El­tern rä­chen Mord an ih­rer Toch­ter

Rheinische Post Goch - - FERNSEHEN -

Im span­nen­den „Tat­ort“ges­tern Abend wur­de ein Fall von Selbst­jus­tiz spek­ta­ku­lär in Sze­ne ge­setzt. Ein Ehe­paar tö­te­te in „Der Preis des Le­bens“den Ver­ge­wal­ti­ger und Mör­der sei­ner Toch­ter und ver­such­te auch, den Kom­pli­zen der Tat zu rich­ten. Re­gel­mä­ßig ma­chen Fäl­le von Selbst­jus­tiz Schlag­zei­len. Zu wie vie­len Ta­ten es im Jahr kommt, lässt sich nicht sa­gen, da Selbst­jus­tiz kein Straf­tat­be­stand ist. Das be­deu­tet: Wer in Selbst­jus­tiz ei­nen an­de­ren Men­schen ver­prü­gelt, wird we­gen Kör­per­ver­let­zung an­ge­klagt – und nicht, weil er auf ei­ge­ne Faust Recht schaf­fen woll­te.

Der wahr­schein­lich be­kann­tes­te Fall in der deut­schen Rechts­ge­schich­te passierte 1981. Die Gas­tro­no­min Ma­ri­an­ne Bach­mei­er er­schoss im Lü­be­cker Schwur­ge­richts­saal den Mör­der ih­rer sie­ben­jäh­ri­gen Toch­ter. Sie gab an, sie ha­be es nicht mehr er­tra­gen, dass der Mann vor Ge­richt Lü­gen über ih­re Toch­ter ver­brei­te­te. In ei­ner WDR-Do­ku­men­ta­ti­on be­rich­te­te ei­ne Freun­din, Bach­mei­er ha­be die Tat ge­plant. Sie ha­be im Kel­ler ih­rer Kn­ei­pe Schieß­übun­gen mit ei­ner Pis­to­le ge­macht. Die Waf­fe ha­be sie am Gr­ab ih­rer Toch­ter ver­steckt. Der Fall lös­te bun­des­weit Auf­se­hen aus. Die Si­cher­heits­maß­nah­men an Ge­rich­ten wur­den ver­stärkt. Die Mut­ter wur­de we­gen Tot­schlags und Waf­fen­be­sit­zes zu sechs Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Nach drei Jah­ren kam sie frei. 1996 starb Bach­mei­er an den Fol­gen von Krebs. In der Öf­fent­lich­keit zeig­te sie nie­mals Reue. csi

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