae­lisch-bri­ti­sche Künst­ler Uri Gersht le­bens­groß fo­to­gra­fier­te. Da ist die Klei­ne ganz Grand Da­me, auch wenn der tol­le Fell­kra­gen nur aus Putz­lap­pen be­steht. Nach ei­ner zwei­stün­di­gen Fo­to­ses­si­on wa­ren die Bil­der im Kas­ten und die Kin­der hell­auf be­geis­tert. Von den Bil­dern des Ba­rock­ma­lers wie von der Zeit im Mu­sen­tem­pel, die wie im Flug ver­ging.

Die Mu­se­ums­päd­ago­gik im Mu­se­um Kur­haus Kle­ve hat Tra­di­ti­on. Die Kin­der sind dem Haus wich­tig und wer­den ab Mit­te De­zem­ber im lich­ten neu­en Raum im Erd­ge­schoss ei­ne neue wun­der­ba­re Wun­der­kam­mer be­kom­men. Va­len­ti­na Vla­sic vom Kle­ver Mu­se­um stell­te jetzt das Pro­gramm für das kom­men­de Quar­tal vor, das pas­send zur Go­vert-Flinck-Aus­stel­lung or­ga­ni­siert ist und mit ei­nem Por­trät des ba­ro­cken Ma­lers ein­lädt: Dick liegt dar­auf der klei­ne Gott Amor auf der samt­ro­ten De­cke. Den Bo­gen hat er von der Seh­ne ent­spannt und den Kö­cher mit den Lie­bes­pfei­len ne­ben sich plat­ziert. Im Traum nu­ckelt der gold­ge­lock­te Kn­a­be an sei­nen Fin­gern. Amor ziert näm­lich das neue Falt­blatt für das päd­ago­gi­sche Be­gleit­pro­gramm mit 18 Kur­sen für Kin­der und vier Ate­liers für Er­wach­se­ne. Und den Kur­sen, die man zu­sätz­lich bu­chen kann.

Der nu­ckeln­de Amor steht vi­el­leicht auch für die ganz Klei­nen, die Alex­an­dra Ee­ren­stein ans Mu­se­um her­an­füh­ren und in ih­rer Krea­ti­vi­tät för­dern möch­te. Ein Kurs, der bei­spiel­ge­bend ist und Kin­der zwi­schen drei und fünf Jah­ren an­spricht. Zu­sam­men mit ih­ren El- tern. Denn die, al­so Men­schen zwi­schen 25 und 45 Jah­re, sind im Mu­se­um schlecht ver­tre­ten, sagt Ee­ren­stein. Sie läuft mit den Klei­nen durchs Mu­se­um, guckt mit ih­nen die Bil­der. Die Kin­der ler­nen, dass Mu­se­um al­les an­de­re als drö­ge und lang­wei­lig und still ist. Sie ler­nen auch, aus den ge­se­he­nen Sa­chen zu ler­nen. Nach dem Gu­cken wird ge­malt, ge­formt, ge­zeich­net. Und ge­sun­gen wird auch. Die Kur­se kos­ten fünf Eu­ro pro Kind, die Be­gleit­per­son hat frei­en Ein­tritt. Die Kur­se fin­den al­le 14 Ta­ge sams­tags statt, man kann sie auch ein­zeln bu­chen.

Sams­tags sind auch die Kur­se für die Kin­der und Ju­gend­li­chen und Werk­statt vor­zu­füh­ren. Den Kurs gibt’s auch für Er­wach­se­ne am Nach­mit­tag. Und: Dü­ck­er­hoff zeigt f lie­gen­des Gold . . .

Marg­ret Koh­tes-In­ger­feld, Kla­ra Heim­bach und Mo­ni­ka Bu­chen la­den an vier Sams­ta­gen zu Ate­liers für Er­wach­se­ne ein.

Mit den Kur­sen der Mu­se­ums­päd­ago­gik, die in der Re­gel gut be­setzt sind, er­reicht die Mu­se­ums­päd­ago­gik über 200 Kin­der im Quar­tal, die sich spie­le­risch und krea­tiv mit Kunst aus­ein­an­der­set­zen. Zu­sätz­lich zu den Schü­lern, die mit Schu­le-Kunst-Mu­se­um in den über­re­gio­nal be­kann­ten Mu­sen­tem­pel kom­men.

RP-FOTO: GOTT­FRIED EVERS

Das team der Mu­se­ums­päd­ago­gen und der Füh­rer vom Mu­se­um Kur­haus Kle­ve.

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