Wal­be­ob­ach­tungs-Boot sinkt vor Ka­na­da – sechs To­te

Rheinische Post Goch - - PANORAMA -

Gut 38 Ki­lo Schwei­ne­fleisch und fast neun Ki­lo Rind­fleisch isst je­der Deut­sche im Durch­schnitt pro Jahr. Die In­ter­na­tio­na­le Krebs­for­schungs­agen­tur der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on warnt nun, dass Steaks und Würst­chen bei re­gel­mä­ßi­gem Kon­sum lang­fris­tig das Krebs­ri­si­ko stei­gern könn­ten. Er­näh­rungs­ex­per­ten mei­nen aber, dass Fleischlieb­ha­ber des­halb nicht zum Ve­ge­ta­ris­mus über­lau­fen müs­sen – sie wer­ben für be­wuss­te­ren Fleisch­kon­sum. Wes­halb soll Fleisch krebs­er­re­gend sein? Die Ex­per­ten ha­ben mehr als 800 Stu­di­en aus­ge­wer­tet, die sich mit dem Zu­sam­men­hang von Fleisch­ver­zehr und Krebs­ar­ten be­schäf­ti­gen. Bei ver­ar­bei­te­tem Fleisch wie Würst­chen, Schin­ken oder Cor­ned Beef sind sie auf­grund der Da­ten si­cher, dass es Krebs ver­ur­sa­chen kann. Bei so­ge­nann­tem ro­tem Fleisch hal­ten sie das für wahr­schein­lich – das gilt zum Bei­spiel auch für das Rin­der­Steak aus der Pfan­ne oder das Schwei­ne­ko­te­lett vom Grill. Um wei­ßes Fleisch, al­so Ge­flü­gel, geht es in dem Be­richt nicht. Laut Agen­tur ver­ste­hen For­scher noch nicht kom­plett, war­um Fleisch das Krebs­ri­si­ko be­ein­flusst. Beim Ko­chen oder bei der Ver­ar­bei­tung könn­ten krebs­er­re­gen­de Stof­fe ent­ste­hen. Um wel­che Krebs­ar­ten geht es? Vor al­lem um Darm­krebs. Für ver­ar­bei­te­tes Fleisch gibt es auch Hin­wei­se auf Ver­bin­dun­gen zu Ma­gen­krebs. Dies ist aber nicht er­wie­sen. Ro­tes Fleisch könn­te auch Bauch­spei­chel­drü­sen- und Pro­sta­ta­krebs mit­ver­ur­sa­chen. TOFINO (dpa/ap) Tra­gi­sches En­de ei­nes Wal­be­ob­ach­tungs-Trips vor der West­küs­te Ka­na­das: Ein Aus­flugs­boot mit 27 Men­schen an Bord ist aus noch un­ge­klär­ter Ur­sa­che ge­sun­ken, min­des­tens sechs Men­schen star­ben. Fünf Bri­ten wur­den tot ge­bor­gen, ei­ne Per­son galt noch als ver­misst. Ein­satz­kräf­te konn­ten 21 Pas­sa­gie­re in Si­cher­heit brin­gen, wie ein Spre­cher der Ret­tungs­teams dem Sen­der CBS News sag­te.

Das Un­glück er­eig­ne­te sich am frü­hen Sonn­tag­abend im Meer vor dem klei­nen Ort Tofino auf Van­cou­ver Is­land. Das Ge­biet ist bei Tier­freun­den be­liebt, weil hier im Ok­to­ber vor al­lem Grau­wa­le, aber auch Bu­ckel­wa­le auf ih­rem Weg nach Sü­den vor­bei­zie­hen. In der Re­gi­on, in der das Boot sank, war für Sonn­tag gu­tes Wet­ter an­ge­kün­digt ge­we­sen.

In der Nacht wa­ren die Ein­satz­kräf­te mit ei­nem Hub­schrau­ber und meh­re­ren Boo­ten im Ein­satz. Lan­ge war so­wohl die Op­fer­zahl als auch die Zahl der Ver­miss­ten un­klar.

Die ka­na­di­sche Trans­port­be­hör­de kün­dig­te ei­ne Un­ter­su­chung des Un­glücks an. „Über die Jah­re ha­ben wir Tau­sen­de Men­schen bei ähn­li­chen Wet­ter­be­din­gun­gen wie heu­te bei die­sen Trips hin­aus­ge­fah­ren“, sag­te John For­de, der ein Boots­un­ter­neh­men lei­tet. „Ich ha­be kei­ne Ah­nung, was da ge­sche­hen ist.“ Muss ich nun auf Fleisch ver­zich­ten? Wie so oft: Die Men­ge macht’s. „Man kann je­des Fleisch be­den­ken­los es­sen. Es kommt aber auf die Men­ge an“, sagt Pro­fes­sor Hei­ner Bo­eing vom Deut­schen In­sti­tut für Er­näh­rungs­for­schung Pots­damReh­brü­cke. Fleisch ha­be auch po­si­ti­ve Ef­fek­te: „Wir füh­ren da­mit zum Bei­spiel Ei­sen, hoch­wer­ti­ges Ei­weiß und be­stimm­te Vit­ami­ne zu.“Die Deut­sche Ge­sell­schaft für Er­näh­rung (DGE) emp­fiehlt, nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Fleisch­wa­ren pro Wo­che zu sich zu neh­men. Die Rea­li­tät se­he aber bun­des­weit an­ders aus, sagt DGE-Pres­se­spre­che­rin Antje Gahl: „Män­ner ver­zeh­ren et­wa dop­pelt so viel mit 1092 Gramm pro Wo­che.“Frau­en sei­en ge­ra­de so im Rah­men – die Da­ten stam­men al­ler­dings aus 2005 bis 2007. Die Krebs­for­schungs­agen­tur be­tont, man kön­ne an­hand der vor­lie­gen­den In­for­ma­tio­nen nicht sa­gen, ob es ein si­che­res Maß an Fleisch gibt. Klar scheint: je mehr, des­to hö­her das Ri­si­ko. Was heißt das kon­kret? Pro 50 Gramm ver­ar­bei­te­tes Fleisch täg­lich steigt das Darm­krebs­ri­si­ko nach Ein­schät­zung der Ex­per­ten um 18 Pro­zent. Da­bei stüt­zen sie sich auf Da­ten aus zehn Stu­di­en. Bei ro­tem Fleisch ist die WHO-Agen­tur noch zu­rück­hal­ten­der, aber Da­ten aus den Stu­di­en le­gen na­he, dass 100 Gramm täg­lich das Ri­si­ko um 17 Pro­zent er­hö­hen könn­ten. War­um kri­ti­sie­ren Um­welt­schüt­zer den ho­hen Fleisch­kon­sum? Nach An­ga­ben des „Flei­schat­las 2014“wird die welt­wei­te Flei­scher­zeu­gung bis Mit­te die­ses Jahr­hun­derts von jetzt 300 Mil­lio­nen Ton­nen auf dann fast ei­ne hal­be Mil­li­ar­de Ton­nen stei­gen. Da­für wer­de sich die So­ja­pro­duk­ti­on für Fut­ter­mit­tel zur Mäs­tung der Tie­re na­he­zu ver­dop­peln. Da­mit wer­den mehr Flä­chen für den Fut­ter­an­bau be­nö­tigt – und grö­ße­re Vieh­be­stän­de tra­gen auch zu mehr Treib­haus­ga­sen bei.

FOTO: THINKSTOCK

Ver­ar­bei­te­tes Fleisch wie in Fleisch­wurst kann vor al­lem Darm­krebs ver­ur­sa­chen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.