Glad­bach ge­gen Schal­ke im Dop­pel­pack – wie 1967

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON KARS­TEN KEL­LER­MANN

Die Bo­rus­sia spielt mor­gen in der Meis­ter­schaft ge­gen Schal­ke und tritt nächs­te Wo­che im Po­kal in Gel­sen­kir­chen an.

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Al­les schon mal da­ge­we­sen: Der Spiel­plan der Bun­des­li­ga führt Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach und Schal­ke 04 mor­gen um 17.30 Uhr zu­sam­men. Mitt­woch gibt es schon das nächs­te Tref­fen – da­für hat die Zweit­run­den­aus­lo­sung im DFB-Po­kal ge­sorgt, Ort des Ge­sche­hens ist dann die Are­na in Gel­sen­kir­chen. Die­se Ge­schich­te gab es schon mal. Und sie hat­te es in sich.

1967 wa­ren die Glad­ba­cher und die Schal­ker eben­falls di­rekt nach­ein­an­der in der Li­ga und im Po­kal ver­ab­re­det. Beim ers­ten Da­te am 7. Ja­nu­ar schrie­ben sie Ge­schich­te auf dem schnee­be­deck­ten Ra­sen des Bö­kel­berg-Sta­di­ons. 11:0 sieg­te Mön­chen­glad­bach. Bernd Rupp, Jupp Heynckes und Her­bert Lau­men tra­fen drei­mal, Gün­ter Net­zer zwei­mal. Zwi­schen­durch fleh­te der Schal­ker Friedel Rausch: „Hört doch auf.“Es war der ers­te zwei­stel­li­ge Sieg der Bun­des­li­ga­his­to­rie und ist bis heu­te der zweit­höchs­te (Glad­bach über­traf sich 1978 mit dem 12:0 ge­gen Dortmund selbst). Lau­men kos­te­te die Sa­che im Nach­gang 50 Eu­ro, weil er den Spiel­ball ein­sack­te. Ma­na­ger Hel­mut Gras­hoff for­der­te das Spiel­ge­rät zu­rück, doch Lau­men zahl­te lie­ber die Stra­fe, als das Samm­ler­stück raus­zu­rü­cken.

Ei­ne Wo­che da­nach war das Po­kal­spiel „auf“Schal­ke. Nach 39 Se­kun­den schoss Her­bert Wim­mer das 1:0 für die Gäs­te, es sah wie­der nach ei­nem De­ba­kel für das Team des frü­he­ren Bo­rus­sen-Trai­ners Fritz Langner aus. Doch an­ge­führt von Spiel­ma­cher Gün­ter Herr­mann, der selbst zwei­mal traf, dreh­te Kö­nigs­blau das Spiel und ge­wann 4:2.

48 Jah­re spä­ter gibt es den Glad­bach-Schal­ke-Dop­pel­pack er­neut. „So et­was ha­be ich noch nicht er­lebt“, ge­steht Bo­rus­si­as Ka­pi­tän Gra­nit Xha­ka. Er glaubt: „Es ist für bei­de ein­fa­cher, sich nach dem ers­ten Spiel zu ana­ly­sie­ren.“Sein Trai­ner An­dré Schu­bert sieht es et­was an­ders. „Na, ich sa­ge es ein­fach mal: Der Po­kal hat ei­ge­ne Ge­set­ze. Aber das ist nicht ent­schei­dend. Es kann ja sein, dass Schal­ke durch­wech­selt und sich so auch tak­tisch et­was än­dert. Da­her müs­sen wir je­des Spiel für sich be­trach­ten“, sagt er.

Grund­sätz­lich je­doch hat er fest­ge­stellt, dass die Mann­schaft sei­nes Schal­ker Kol­le­gen An­dré Brei­ten­rei­ter „ei­nen gu­ten Start hin­ge­legt hat und der­zeit sehr gut drauf ist“. Was aber auch für sein Team gilt, das zu­letzt in der Li­ga vier­mal in Fol­ge ge­wann. „Wir ver­tei­di­gen im­mer bes­ser und öko­no­mi­scher, und nach vor­ne geht bei uns im­mer et­was“, er­klärt Schu­bert. So ist zu ver­mu­ten, dass sich bei­de Mann­schaf­ten auf Au­gen­hö­he be­geg­nen.

Ein Kan­ter­sieg wie 1967 ist da­her kaum zu er­war­ten (so­weit man sich si­cher sein kann im Fuß­ball), eher zwei knap­pe Spie­le. Die Bo­rus­sen wol­len ei­nes je­doch bes­ser ma­chen als ih­re Ah­nen: „Wir wol­len erst die Punk­te in der Li­ga ho­len und dann im Po­kal wei­ter­kom­men“, stellt Xha­ka fest.

Schal­kes An­satz dürf­te al­ler­dings ähn­lich aus­se­hen.

FOTO: DPA

Lieb­ling der Fans: Mön­chen­glad­bachs Gra­nit Xha­ka.

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