Hartz IV für Kraft­wer­ke

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON ANTJE HÖNING

Einst hat­te Wirt­schafts­mi­nis­ter Ga­b­ri­el ge­tönt: Hartz IV für ar­beits­lo­se Kraft­wer­ke wer­de es nicht ge­ben. Doch ge­trie­ben von Ge­werk­schaft und NRW-CDU knick­te er ein: Nun be­kom­men RWE und Co. staat­lich or­ga­ni­sier­te Mil­li­ar­den­Hil­fe für die Über­füh­rung al­ter Braun­koh­le-Blö­cke in ei­ne Re­ser­ve. Ver­rückt: Am Strom­markt herr­schen Über­ka­pa­zi­tä­ten, aus ener­gie­wirt­schaft­li­chen Grün­den braucht man gar kei­ne Re­ser­ve. Doch die sind oh­ne­hin vor­ge­scho­ben. Tat­säch­lich geht es um Geld. Der Kom­pro­miss, auf den sich Kon­zer­ne und Staat nun im De­tail ge­ei­nigt ha­ben, ist ein Ver­trag zu­las­ten Drit­ter. Be­zah­len muss der Strom­kun­de.

Na­tür­lich ist es gut, dass nun Mas­sen­ent­las­sun­gen ver­hin­dert wer­den. Es war der Web­feh­ler in Ga­b­ri­els ur­sprüng­li­chem Plan, dass er ein­sei­tig NRW für den deut­schen Bei­trag zum Kli­ma­schutz be­las­ten woll­te. Doch klar ist auch: Wer Kli­ma­schutz ernst nimmt, darf die Braun­koh­le nicht un­ge­scho­ren las­sen. Und was Re­gi­on und RWE-Mit­ar­bei­ter wirk­lich brau­chen, sind zu­kunfts­si­che­re Ar­beits­plät­ze. RWE muss schon mehr lie­fern als das Ab­grei­fen von Staats­hil­fe. BE­RICHT

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