Drei Auba­meyang-Tref­fer beim 5:1 des BVB

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON ANDRE­AS GRUHN

DORTMUND Mit zwei Schrit­ten An­lauf rem­pel­te Mar­co Reus drauf los. Er grins­te frech und schubs­te sei­nen Sturm­part­ner und Kum­pel Pier­reE­me­rick Auba­meyang beim In­ter­view im Bauch des Dort­mun­der Sta­di­ons. Kurz dar­auf schnapp­te sich Reus das Mi­kro­fon des ver­eins­ei­ge­nen Fern­seh­ka­nals und frag­te Auba­meyang aus. Mit ge­sam­mel­ten Al­bern­hei­ten fei­er­ten die bei­den das 5:1 ih­res Klubs Bo­rus­sia Dortmund ge­gen den über­for­der­ten FC Augs­burg, bei dem sie al­le fünf To­re er­ziel­ten. Bat­man- und Ro­bin-Mas­ken, die sie noch im März beim Tor­ju­bel zu tra­gen pfleg­ten, wa­ren ges­tern nicht zur Hand.

Die Scher­ze des Of­fen­siv­du­os wa­ren an­ge­mes­sen. Auba­meyang traf wie schon am Don­ners­tag beim Eu­ro­pa­po­kal­spiel in Qä­bälä drei Mal und hat nun so vie­le To­re auf dem Kon­to wie Bay­erns Ro­bert Le­wan­dow­ski - in die­ser Ka­te­go­rie sind die Bay­ern nicht ein­zig­ar­tig. Der Ga­bu­ner er­ziel­te das 1:0, 4:1 und 5:1 – je­weils aus kur­zer Dis­tanz und schön frei­ge­spielt von sei­nen Kol­le­gen. „Ich ha­be am Sams­tag mit mei­nem Bru­der ge­wet­tet, dass ich heu­te wie­der drei To­re ma­che“, ver­riet Auba­meyang. „Jetzt muss ich mir ei­ne Über­ra­schung für ihn aus­den­ken.“Trai­ner Tho­mas Tu­chel ge­riet ins Schwär­men über sei­nen Stür­mer: „Es ist ei­ne gro­ße Freu­de, sein Trai­ner zu sein. Wenn man sieht, mit wel­chem Te­am­geist er To­re auf­legt, wie sehr er sich dar­über freut, dass Mar­co das Tor macht, geht mir das Herz auf.“

Auch Mar­co Reus er­ziel­te zwei To­re. Er traf nach se­hens­wer­ten Vor­ar­bei­ten des Fuß­ball-Fein­geis­tes Shin­ji Ka­ga­wa, der Jan-Ing­wer Call­sen-Bra­cker und Ra­gnan Kla­van Kno­ten in die Ge­len­ke spiel­te. Die Dort­mun­der be­stimm­ten im ers­ten Ab­schnitt prak­tisch je­de Se­kun­de, spiel­ten sich die Päs­se in ho­her Fre­quenz zu. Dass sie zu solch hüb­schem Fuß­ball fä­hig sind, ist kei­ne Über­ra­schung. Er­staun­lich war aber die kal­te Ef­fek­ti­vi­tät.

Augs­burg kann­te den Ball zu­nächst nur aus vor­neh­mer Dis­tanz. „Wir ha­ben uns für ei­nen of­fen­si­ven Ver­tei­di­gungs-An­satz ent­schie­den, weil wir ho­he Bäl­le hin­ter die Ab­wehr ver­mei­den woll­ten“, sag­te Tu­chel. Auf die­se Wei­se hat­te sich sei­ne Ab­wehr zu­letzt mehr­fach über­töl­peln las­sen – dies­mal nicht.

Nach dem 3:0 nah­men der BVB das Tem­po aus dem Spiel und schon­te sich für das Po­kal­spiel ge­gen Ste­fan Ef­fen­bergs Pa­der­bor­ner am Mitt­woch. Das er­laub­te Augs­burg nach dem Sei­ten­wech­sel, auch mal am Spiel teil­zu­neh­men. Prompt fiel das üb­li­che Ge­gen­tor: Raúl Bo­ba­dil­la köpf­te un­be­drängt ins Tor.

Dortmund ver­zich­te­te wei­ter auf den Auf­wand der ers­ten Halb­zeit, Tor­ge­fahr ent­stand kaum – was Tu­chel da­zu ver­an­lass­te, dem bis kurz vor Schluss er­eig­nis­lo­sen Trei­ben mit bö­ser Mie­ne zu­zu­se­hen. Erst spät ka­men sei­ne Spie­ler wie­der vors Tor – Auba­meyang mach­te sei­ne im Krei­se der Fa­mi­lie ge­mach­te An­kün­di­gung wahr. „Nächs­tes Mal muss er sich mehr be­ei­len“, scherz­te Tu­chel. „Sonst könn­te ich ihn vor­her aus­wech­seln.“

FOTO: DPA

Nach dem 5:1: Pier­re-Eme­rick Auba­meyang und Ra­mos fei­ern

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