Mehr als 400 Schü­ler er­hiel­ten Ein­bli­cke in die Be­rufs­welt

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST - VON AN­NE KLATT

Der 26. Be­rufs-In­fo-Treff der Ver­bands­spar­kas­se Goch-Keve­la­er-Wee­ze zeig­te die viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten auf dem Ar­beits­markt.

GOCH/KEVE­LA­ER Der Schul­ab­schluss ist in der Ta­sche, aber wie geht es wei­ter? Ei­ne Aus­bil­dung wä­re toll, aber in wel­chem Be­reich? Jetzt in­for­mier­ten sich über 400 Schü­ler der 9. und 10. Klas­sen in der Spar­kas­sen­fi­lia­le an der Bus­mann­stra­ße über die ver­schie­de­nen Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten. Um­fang­rei­che In­for­ma­tio­nen zu knapp 70 Lehr­be­ru­fen lie­fer­ten da­bei Mit­ar­bei­ter von 34 Aus­bil­dungs­be­trie­ben.

Der An­drang war groß. War­ten­de Grüpp­chen vor den Stän­den von KFZ-Mecha­tro­ni­kern oder der Po­li­zei Nord­rhein-West­fa­len zeig­ten, dass die­se Be­ru­fe nach wie vor ei­ne gro­ße Po­pu­la­ri­tät bei den Ju­gend­li­chen be­sit­zen. Ge­nau­so oft nutz­ten die Ju­gend­li­chen aber auch die Chan­ce, neue Be­ru­fe ken­nen zu ler­nen und für sich zu ent­de­cken. Wie et­wa Lea Beh­rens, 16, und Mei­ke Bar­tels, 14, die sich ein ei­ge­nes Bild vom Be­ruf der Heil­päd­ago­gin ma­chen woll­ten. „Der Be­ruf hat mich vom Na­men her an­ge­spro­chen“, er­klär­te Mei­ke. Ähn­li­che Ent­de­ckun­gen mach­te auch Jan­nis van Lip­zig, 14, von der Re­al­schu­le Keve­la­er, der sich ge­mein­sam mit sei­nen Freun­den Tom und Jos nicht nur den Be­ruf des Tisch­lers an­ge­schaut hat, son­dern auch in den Gar­ten- und Land­schafts­bau hin­ein­schnup­pern konn­te.

Das neu ge­weck­te In­ter­es­se der Ju­gend­li­chen ist Ti­mo Ter­po­or­ten, In­ha­ber des Fri­seur­sa­lons Ter­po­or­ten, po­si­tiv auf­ge­fal­len: „Die Schü­ler sind deut­lich mo­ti­vier­ter als noch vor ein paar Jah­ren. Ich füh­re hier nur sel­ten ober­fläch­li­che Be­ra­tungs­ge­sprä­che. Das In­ter­es­se für den Be­ruf steht mitt­ler­wei­le deut­lich im Vor­der­grund.“

Von der Mo­ti­va­ti­on konn­ten An­ni­ka Kamps und Re­ne Preiß von Gro­te Be­da­chun­gen aus Wee­ze aber nicht viel spü­ren. „Das In­ter­es­se für das Hand­werk im All­ge­mei­nen ist deut­lich zu­rück­ge­gan­gen. Vie­le Ju­gend­li­che wol­len in­zwi­schen lie­ber so lan­ge wie mög­lich in die Schu­le ge­hen“, schil­dert Kamps die Er­fah- run­gen mit den Schü­lern. Ne­ben den ver­schie­de­nen Be­trie­ben aus der Hand­werks­bran­che oder auch dem krea­ti­ven Be­reich stan­den au­ßer­dem Be­rufs­be­ra­ter der Agen­tur für Ar­beit so­wie Leh­rer der Be­rufs­kol­legs in Gel­dern den jun­gen Be­su­chern Re­de und Ant­wort.

Das breit ge­fä­cher­te An­ge­bot für die Schü­ler freu­te Ge­re­on Hei­nen, Spar­kas­senmit­ar­bei­ter im Be­reich Mar­ke­ting und Or­ga­ni­sa­tor des Be­rufs­fo­rums. „Vie­le Be­trie­be sind schon jah­re­lang da­bei.“Wei­te­re Un­ter­neh­men wer­den von den Or­ga­ni­sa­to­ren an­ge­spro­chen, weil „wir ver­su­chen, je­den Be­rufs­zweig ab­zu­de­cken“.

Po­si­tiv be­wer­tet er ge­mein­sam mit dem Kol­le­gen Jo­chen Rademacher aus Goch, Lei­ter der Ab­tei­lung Mar­ke­ting der Spar­kas­se, au­ßer­dem die gu­te Zu­sam­men­ar­beit mit den Schu­len, die den „Wahn­sinns-An­drang“in den Rä­um­lich­kei­ten der Spar­kas­se be­wirkt hat.

Und wie klappt die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Be­trie­ben und Flücht­lings­kin­dern? „Na­tür­lich ist die deut­sche Spra­che schon wich­tig“, räumt Re­na­te Tim­mer­mann, Schul­lei­te­rin der Haupt­schu­le Keve­la­er, ein, „aber wir stel­len er­freut fest, dass vie­le Be­trie­be be­reit sind, den Kin­dern die Chan­ce auf ein Prak­ti­kum oder ei­ne Aus­bil­dung zu ge­ben.“

Un­ter­stützt von der Ca­ri­tas, dem Ju­gend­amt und der Stadt kön­nen die Schu­len den Kin­dern in ei­ner För­der­klas­se Deutsch­un­ter­richt an­bie­ten, um sie dem Ziel des Prak­ti­kums nä­her zu brin­gen.

Dass das funk­tio­nie­ren kann, zeigt das Bei­spiel der 15-jäh­ri­gen Ego­ni­ta aus dem Ko­so­vo, die sich ihr Prak­ti­kum in ei­nem Kin­der­gar­ten so­gar selbst­stän­dig ge­sucht hat. Und auch Luan, 16, aus Al­ba­ni­en kann stolz auf sich sein: Er konn­te ein Prak­ti­kum in ei­ner Bä­cke­rei be­gin­nen.

RP-FOTO: THO­MAS BINN

Gro­ße Aus­bil­dungs­bör­se in der Spar­kas­se in Keve­la­er. Ti­mo Schütt, Han­nah Ada­ma­schek, Han­nah See­len und Ju­lia San­ders (v.l.) las­sen sich von Ar­chi­tek­tin Ni­co­le Danck­wart be­ra­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.