Trai­ner Kra­mer ha­dert mit Fortu­nas Feh­ler­quo­te

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON BERND JOLITZ

LEIPZIG/DÜSSELDORF Auf den ers­ten Blick lie­fer­te Fortu­na Düs­sel­dorfs 1:2-Nie­der­la­ge im Zweit­li­ga­spiel in Leipzig we­nig Über­ra­schen­des. An­ge­sichts der Ta­bel­len­si­tua­ti­on – der Sech­zehn­te gas­tier­te beim Drit­ten – muss­ten die Düs­sel­dor­fer rea­lis­ti­scher­wei­se da­mit rech­nen, die Heim­rei­se mit lee­ren Hän­den an­tre­ten zu müs­sen. Und dass die Sach­sen mit ih­rem Tem­po­spiel und ih­rem ex­tre­men Pres­sing die Par­tie op­tisch do­mi­nie­ren wür­den, war eben­falls zu er­war­ten.

Den­noch gibt es ei­ni­ges, was Fortu­na aus Leipzig mit­neh­men kann und schon mor­gen (19 Uhr) im DFB-Po­kal­spiel beim Li­ga­ri­va­len 1. FC Nürn­berg be­her­zi­gen soll­te. Lek­ti­on eins: Das De­fen­siv­spiel funk­tio­niert schon recht or­dent­lich, die Mann­schaft steht kom­pakt, wirkt gut or­ga­ni­siert und be­wahrt auch in kri­ti­schen Si­tua­tio­nen zu­meist küh­len Kopf. Ge­mes­sen an den Spiel­an­tei­len (rund 62 Pro­zent Ball­be­sitz) und ih­rer Über­le­gen­heit in punk­to Ge­schwin­dig­keit ka­men die Leip­zi­ger zu er­staun­lich we­nig kla­ren Tor­chan­cen.

Lek­ti­on zwei: Das Düs­sel­dor­fer Of­fen­siv­spiel hält mit der De­fen­si­ve nicht ein­mal an­nä­hernd Schritt. Mit haar­sträu­ben­den Ab­spiel­feh­lern und zö­ger­li­chem Ver­hal­ten nach Bal­le­r­obe­run­gen mach­ten sie sich et­li­che aus­sichts­rei­che Kon­ter­mög­lich­kei­ten früh­zei­tig zu­nich­te.

Lek­ti­on drei steht im Zu­sam­men­hang mit Num­mer zwei: Trai­ner Frank Kra­mer soll­te den Ver­such mit Mi­ke van Dui­nen auf der rech­ten Au­ßen­bahn als ge­schei­tert ab­ha­ken. Dem ge­lern­ten Mit­tel­stür­mer aus den Nie­der­län­den feh­len die Schnel­lig­keit und die tech­ni­schen Fer­tig­kei­ten für die­se Po­si­ti­on. Da zu­dem der zu­letzt so star­ke Ser­can Sara­rer auf der lin­ken Bahn ei­nen schwar­zen Tag er­wischt hat­te, ging über die Flü­gel gar nichts.

Im Nach­gang zum Leipzig-Spiel stand die zwei­te Lek­ti­on im Blick­punkt. „Wir hat­ten vie­le Bal­le­r­obe­run­gen, ge­nau wie wir das ge­plant hat­ten“, be­rich­te­te Kra­mer, „aber wir ha­ben die Sa­che nicht zu En­de ge­bracht. Un­se­re Feh­ler­quo­te im Pass­spiel war viel zu hoch. Noch är­ger­li­cher war, dass wir nach un­se­ren Bal­le­r­obe­run­gen zu lan­ge ge­zö­gert ha­ben. Da­bei ha­ben wir im­mer wie­der dar­auf hin­ge­wie­sen, dass man ge­gen die schnel­len Leip­zi­ger kei­ne Zeit zum lan­gen Über­le­gen hat.“

Po­kal­geg­ner Nürn­berg ist zwar nicht ganz so schnell auf den Bei­nen, aber den­noch soll­te Fortu­na schnell aus den Feh­lern vom Frei­tag ler­nen. Schließ­lich bie­tet der Po­kal ei­ne gu­te Chan­ce, sich Selbst­ver­trau­en für den Ab­stiegs­kampf zu ho­len. Und der, so mahn­te Kra­mer, wer­de „vi­el­leicht bis zum Sai­son­en­de“an­dau­ern: „Wir ha­ben ei­nen zä­hen Weg zu ge­hen, aber wir ge­hen ihn ge­schlos­sen.“Trotz des 1:2 sah es in Leipzig so­gar da­nach aus.

FOTO: DPA

Frank Kra­mer hat noch viel Ar­beit mit Fortu­nas Spiel­auf­bau.

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