Erz­bi­schof Koch: Kir­che muss mehr Fra­gen vor Ort klä­ren

Rheinische Post Goch - - VORDERSEITE -

ROM (epd/los) We­gen der star­ken Dif­fe­ren­zen der Teil­neh­mer hat sich die Bi­schofs­syn­ode in Rom nur auf all­ge­mei­ne For­meln der Wert­schät­zung für Fa­mi­li­en ge­ei­nigt. Die Syn­oden­vä­ter ver­ab­schie­de­ten mit Zwei­drit­tel­mehr­heit ein Ab­schluss­do­ku­ment, in dem sie sich um ei­ne po­si­ti­ve und we­ni­ger ur­tei­len­de Spra­che als in der Ver­gan­gen­heit be­müh­ten. Sie for­der­ten auch ei­ne stär­ke­re In­te­gra­ti­on der Fa­mi­li­en, die der ka­tho­li­schen Leh­re nicht ent­spre­chen, in das kirch­li­che Le­ben. Der von der deut­schen Grup­pe ge­for­der­te Zu­gang zur Kom­mu­ni­on für wie­der­ver­hei­ra­te­te Ge­schie­de­ne in Ein­zel­fäl­len fand im Schluss­do­ku­ment kei­nen Nie­der­schlag.

Die un­ter­schied­li­chen Mei­nun­gen in Fra­gen von Ehe und Se­xua­li- tät zei­gen nach An­sicht des Ber­li­ner Erz­bi­schofs Hei­ner Koch, dass vie­le Fra­gen künf­tig in den Orts­kir­chen be­ant­wor­tet wer­den müs­sen. Koch, der Spre­cher der deutsch­spra­chi­gen Ar­beits­grup­pe war, sag­te un­se­rer Re­dak­ti­on: „Rom ist auch kein Seel­sor­ge­amt.“Da­bei wür­de man­ches auch die Ge­mein­den in Deutsch­land her­aus­for­dern, et­wa das von den Afri­ka­nern ein­ge­brach­te Ver­ständ­nis, dass ei­ne Hoch­zeit zu­gleich die Auf­nah­me des jun­gen Paa­res in die Ge­mein­de be­deu­te. „Bei uns da­ge­gen wer­den Hoch­zei­ten mehr als Pri­vat­fei­ern ver­stan­den“, sag­te Koch. Ins­ge­samt sei die Ar­beit der deut­schen Theo­lo­gen in Rom von gro­ßem Ein­fluss ge­we­sen.

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