40 Jah­re Freund­schaft mit Gen­nep

Rheinische Post Goch - - ZUHAUSE IN KRANENBURG - VON STE­PHAN DERKS

Lösch­zug Kranenburg blickt auf jahr­zehn­te­lan­ge grenz­über­schrei­ten­de Zu­sam­men­ar­beit mit den nie­der­län­di­schen Ka­me­ra­den zu­rück, Kon­tak­te wer­den seit Jahr­zehn­ten ge­pflegt und stets wei­ter­ent­wi­ckelt.

KRANENBURG Er er­schien im ers­ten Au­gen­blick un­ge­wöhn­lich, der Ein­la­dungs­text zur Fei­er an­läss­lich des 40. Ge­burts­ta­ges der grenz­über­schrei­ten­den Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen dem Lösch­zug Kranenburg und der Brand­weer Gen­nep. „Doch hat man mich an­ge­spro­chen, weil die­se Mi­schung aus deut­scher und nie­der­län­di­scher Spra­che zwar erst mal un­üb­lich ist für ei­ne Ein­la­dung

Als ich 1979 in die Feu­er­wehr ein­trat, gab es seit vier Jah­ren die Kon­tak­te

Nor­bert Jan­sen

Ge­mein­de­brand­in­spek­tor

aber den­noch ver­ständ­lich, da so, die bei­den Feu­er­weh­ren auch den bei­den Spra­chen ge­recht wer­den“, er­klärt Ge­mein­de­brand­in­spek­tor Nor­bert Jan­sen ge­gen­über un­se­rer Re­dak­ti­on, der die Ent­wick­lung der grenz­über­schrei­ten­den Kon­tak­te des Lösch­zu­ges Kranenburg in sei­ner Funk­ti­on als Wehr­füh­rer für die ge­sam­te Ge­mein­de Kranenburg seit 2004 ak­tiv ver­folgt hat. „Ich war bei ei­ni­gen Übun­gen da­bei, in de­nen die Gen­ne­per und die Kra­nen­bur­ger Feu­er­wehr­ka­me­ra­den ge­mein­sam ge­übt ha­ben. Zu­letzt im ver­gan­ge­nen Jahr bei ei­ner Übung zum Was­ser­trans­port mit ei­nem Fahr­zeug, dass bei der Brand­weer Gen­nep sta­tio­niert ist“, er­klärt der Wehr­füh­rer. Hier­zu wur­den süd­lich des Kar­ten­spie­ler­we­ges durch den Forst We­ge aus­ge­baut und To­re ver­brei­tert, da­mit die Feu­er­wehr Gen­nep im Fal­le ei­nes Wald­bran­des schnell zur Hil­fe kom­men kann. Da­bei am 13. Sep­tem­ber 1975, vor 40 Jah­ren, von der Ab­schaf­fung der sta­tio­nä­ren Grenz­kon­trol­len (Schen­ge­ner Ab­kom­men) noch kei­ne Re­de, als auf Ein­la­dung des da­ma­li­gen Kom­man­dan­tes Theo ten Haaf ei­ne Ab­ord­nung des Kra­nen­bur­ger Lösch­zu­ges zum Tag der of­fe­nen Tür zu den Kol­le­gen nach Gen­nep ein­ge­la­den wur­den, um sich ei­ne Übung mit ei­nem selbst ge­bau­ten Was­ser­wer­fer an der Niers an­zu­se­hen.

Der Tag en­de­te ne­ben ei­ner ge­sel­li­gen Fei­er mit dem Ver­spre­chen, die Kon­tak­te zu bei­den Weh­ren zu in­ten­si­vie­ren. Das Fun­da­ment zu ei­ner Jahr­zehn­te lan­gen Freund- schaft war ge­legt, zu der seit­her im jähr­li­chen Wech­sel nicht nur ge­mein­sa­me Übun­gen or­ga­ni­sie­ret wur­den, bei de­nen je­der vom an­de­ren et­was ler­nen konn­te. „Als ich 1979 in die Feu­er­wehr ein­trat gab es be­reits seit vier Jah­ren die Kon­tak­te zwi­schen Gen­nep und Kranenburg. Da­bei kann ich mich noch dar­an er­in­nern, dass ich mich wäh­rend der Gr­und­aus­bil­dung mit den deut­schen Nor­men für Schläu­che und Fahr­zeu­ge be­schäf­tig­te und dar­über staun­te, dass ei­ni­ge Ka­me­ra­den von ei­nem Tank­au­to „spuit“spra­chen. Das sag­te mir da­mals noch nicht viel. Heu­te weiß ich, dass die­se Feu­er­wehr­ka­me­ra­den Pio­nie­re wa­ren und zu den­je­ni­gen ge­hör­ten, die die grenz­über­schrei­ten­den Kon­tak­te ge­lebt und wei­ter­ent­wi­ckelt ha­ben“, ließ Jan­sen die zahl­rei­chen Gäs­te im Kra­nen­bur­ger Feu­er­wehr­de­pot, un­ter ih­nen die stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­te­rin Tat­jaa­na Kem­per wis­sen, dass ei­gens zu die­sem Ju­bi­lä­um zu ei­ner ge­müt­li­chen Lo­ka­li­tät um­ge­wan­delt wor­den war, um die 40-jäh­ri­ge Freund­schaft ge­büh­rend zu fei­ern.

Und so er­in­ner­te man sich un­ter an­de­rem auch dar­an das, um ei­ner der we­ni­gen tech­ni­schen Un­ter­schie­de bei den grenz­über­schrei­ten­den Übun­gen zu be­sei­ti­gen, ein deutsch-nie­der­län­di­scher BSchlauch-Ad­ap­ter ge­bas­telt wor­den war, um die nie­der­län­di­sche mit der deut­schen Schlauch­kupp­lung zu ver­bin­den, die noch heu­te in den grenz­na­hen Lösch­fahr­zeu­gen mit­ge­führt wer­den. Ein wahr­lich ge­leb­tes Stück Eu­ro­pa.

„Wenn ich dann als Lei­ter der Feu­er­wehr der ge­sam­ten Ge­mein­de Kranenburg hier ste­hen darf, um den Ka­me­ra­den des Lösch­zu­ges Kranenburg und der Feu­er­wehr Gen­nep zu ih­rem Freund­schafts­ju­bi­lä­um zu gra­tu­lie­ren, ma­che ich dies mit Freu­de und dem Stolz, dass ich die Vä­ter die­ser Freund­schaft, zu­min­dest auf Kra­nen­bur­ger Sei­te ge­kannt ha­be, sie mich teil­wei­se aus­ge­bil­det und so an die Feu­er­wehr her­an­ge­führt ha­ben“, so Jan­sen.

FOTO: PRI­VAT

Der Lösch­zug Kranenburg und die nie­der­län­di­schen Kol­le­gen aus Gen­nep sind seit 40 Jah­ren be­freun­det.

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